Junge Leistungsschwimmerin stirbt nach zweiter Covid-19-Infektion

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Die 14-jährige Leistungsschwimmerin Mariana Franklin Ferreira stieg nach einer Corona-Infektion wieder ins Becken und starb kurz darauf. Der Fall sorgt für Aufsehen.

Nach ihrer überstandenen Infektion nahm das brasilianische Schwimmtalent sogar am Nationalen Wettkampf teil. (Symbolbild: Getty)
Nach ihrer überstandenen Infektion nahm das brasilianische Schwimmtalent sogar am Nationalen Wettkampf teil. (Symbolbild: Getty)

Über die Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen weiß man bisher noch relativ wenig. Deshalb war die Familie von Mariana Franklin Ferreira aus dem brasilianischen Presidente Prudente auch nicht besonders besorgt, als die 14-jährige Schwimmerin von den Ärzten die Erlaubnis erhielt, nach ihrer überstandenen Covid-19 Infektion wieder Leistungssport zu betreiben. Sie hatte sich vor einem Monat mit dem Virus infiziert und leichte Symptome gezeigt. Der weitere Verlauf der Krankheit war aber sehr mild gewesen.

Okay von den Ärzten

So erzählt es ihre Tante Erica Bernardes da Silva gegenüber der brasilianischen Zeitung “UOL Esporte”. Also sprach nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten nichts dagegen, dass Mariana wieder in den Sport einstieg. Sie nahm vom 9. bis zum 10. Dezember am Nationalen Wettbewerb in Santos teil. Dort trat sie für ihr Team Paulistão FAP über mehrere Distanzen an. Sie schwamm über 50, 100 und 200 Meter Freistil.

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Doch nach der Heimkehr plagen das Schwimmtalent plötzlich starke Halsschmerzen, so berichtet es die Tante. Auch Medikamente halfen nicht dagegen. In drei Krankenhäusern konnten ihr die Ärzte nicht helfen. Mit der Diagnose Mandelentzündung wird sie wieder nach Hause geschickt. Doch im Regionalkrankenhaus entdecken die Mediziner Lungenprobleme. Ein Test bringt Gewissheit: Mariana ist erneut an Covid-19 erkrankt. Innerhalb von 24 Stunden erleidet die Teenagerin zwei Kreislaufstillstände und verstirbt am Sonntag im Krankenhaus, wie die “Federacao Aquática Paulista” auf ihrer Facebook-Seite bestätigt.

Wie gefährlich sind Zweiterkrankungen?

Der Fall von Mariana Franklin Ferreira stellt gleich zwei weit verbreitete Corona-Gewissheiten in Frage. Zum Einen zeigt der tragische Tod der Brasilianerin, dass durchaus auch sportliche junge Menschen von dem Virus schwer getroffen werden können. Zum Anderen wirft ihr Tod Fragen über eine Zweit-Infektion auf. Bisher sind nur wenige Fälle aus der ganzen Welt bekannt, bei denen sich ein Covid-19-Patient erneut mit dem Virus infizierte.

Aus Israel wurde erst kürzlich solch ein Fall bekannt. Dort infizierte sich ein 74-Jähriger zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten und verstarb an den Folgen. Im Oktober hatten Medien über einen ähnlichen Fall aus den USA berichtet. Auch bei dem 25-Jährigen aus Montana verlief die zweite Infektion deutlich heftiger, er überstand die Erkrankung aber am Ende nach einer Sauerstofftherapie. Offiziell sind weltweit bisher nur fünf weitere solcher Re-Infektionen bekannt. Die Dunkelziffer könnte aber deutlich höher liegen, wenn die erste Infektion möglicherweise unentdeckt geblieben ist.

Mediziner warnen in jedem Fall vor einem zu schnellen Wiedereinstieg in sportliche Aktivitäten. Wie bei einer Grippe auch, kann die Belastung der Lungen und eine möglicherweise unentdeckte Herzmuskelentzündung zu einem Risiko werden, wenn nach einer überstandenen Infektion zu schnell wieder mit dem Sport begonnen wird.

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