Wie Kauczinski die Dynamos wieder zum Laufen bringt

Markus Höhner
·Lesedauer: 3 Min.

Glückwunsch an den Wintermeister! Durch den Sieg am Samstag in Köln ist Dynamo jetzt seit acht Spielen ungeschlagen und holte dabei sieben Siege. Seit einigen Wochen setzt der Zweitliga-Absteiger klare Signale für konstanten Erfolg und eine sehr berechtigte Hoffnung für den direkten Wiederaufstieg. Das war im Saisonverlauf nicht immer so. (Tabelle der 3. Liga)

Die Mannschaft von Markus Kauczinski tat sich anfangs schwer in dieser dritten Liga und stand nach bitteren Niederlagen gegen Bayern II, Zwickau und Ingolstadt zwischenzeitlich nur im tabellarischen Mittelfeld.

Es brauchte offensichtlich diese ersten Misserfolge, um die Erkenntnis zu erlangen, dass man auch als Favorit in dieser Spielklasse Physis und defensive Stabilität als Grundlage braucht. Und so fand Kauczinski nach dem 10. Spieltag den Schlüssel zum Umschwung.

"Audiobeweis", der Drittliga-Podcast auf SPORT1 mit Markus Höhner, Thomas Wagner, Tobi Schäfer und Yannick Bakic - alles über den ehrlichsten Fußball im Profigeschäft: die 3. Liga!

Hartmann stabilisiert Dresden

Mit der Rückkehr des zuvor verletzten Marco Hartmann stellte der Chefcoach um auf Dreier-Kette, mit Hartmann als zentralem Chef. Die Defensive stand prompt stabil, Kapitän Sebastian Mai wirkte im neuen taktischen Verbund befreit. In den folgenden sechs Spielen kassierte Dresden in der neuen Grundordnung ganze zwei Gegentore. Und der Lauf schaffte ein neues Selbstverständnis.

Als dann nämlich ausgerechnet die zwei Abwehr-Stabilisatoren Mai und Hartmann ausfielen, befürchtete so manch einer, dass es nun wieder schwieriger werden würde für Dynamo. Aber Kevin Ehlers und Robin Becker rückten nach und spielten als Teile der neuen Dreier-Kette in Halle den nächsten Sieg ins Ziel.

Gegen Verl wagte Kauczinski dann wieder die Umstellung auf Viererkette. Auch so blieb Dynamo siegreich auf Kurs, wenn auch mit einer Portion Glück. Das 4:1 gegen den Aufsteiger war deutlich enger, als es die Zahlen ausdrücken. (Spielplan der 3. Liga)

Dynamo-Trainer Kauczinski zeigt Mumm

Aber eben das ist ein wesentlicher Teil der Dresdner Stabilität. Trotz der verletzten Abwehr-Säulen, trotz schwieriger Spiel-Entwicklungen: Dynamo hat die Ruhe, Wucht und Kaderbreite, um trotzdem zu punkten. So auch am Samstag in Köln. (3. Liga Pur: Immer Montags im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

Vom Schiedsrichter benachteiligt lagen die Sachsen zurück und waren die schwächere Mannschaft. Aber die Ruhe ging nie verloren. Und sie kamen, jetzt auch mit Schiedsrichter-Glück, zurück.

Wille und Selbstvertrauen waren unübersehbar, auch der Trainer agierte mit Mumm. Bei 2:2 zog Kauczinski mit Angreifer Pascal Sohm seinen Joker, und der nutzte zwei gute Momente und schoss Dynamo mit seinem Doppelpack zum Sieg. Es war beileibe kein perfektes Spiel vom Wintermeister, aber eine Demonstration von guter Kaderbreite, Selbstvertrauen und Effizienz.

Markus Höhner, der Autor dieses Textes, wechselte 2003 von ran SAT1 Fußball zum damaligen DSF. Er kommentierte viele Jahre die Montagsspiele der zweiten Liga und war über zehn Jahre Nationalmannschafts-Reporter. Für SPORT1 kommentierte er die Spiele der UEFA Europa League, aktuell kommentiert er die Bundesliga-Zusammenfassungen und die Livespiele des DFB Pokals. Höhner kommentiert zudem die Spiele der 3. Liga für MagentaSport und ist Teil des Podcasts "Audiobeweis - der 3. Liga Podcast".