"Mein Körper ist ein Wrack!" Darum hörte Sharapova auf

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Der Abgang war so, wie man es von Maria Sharapova erwarten durfte.

Auf Hochglanz, im Lifestyle-Magazin Vanity Fair, in ihrer eigenen Kolumne. "Tennis, ich sage goodbye", stand dort am 26. Februar 2020 in großen Lettern, daneben ein Schwarz-Weiß-Porträt mit zerzaustem Haar und leicht geöffneten Lippen. Sie habe ihr bisheriges Leben dem Sport gegeben, "und Tennis gab mir ein ganzes Leben zurück".

Ein bisschen melodramatisch, ein bisschen theatralisch, Maria Sharapova wusste, was sie sich und ihrem Image schuldig war. Tennis sei ihr Fels gewesen, hieß es in der Kolumne, "die Täler waren tief, aber die Aussicht von der Spitze war unglaublich".

Nach 28 Jahren in dem Sport sei die frühere Weltranglistenerste nun aber bereit, "neue Gipfel zu besteigen, mich auf einem anderen Terrain als Wettbewerberin zu beweisen".

Sharapova beklagt körperliche Beschwerden

Es seien vor allem körperliche Beschwerden, die die Russin 28 Jahre nach ihren ersten Versuchen mit Ball und Schläger zu diesem Schritt bewogen hätten. Immer wieder sei sie mit denselben Situationen konfrontiert worden: "Hast du genug getan? Bist du gut vorbereitet? Du hattest ein paar Tage Auszeit, dein Körper verliert Spannung. Noch ein Stück Pizza? Besser noch eine Trainingseinheit. Das hinterlässt Spuren."

Und weil die 32-Jährige eben stets so genau in ihren Körper hineingehorcht hat, habe sie auch diese finalen Signale empfangen. Das entscheidende kam bei den US Open 2019, als sie ihre rechte Schulter betäuben musste, um überhaupt spielen zu können: "Mein Körper ist ein Wrack."

Dennoch werde sie die "tägliche Routine vermissen, das Aufstehen im Morgengrauen, meinen linken Schuh vor dem rechten zuzubinden und vor meinem ersten Schlag die Tür zum Platz zu verschließen".

Wimbledon-Titel im Alter von 17 Jahren

2004 in Wimbledon war Scharapowas Stern aufgegangen. Als 17-Jährige stürmte sie damals furios zum Titel, entzauberte im Finale Serena Williams (USA). Scharapowa war eine Erscheinung: 1,85 m groß, blond, ausgestattet mit einer krachenden Vorhand und einem donnernden Aufschlag. 

French Open: Nadal und Djokovic souverän weiter

"La Schara" wurde zum Superstar, gewann als zehnte und bis heute letzte Spielerin alle vier Major-Turniere. Der letzte Erfolg datiert allerdings aus dem Jahr 2014, als sie ihren zweiten French-Open-Titel holte.

Die Doping-Affäre um die Einnahme des verbotenen Mittels Meldonium 2016 und die damit verbundene Sperre schadeten nicht nur ihrem Ruf, sondern auch ihrem Spiel. Sharapova konnte nach ihrem Comeback 2017 nie mehr an alte Erfolge anknüpfen. In der Weltrangliste wurde sie zuletzt nur noch auf Position 373 geführt.

Maria Sharapova häufte ein riesiges Vermögen an

Das Sportliche war aber immer nur eine Dimension von Sharapovas Karriere: Weil die Russin sich auch Geschäfts- und Selbstvermarktungssinn auszeichnete, führte sie elf Jahre hintereinander die Forbes-Liste der am besten verdienenden weiblichen Sportlerinnen an.

Das Vermögen von Maria Sharapova wird auf 200 Millionen Dollar (164 Millionen Euro) geschätzt, zu den 39 Millionen Dollar Preisgeld kommen Einnahmen durch Sponsoren und weitere Projekte wie ihre Süßigkeiten-Firma "Sugarpova" und ihr Investment in die Sonnenschutz-Marke "Supergoop".

Auch der Mann an Sharapovas Seite, der Millionär Alexander Gilkes ist erfolgreicher Unternehmer. Im Dezember 2020 gab sie Verlobung mit dem Briten bekannt. Zuvor hatte Sharapova Basketballer Sasha Vujacic, Tennis-Kollege Grigor Dimitrov und Adam Levine, den Sänger von Maroon 5, als Partner an ihrer Seite.

Mit Sportinformationsdienst (SID)

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