Kann man immun gegen Gesichtspflege werden?

Jennifer CaprarellaFreie Autorin

Haltet ihr eisern an eurer Lieblingscreme fest oder gehört ihr zu denjenigen, die ihre Pflegeprodukte immer wieder durchwechseln? Schließlich, so heißt es oft, gewöhnt sich die Haut irgendwann an die Inhaltsstoffe, und die Wirkung lässt nach. Doch stimmt das auch?

Lässt die Lieblingscreme irgendwann in ihrer Wirkung nach? (Symbolbild: Getty Images)
Lässt die Lieblingscreme irgendwann in ihrer Wirkung nach? (Symbolbild: Getty Images)

Jeder kennt das Gefühl, die Creme oder das Serum gefunden zu haben, das die Haut wirklich zum Strahlen bringt - doch mit der Zeit lässt die tolle Wirkung scheinbar nach. Wird unsere Haut irgendwann tatsächlich immun gegen Pflegeprodukte?

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An welche Stoffe sich die Haut tatsächlich gewöhnt

Das kann tatsächlich passieren - allerdings ausschließlich bei Pflegeprodukten mit bestimmten medizinischen Inhaltsstoffen, wie die Hautärztin Dr. Marnie Nussbaum der Zeitschrift “Marie Claire” sagt. Bei der Verwendung von Cortison-haltiger Creme für Schuppenflechte oder Dermatitis kann sich demnach tatsächlich ein Gewöhnungseffekt einstellen.

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Bei regulärer Gesichtspflege sei dies nicht zu befürchten. Dass die Wirkung einer Pflege langsam nachlässt, komme einem nur so vor, weil die Haut den Effekt bei der ersten Verwendung am deutlichsten zeigt. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Pflegestoffe ihren Job nicht mehr machen.

Warum man seine Pflege nicht zu oft wechseln sollte

Tatsächlich ist es keine gute Idee, seine Pflegeroutine kunterbunt durchzuwechseln. Dadurch kann es zur sogenannten “Stewardessenkrankheit” kommen, wie Dermatologin Prof. Dr. Tamara Kopp dem Online-Magazin “Woman.at” erklärt. Benannt ist das Phänomen nach Flugbegleiterinnen, die ihre Höhenluft-geplagte Haut mit immer wieder neuen Cremes und Wässerchen aus dem Duty Free Shop traktieren. Die Folge: Reizungen, Unreinheiten und im schlimmsten Fall Ausschläge und Entzündungen.

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Denn ein unüberlegtes “Wirkstoff-Chaos” kann der Haut mehr schaden, als es nützt. “Heutzutage ist es besonders beliebt immer wieder neue Cremen auszuprobieren, weshalb auch immer mehr Personen mit ‘überpflegten’ Hauttypen beim Dermatologen landen”, sagt Prof. Kopp.

Wann wir dennoch eine Veränderung wagen sollten

Eine genaue Richtlinie, wie lange man eine bestimmte Gesichtspflege verwendet, gibt es nicht. Jedoch sollte man sich den Experten zufolge nicht an einer vermeintlichen Immunität orientieren, sondern vielmehr an veränderten Umweltbedingungen oder Hautbedürfnissen.

Bei kaltem Wetter will die Haut beispielsweise intensiver gepflegt werden als im Sommer: Hier macht ein Wechsel von leichter Emulsion auf reichhaltige Fettcreme Sinn. Auch mit dem Alter verändert sich die Haut. War mit 25 noch die reguläre Feuchtigkeitspflege genug, darf es ein paar Jahre später die Anti-Age-Kur sein.

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