Kühnert: "DFL-Konzept zu sehr in den Himmel gelobt"

SPORT1
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In sechs Tagen soll die Bundesliga nach der Coronapause wieder starten. 

Doch der "Fall Dresden", wo nach zwei weiteren positiven Tests nun die ganze Mannschaft in Quarantäne muss, zeigt, dass der Neustart eine wacklige Angelegenheit ist. 

SPD-Politiker Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, sagte im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1: "Das Hygienekonzept der DFL wird mir zu sehr in den Himmel gelobt. Wenn sie (die Infektion, Anm.d.Red.) festgestellt wird, dann ist sie da. Das kann kein Konzept der Welt verhindern."

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Kühnert: Debatte um Fußball-Sonderrechte befeuert

Kühnert bemängelte weiter: "Ich finde es schwierig, dass wir Schulkinder haben, die Elternzettel ausgeteilt bekommen, dass sie nach Hause geschickt werden, wenn sie die Regeln nicht einhalten. Diese Kinder sehen jetzt zwei Mal die Woche, wie ihre Lieblinge auf dem Rasen stehen und Zweikämpfe führen und Rudelbildungen entstehen."

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Er ergänzte: "Das wird die Debatte befeuern, ob der Fußball Sonderrechte genießt. Und natürlich ist das auch ein Sonderrecht. Es geht um wirtschaftliche Aspekte, es geht ums Überleben der Branche. So geht es vielen Menschen im Land aber gerade auch."

Große Verantwortung für die Gesundheitsämter

Bislang hatte das DFL-Konzept vorgesehen, dass lediglich positiv getestete Personen in Einzel-Quarantäne müssen, während der Rest des Teams weitertrainieren kann. Bei Dynamo Dresden hat das örtliche Gesundheitsamt härtere Maßnahmen verordnet. 

Es gebe im Fußball einen entscheidenden Unterschied zu anderen Bereichen, betonte Kühnert: "In der Bundesliga hängt alles davon ab, dass alle spielen. Sonst kann ich keine Saison zu Ende bringen. Ein Verein ist in der Lage, dass der ganze Spielbetrieb eingestellt werden muss."


Er sieht die Gesundheitsämter in einer großen Verantwortung. "Der politische und öffentliche Druck auf die Gesundheitsämter ist enorm. Dort arbeiten auch Menschen, die Fans von Vereinen sind, vielleicht auch Dauerkarten haben. Diese müssen dann die Entscheidung für einzelne Teams treffen. Ob alle da rationale Entscheidungen treffen, ist die Frage."

Kühnert betonte aber auch, dass er "wertschätze, was die Liga auf den Plan gebracht hat". Dennoch bemängelte er, dass die Liga "nicht inne gehalten" habe. "Das meine ich nicht aus sportlicher Sicht", ergänzte Kühnert. "Ich bin auch Fan und würde gerne Spiele sehen." 

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