Köln-Youngster krönt irre Aufholjagd in Frankfurt

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Der 1. FC Köln hat mit einem beeindruckenden Comeback-Sieg ein Ausrufezeichen im Tabellenkeller gesetzt und Eintracht Frankfurt mit in den Abstiegskampf gezogen.

Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol gewann am Mittwochabend nach 0:2-Rückstand noch 4:2 (1:2) bei den Hessen. Während die Kölner damit den zweiten Sieg in Serie feierten und die Abstiegsplätze verließen, schleppt sich Frankfurt nach sieben Pleiten aus neun Pflichtspielen der Winterpause entgegen. (Service: Tabelle Bundesliga)

Hütter: "Unglaubliche Müdigkeit"

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"Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich vor die Mannschaft zu stellen. Man sieht, dass viele Spieler falsche Entscheidungen treffen, weil eine unglaubliche Müdigkeit da ist", sagte Eintracht-Coach Adi Hütter bei Sky. "Der Knackpunkt war dieser abgefälschte Schuss vor der Pause. Hinten raus hat Köln dann verdient gewonnen. In Summe gesehen ist das natürlich enttäuschend."

Ganz andere Tönen kamen dagegen von Köln-Coach Markus Gisdol: "Wir sind auch nach dem 0:2 ruhig geblieben und haben versucht, spielerische Lösungen zu finden. Glücklicherweise haben wir uns hinten raus belohnt und zum Schluss auch einen verdienten Sieg eingefahren, der uns natürlich gut tut."

Gisdol vertraute erneut den Youngstern Jan Thielmann und Ismael Jakobs, die beim 2:0-Sieg gegen Leverkusen frischen Wind ins FC-Spiel gebracht hatten - und sie zahlten zurück.

"Ich bin sehr glücklich, das Tor gemacht zu haben", sagte Jakobs, der sich nach seinem Treffer zum Endstand das Trikot vom Leib gerissen hatte - und zugab, den Jubel "vor dem Spiegel geübt zu haben." Die Gelbe Karte nahm er dabei "gerne in Kauf."


Verteidiger Martin Hinteregger (6.) hatte die Eintracht mit seinem bereits sechsten Saisontreffer in Führung gebracht, Goncalo Paciencia (30.) per Kopf erhöht. Beide Treffer fielen im Anschluss an eine Ecke. Doch Nationalspieler Jonas Hector (44.), Sebastiaan Bornauw (72.), Dominick Drexler (81.) und Ismail Jakobs (90.+4) drehten die Partie und sorgten dafür, dass die Kölner in der Tabelle nur noch vier Punkte hinter den Frankfurter liegen.

Zwei Eintracht-Tore nach Ecken

Vor 50.300 Zuschauern in der stimmungsvollen Arena am Stadtwald bauten die durch Verletzungen und Sperren erheblich dezimierten Frankfurter zu Beginn viel Druck auf. Keine zwei Minuten waren gespielt, da köpfte Hinteregger im Anschluss an eine Ecke nur Zentimeter vorbei. Keine vier Minuten später zielte der Österreicher dann besser. Ebenfalls nach einer Ecke, diesmal allerdings mit dem Fuß, traf er zur Führung.


Köln fand dagegen nur mühsam in die Partie und agierte im Offensivspiel oft ideenlos. Felix Wiedwald - nominell nur dritter Torwart bei den Frankfurtern, durch die Verletzungen von Kevin Trapp (Schulter-OP) und Frederik Rönnow (Oberschenkelverletzung) allerdings zum zweiten Mal in dieser Spielzeit in die Startelf gerückt - musste anfangs nur wenige Prüfungen meistern.

Den ersten gefährlichen Torschuss der Gäste gab Hector (31.) bei einem Freistoß ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte Paciencia allerdings bereits auf 2:0 erhöht. Dominik Kohr (35.) und Daichi Kamada (38.) vergaben letztlich Möglichkeiten, die Führung der Gastgeber noch weiter auszubauen.

Frankfurt auf dem Zahnfleisch

Stattdessen landete ein abgefälschter Distanzschuss von Hector zum etwas glücklichen Anschlusstreffer im Netz. (Service: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)


Den Schwung versuchten die Kölner zu nutzen und waren nach dem Seitenwechsel deutlich aktiver. Bei Frankfurt machten sich derweil die Verschleißerscheinungen eines langen Fußball-Jahres weiter bemerkbar. Nach Mittelfeld-Motor Sebastian Rode in Halbzeit eins, musste auch Torschütze Paciencia aufgrund einer Verletzung vorzeitig ausgewechselt werden.

Die Kölner blieben dadurch in Schlagdistanz. Während Frankfurt etwa über Bas Dost (69.) im eigenen Stadion konterte, hatten die Gäste aber nun mehr vom Spiel und zunehmend auch gute Chancen. Der Treffer von Bornauw sorgte dann endgültig für maximale Spannung in der Schlussphase - in der Köln weiter Druck machte und durch Drexler und Jakobs belohnt wurde.

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