Kevin Magnussen: "Hatte Möglichkeiten, in der Formel 1 zu bleiben"

Stefan Ehlen
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Er spricht im Plural und in der Vergangenheit. Und das klingt so bei Kevin Magnussen: "Ich hatte Optionen, um in der Formel 1 zu bleiben." Und das erweckt den Anschein, dass es eben diese Möglichkeiten inzwischen nicht mehr gibt, weil die betreffenden Cockpits anderweitig vergeben wurden. Details aber nennt Magnussen nicht.

Er spricht lediglich von "Optionen, die nicht mehr verfügbar sind", (Übersicht: Welche Cockpits für 2021 noch zu haben sind!) beteuert andererseits aber, wie sehr er es vermisse, in einer Meisterschaft eine tragende Rolle zu spielen. "Letzteres ist schon sehr wichtig für meine Zukunftspläne", so sagt er.

"Mir fehlt es einfach, Rennen zu gewinnen. Ich will künftig wieder in einer Position sein, in der ich schnell sein und Rennen und Titel gewinnen kann", erklärt er. So wie zum Beispiel 2010 in der deutschen Formel 3, die er als Dritter beschloss, oder 2011 in der britischen Formel 3 mit Platz zwei oder 2013 in der Formel Renault 3.5, in der er den Gesamtsieg erzielte.

Magnussen: Interesse an Nicht-Formel-1-Projekten

In der Formel 1 ist es ihm in bisher über einhundert Rennen für McLaren, Renault und Haas nicht gelungen, an diese Form anzuknüpfen. Und nun sagt Magnussen: "Ich will nicht um jeden Preis in der Formel 1 bleiben. Außerdem will ich meine Karriere weiterbringen, Fortschritte machen."

"Unterm Strich war ich nun sieben Jahre in der Formel 1, auf der Jagd nach Erfolg. Und ich will so weitermachen, nicht einen Rückschritt machen." Deshalb beschäftige er sich auch mit Angeboten von außerhalb der Grand-Prix-Szene, "die ebenfalls interessant geklungen haben". Doch auch hier: keine Details.

Ob er sich denn auch mit der Rolle des Ersatzfahrers begnügen würde, um weiter in der Formel 1 aktiv sein zu können? "Kommt drauf an", sagt Magnussen. "Ich weiß es nicht."

Steiner: Magnussen hat Formel-1-Format

"Ich war ja schon mal Ersatzfahrer. 2015 fuhr ich keine Rennen, als ich der Reservist bei McLaren war. Das war schon hart. Als Rennfahrer will ich ja schließlich Rennen fahren. Und ich muss Rennen fahren, um motiviert und glücklich zu sein. Das hat also Priorität, irgendwo ein konkurrenzfähiges Cockpit zu finden."

Haas-Teamchef Günther Steiner, der Magnussen 2021 nicht erneut beschäftigen will, hält den Dänen "absolut" für Formel-1-tauglich und meint: "Ich glaube, er ist gut genug." Und Magnussen sei in den vergangenen vier Jahren bei Haas auch "enorm gereift".

Das begründet Steiner so: "In den ersten zwei Jahren, da gab es diese Symptome, nachdem er zwei Mal von Teams gefeuert worden war. Da war er immer etwas nervös. Er ist deutlich ruhiger geworden. Wenn da etwas passiert, bringt ihn das nicht mehr so leicht aus der Balance."

Grosjean: Testfahrer ja, nein, vielleicht?

Warum Magnussen am Ende vielleicht ohne Formel-1-Beschäftigung dastehen könnte, das liege nicht etwa an mangelndem Talent, sondern an der geringen Anzahl von Formel-1-Cockpits.

Letzteres muss auch Magnussens Noch-Teamkollege Romain Grosjean erfahren. Er "schließe es nicht aus", einen Job als Formel-1-Testfahrer anzunehmen, meint er. "Es wäre nicht meine präferierte Variante, aber bei der aktuellen [Coronavirus-] Situation könntest du je nach Team eine Chance auf ein Rennen kriegen, selbst wenn du Ersatzfahrer bist."

"Es ist also kein Nein von meiner Seite", sagt Grosjean. "Ich müsste aber lange darüber nachdenken. Ich war schon 2009 Ersatzfahrer und fand es schwierig, zur Rennstrecke zu fahren, ohne dort Rennen bestreiten zu können. Ich sage also weder Nein noch Ja."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.