Keine Ausnahme für Semenya: IAAF reagiert erleichtert

SID
Keine Ausnahme für Semenya: IAAF reagiert erleichtert
Keine Ausnahme für Semenya: IAAF reagiert erleichtert

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat erleichtert auf die Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts reagiert, wonach die "Testosteron-Regel" auch wieder für Olympiasiegerin Caster Semenya gilt. Die Anordnung schaffe "die notwendige Gleichheit und Klarheit für alle Athletinnen", die sich auf die kommende WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) vorbereiten.
Im weiteren Verlauf des Verfahrens will die IAAF weiter für "ihren Standpunkt" kämpfen, dass der Sport ein gesellschaftlicher Bereich sei, in dem die "Biologie gegenüber der Geschlechtsidentität in den Vordergrund" gestellt werden müsse. Die "Testosteron-Regel" sei ein "notwendiges, vernünftiges und angemessenes Mittel, um einen fairen und bedeutungsvollen Wettbewerb" herzustellen.
Auch Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), unterstrich, dass grundsätzlich "die Chancengleichheit im Frauensport gewährleistet sein muss". Von der Regelung betroffene Athletinnen wie Semenya hätten in einigen Wettbewerben "einen unstrittigen und unverhältnismäßigen Vorteil" gegenüber den Konkurrentinnen.
Die Einführung von Testosteron-Grenzwerten in der Frauen-Leichtathletik steht für den DLV deshalb "nicht für die Diskriminierung einzelner Athletinnen, sondern für die Wahrung der Chancengleichheit im Frauensport insgesamt. Wie schwierig der Sachverhalt ist, zeigt die Tatsache, dass seit mehr als zehn Jahren darüber geforscht und diskutiert wird. Ein Richtig oder Falsch wird es in diesem Zusammenhang wohl nie zu 100 Prozent geben."
Zudem schlug Kessing einen neuen Weg im Umgang mit Athletinnen wie Semenya vor. "Denkbar wäre für uns auch eine integrative Lösung ähnlich wie in der deutschen Leichtathletik und Para-Leichtathletik, bei der Athletinnen gemeinsam starten, aber getrennt gewertet werden", sagte er.
Das Schweizer Bundesgericht hatte am Dienstagabend entschieden, die provisorische Aufhebung der umstrittenen Regel für Semenya wieder zu kippen. Die Südafrikanerin müsste ihren Testosteron-Spiegel mit Medikamenten senken, um nun auf den Strecken zwischen 400 m und der Meile bei den Frauen antreten zu dürfen. Dies lehnte die 28-Jährige bisher strikt ab, weshalb sie ihren Titel in Doha wohl nicht verteidigen wird.
Über Semenyas grundsätzliche Beschwerde gegen die Testosteron-Regel hat das Bundesgericht noch nicht entschieden.






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