"Kasperle-Theater mit Extrawurst" - Vettel sauer auf Alonso

Bianca Garloff
·Lesedauer: 3 Min.

Diese Entscheidung des Automobilweltverbands FIA sorgt kurz vor dem nächsten Grand Prix im Bahrain für Diskussionen. (Formel 1: Der Große Preis von Sakhir, Sonntag, 18.10 Uhr im LIVETICKER).

Denn: Der frühere Formel-1-Doppelweltmeister Fernando Alonso darf nach dem GP von Abu Dhabi (13. Dezember) am Nachwuchsfahrertest teilnehmen. Es ist eine Ausnahmegenehmigung der FIA, weil der Spanier – 2021 zurück im Cockpit des Renault (dann Alpine) – zwei Jahre lang keine Formel 1 mehr gefahren ist.

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Dabei besagt die Regel eigentlich, dass "Fahrer mindestens im Besitz einer nationalen A-Lizenz sein müssen und in ihrer Karriere nicht an mehr als zwei Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen haben dürfen, es sei denn, die FIA entscheidet anderweitig."

Das hat der Weltverband im Fall Alonso getan – und das ruft die Konkurrenz auf den Plan.

Vettel sauer auf Alonso wegen Extra-Behandlung

Allen voran Sebastian Vettel. Der Deutsche, der nach seinem Aus bei Ferrari 2021 für Aston Martin (noch Racing Point) an den Start gehen wird, hätte auch gerne mehr als 1,5 Testtage vor der neuen Saison.

Vettel attackiert die Entscheidung deshalb heftig. "Wieder mal typisch, so ein Kasperle-Theater mit dieser Extrawurst", sagt der Noch-Ferrari-Star am Rande des Rennens in Sakhir in Bahrain. (SERVICE: Fahrerwertung)

Alonso ein Nachwuchsfahrer? Das findet Vettel gar nicht lustig. Denn auch er wäre gerne beim Abu-Dhabi-Test gefahren.

"Auf jeden Fall. Aber ich bin ein wenig verwundert, wie das ganze Thema jetzt so aufkommt. Die Teams hatten sich eigentlich geeinigt, aber nun offenbar doch nicht. Jetzt gibt es wieder Sonderregelungen für alle möglichen Leute", fügte Vettel an. "Ich weiß nicht, wo wir da heute stehen, aber natürlich würde mir ein solcher Test helfen. Ich habe da kein Verständnis."

Und Vettel ist mit seiner Meinung nicht der Einzige. Auch McLaren-Teamchef Andreas Seidl, der mit Daniel Ricciardo ebenfalls einen neuen Piloten verpflichtet hat, ist sauer: "Die FIA kann Ausnahmen nach eigenem Gutdünken erteilen. Aber nur, wenn der Sinn dieses Tests erhalten bleibt, also ein Young-Driver-Test. Da gibt es eigentlich nicht viel zu diskutieren. Fernando ist ein großartiger Formel-1-Fahrer und hat viele Erfolge eingefahren. Ich sehe aber nicht, wie das mit einem Test für junge Fahrer zusammenpasst."

Entscheidung für Alonso direkt von FIA-Boss Todt?

Pikant: Es heißt, dass die Entscheidung pro Alonso direkt von FIA-Chef Jean Todt getroffen worden sei. Die Regel sei laut Renndirektor Michael Masi so angepasst worden, dass nun auch Piloten teilnehmen dürfen, die 2020 kein Rennen gefahren sind. Das trifft auf Alonso zu und auch auf Robert Kubica, der für Alfa Romeo fahren soll.

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul kann die ganze Aufregung nicht verstehen: "Das ist wieder mal der Versuch, bis in die kleinsten Ebenen hinein Spiele zu spielen."

Gerade Racing Point solle sich nach der Kopieräffäre zurückhalten. Ein Protest bei der FIA sei "reinste Ironie", sagte der Franzose, da man ja wisse, "das sie mit einem illegalen Auto fahren."

Viel Ärger um einen einfachen Nachwuchs-Test…