Radsport führt "concussion protocol" ein

SID
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Der Radsport führt ein "concussion protocol" zur Erkennung von Gehirnerschütterungen und anderen Kopfverletzungen ein. Wie der Weltverband UCI am Donnerstag als Ergebnis der Beratungen einer im September eingesetzten Arbeitsgruppe mitteilte, soll den Fahrern die Entscheidung über eine Rennfortsetzung nach Stürzen aus der Hand genommen werden.

Besonders nach schweren Stürzen mit gebrochenen oder gerissenen Helmen sollen die Fahrer sofort einem Arzt vorgestellt werden, ebenso, wenn sie starke Nackenschmerzen haben, Doppelbilder sehen oder sich übergeben mussten.

Häufig und zuletzt wieder bei der Tour de France hatten Profis entschieden, trotz gesundheitlicher Risiken weiterzufahren. Auslöser für die UCI-Untersuchungen war ein Sturz von Romain Bardet während der diesjährigen 13. Etappe der Frankreich-Rundfahrt. "Man hätte mir Handschellen anlegen müssen, um mich vom Aufsteigen abzuhalten", sagte der Franzose danach.

Im Football ist die sofortige Untersuchung möglicher Kopfverletzungen in der NFL Pflicht, Checks Helm gegen Helm werden hart geahndet. Im internationalen Rugby fordern früh an Demenz erkrankte ehemalige Stars derzeit ein Umdenken. Unter anderem kann sich Steve Thompson im Alter von 42 Jahren nicht mehr an seinen WM-Triumph mit England 2003 erinnern.