Rassismus-Eklat bei Olympia: Üble Entgleisung von Radsport-Funktionär Patrick Moster

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Üble Entgleisung von Radsport-Funktionär Patrick Moster!
Üble Entgleisung von Radsport-Funktionär Patrick Moster!

Üble Entgleisung von Radsport-Funktionär Patrick Moster!

Der Leistungssportdirektor Bund Deutscher Radfahrer (BDR) versuchte Nikias Arndt beim Olympischen Zeitfahren anzufeuern. Die Worte, die er dafür wählte, waren allerdings gänzlich unpassend.

Die Mikrofone fingen ein, wie er Arndt „Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber! Komm!“ hinterherrief. Damit meinte er offenbar die vor dem Deutschen gestarteten Azzedine Lagab (Algerien) und Amanuel Ghebreigzabhier (Eritrea).

Die entsprechende Szene war in der Sportschau der ARD zu sehen.

DOSB-Präsident Hörmann reagiert

DOSB-Präsident Alfons Hörmann reagierte auf SPORT1-Nachfrage: „Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben“, sagte Hörmann.

„Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten“, erklärte Hörmann weiter.

Moster bat nach dem Wettkampf immerhin um Entschuldigung.

„Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte Moster dpa.

ARD-Kommentator Naß verurteilt Aktion von Moster

ARD-Kommentator Florian Naß reagierte sofort während der Übertragung.

„Patrick Moster war derjenige, der da eben gerufen hat. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben, aber mal sowas von daneben. Da fehlen mir die Worte“, meinte Naß.

Der 53-Jährige weiter: „Wenn ich das richtig gehört habe: ‚Hol die Kameltreiber!‘ Sowas hat im Sport überhaupt nichts verloren. Das ist absolut unterirdisch. Pardon, da fällt mir nichts ein. Und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig.“

Der 54 Jahre alte Moster ist seit 2012 Sportdirektor beim BDR.

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