Jean Todt trotzt Kritikern: Würde FIA-Ferrari-Deal wieder genauso machen

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Der geheime Deal zwischen der FIA und Ferrari sorgte in der Formel 1 zu Beginn des Jahres für schlechte Stimmung. Der Weltverband hatte den Ferrari-Motor der Saison 2019 über den Winter auf Unregelmäßigkeiten überprüft. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse allerdings nie. Stattdessen verkündete man im Februar lediglich eine Einigung beider Seiten.

Das Ende der Untersuchung war allerdings erst der Anfang von "Ferrarigate". Mehrere Teams verlangten von der FIA eine Klarstellung. Einige Fans warfen dem Weltverband sogar vor, Ferrari bewusst zu decken. Sie sind sich sicher, dass die Scuderia 2019 beim Motor betrogen hat. FIA-Präsident Jean Todt verrät nun, dass er von dieser Reaktion nicht überrascht war.

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Im Gespräch mit der 'Corriere della Sera' wird er mit dem Vorwurf einiger Formel-1-Fans konfrontiert, er habe Ferrari bewusst vor einer härteren Strafe bewahrt, weil sein Sohn Nicolas Manager von Ferrari-Pilot Charles Leclerc sei. "So läuft das eben. Das dauert eine Woche, und dann geht es wieder um etwas anderes", zuckt Todt die Schultern.

"Als ich diesen Job angenommen habe, da wusste ich, dass ich mit den positiven und den negativen Seiten klarkommen muss. Ich habe ein reines Gewissen. Für mich ist es nur wichtig, den Mitgliedern der FIA gegenüber transparent zu sein. Der Rest gehört zu meiner Rolle - auch die unschönen Gerüchte", erklärt Todt.

Der Franzose stellt klar, dass er im Ferrari-Fall keinen Fehler gemacht habe. Auf die Frage, ob er noch einmal genauso handeln würde, antwortet er: "Ja. Es wurde gemäß den Regeln professionell und transparent gehandhabt." Zudem erinnert er daran, dass er in solchen Situationen auch nicht "komplett alleine" handle.

Bereits im April stellte Todt im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' klar, er selbst habe sich 2019 dafür eingesetzt, "so viele Kontrollen [am Ferrari] wie möglich durchzuführen." Zudem habe damals kein anderes Team gegen die Scuderia protestiert, weshalb die FIA die Untersuchung vorangetrieben habe, obwohl sie das gar nicht gemusst hätte.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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