Kevin Schwantz: MotoGP ist deutlich spannender als die 500er-Ära damals

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Überrundungen und weit auseinander gezogene Fahrerfelder waren in der 500er-Ära keine Seltenheit. Im Vergleich zur modernen MotoGP gab es zwischen den Werkspiloten der Spitzenfahrer und den Bikes der Privatfahrer deutlich größere Unterschiede. Deshalb trauert Kevin Schwantz den 500ern nicht hinterher und schwärmt von der modernen Viertaktära.

"An der Spitze geht es viel enger zu. Man hat jetzt meistens 24 Bikes innerhalb von zweieinhalb Sekunden. Damals bei den 500ern war es viel weiter auseinander gezogen", blickt Schwantz im Gespräch mit 'MotoGP.com' zurück.

"Die beiden ersten Startreihen wurden von etwa einer oder eineinhalb Sekunden voneinander getrennt. Es scheint, als ob in der Ära der Elektronikhilfen alle enger beieinander liegen, vor allem im Qualifying. In den Rennen ist es manchmal weiter auseinander gezogen", bemerkt Schwantz.

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"Doch diese Fahrer haben es nicht leicht. Eine Zehntelsekunde im Qualifying kann drei oder vier Startplätze zur Folge haben. Da nur noch drei Fahrer in einer Startreihe stehen, hat man dann einen recht großen Nachteil, den man kompensieren muss", erklärt der 500er-Weltmeister von 1993.

Kevin Schwantz genießt die engen Duelle in der modernen MotoGP-Ära

Kevin Schwantz genießt die engen Duelle in der modernen MotoGP-Ära <span class="copyright">LAT</span>
Kevin Schwantz genießt die engen Duelle in der modernen MotoGP-Ära LAT

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Auch die Fahrstile haben sich über die Jahre stark verändert. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Piloten lediglich mit ihrem Gesäß zur Kurvenmitte lehnten. "Damals saß man mehr mittig auf dem Motorrad, um Traktion aufzubauen. Durch die Elektronik geht es darum, wie weit man sich neben das Motorrad hängen kann", vergleicht Schwantz.

"Das einzige Mal, als ich mit meinem Ellbogen auf den Boden kam, war bei Stürzen", scherzt der US-Amerikaner. "Es hat sich vieles verändert. Das macht den Motorradsport aus. Es geht darum, das schnellste und konstanteste Motorrad zu haben. Danach streben alle Hersteller."

Schwantz ist von der Dichte des Fahrerfelds begeistert: "Das Feld ist richtig stark besetzt. Die absoluten Spitzenfahrer können sich dennoch durchsetzen. Deshalb sieht man immer wieder die gleichen Fahrer ganz oben, egal ob Rins, Marquez, Dovi oder Rossi und Vinales. Diese Fahrer sind konstant vorne zu finden, auch wenn sie mal ein schlechtes Qualifying haben."

"Derjenige Fahrer, der ein bisschen mehr Selbstvertrauen hat, kann sich im Laufe eines Rennens besser durchsetzen und an die Spitze gelangen. Damals, wenn es mit einer 500er schlecht lief, dann war es aussichtslos. Da hätte auch der beste Fahrer der Welt nichts ausrichten können", erinnert sich die Startnummer 34.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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