Johann Zarco glaubt: Deshalb ist Tito Rabat in der MotoGP gescheitert

Gerald Dirnbeck
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Tito Rabat muss sich aus dem Grand-Prix-Fahrerlager verabschieden und wechselt für 2021 in die Superbike-WM. Dort wird der Spanier mit einer privaten Ducati des Barni-Teams an den Start gehen. Rabat wurde im Jahr 2014 Moto2-Weltmeister, aber in der Königsklasse gelang ihm nie der Durchbruch.

2016 und 2017 fuhr Rabat eine Honda. Anschließend folgten drei Jahre mit Ducati. Ein siebter Platz in Argentinien 2018 war sein bestes Ergebnis in 77 MotoGP-Rennen. In der abgelaufenen Saison war Rabat im Avintia-Team der Teamkollege von Johann Zarco.

Die beiden hatten sich vor allem 2015 in der mittleren Klasse enge Duelle geliefert. Deshalb sagt Zarco: "Bezüglich Tito erinnere ich mich am meisten an seine Moto2-Jahre. Er war sehr stark. Ich habe mit ihm um seinen zweiten WM-Titel gekämpft, aber am Ende habe ich meinen ersten gewonnen."

"In der MotoGP hatte er nie die Chance, sich gut einzustellen. Zu Beginn hatte er mit der Honda kein besonders konkurrenzfähiges Motorrad. Das hilft nicht dabei, um zu verstehen, ob man es gut oder schlecht macht. Das war für ihn kompliziert", glaubt Zarco.

In der Moto2 lieferten sich Rabat und Zarco enge Duelle (Foto von 2012)

In der Moto2 lieferten sich Rabat und Zarco enge Duelle (Foto von 2012)<span class="copyright">Ponsracing</span>
In der Moto2 lieferten sich Rabat und Zarco enge Duelle (Foto von 2012)Ponsracing

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Rabat ist bekannt dafür, extrem viel zu trainieren und hart zu arbeiten. Er gilt nicht als absolutes Toptalent, aber mit harter Arbeit konnte der 31-Jährige viel wettmachen. "Tito hat eine große Leidenschaft und Motivation. Er ist derjenige, der am meisten mit Motorrädern fährt", sagt Zarco.

Und genau das war für Rabat ein Problem, denn die Anforderungen an ein MotoGP-Bike lassen sich kaum mit einem seriennahen Motorrad trainieren. "In der MotoGP konnte er sich mit seinem Stil nie richtig umstellen."

"Er muss viel lernen, aber leider können wir mit dem MotoGP-Bike nicht so viel fahren. Wenn man das nicht schnell schafft, dann wird es schwierig", sagt Zarco. "Ich glaube, das war in den Jahren sein Problem." Zudem hatte Rabat 2018 eine schwere Beinverletzung zu überstehen.

Während für Rabat das Kapitel MotoGP endet, beginnt es im nächsten Jahr für Jorge Martin. Der Spanier wird im Pramac-Team der neue Teamkollege von Zarco sein. "Ich glaube, dass sich Jorge Martin gut umstellen kann", schätzt der Franzose.

"So wie er in der Moto2 fährt, bin ich überzeugt, dass er sich gut anpassen wird. Er hat gute Referenzen und arbeitet mit einer spanischen Gruppe zusammen. Ich denke, er wird sich gut fühlen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.