Kimmich exklusiv: "Gladbach wird ein großer Konkurrent"

Er ist der Senkrechtstarter beim FC Bayern und wurde gerade in das vorläufige EM-Aufgebot berufen: Joshua Kimmich. Ein Exklusiv-Interview mit Yahoo Sport über das Pokalfinale gegen den BVB, Renato Sanches - und Kimmichs Lieblingsposition.

Joshua, wie hast Du die letzten Nächte schlafen können .... ?

Sehr gut .

Du ahnst, wourm es geht ... wie kommentierst Du die Wechsel von Mats Hummels und Renato Sanches zum FCB Bayern? Die beiden bekleiden Deine Positionen auf dem Feld ...

So ist es halt, wenn man bei Bayern München spielt. Es wird immer so sein, dass die Bayern jedes halbe Jahr Hochkaräter einkaufen. So läuft das Geschäft, mir ist das egal.

Gegen Benfica hast Du gegen Renato Sanches gespielt. Wie schätzt Du ihn ein?

Gegen uns hat er zwei gute Spiele gemacht. Aufgefallen ist mir, dass er ein Kämpfertyp ist und sehr viel läuft, er ist aber auch am Ball stark. Mit seinen 18 Jahren hat er sehr mutig gespielt und hat sich viel zugetraut. Das ist ein guter Spieler, der gut zu Bayern passt.

Pep Guardiola hat Dich groß gemacht. Was bleibt haften von ihm?

Er hat mir die Chance bei Bayern gegeben, nicht nur dabei zu sein, sondern auch wirklich zu spielen. Und das auch in Spielen, wo es für uns um Alles ging – so wie im Champions-League-Achtel- oder –Viertelfinale. Oder in den wichtigen Bundesliga-Spielen gegen Dortmund.

Hattest Du schon Kontakt zu Carlo Ancelotti? Hast Du eine Ahnung, auf welcher Position er mit Dir plant?

Nein, ich hatte noch keinen Kontakt. In erster Linie sehe ich mich als defensiven Mittelfeldspieler, das ist schon meine Lieblingsposition. Aber wenn der neue Trainer einige Spiele von mir gesehen hat, dann weiß er, dass ich kein Problem damit habe, auch auf einer anderen Position zu spielen. Hauptsache, ich stehe auf dem Platz.

Du bist immer noch relativ neu bei den Bayern. Was musstest Du tun, um Dich durchzusetzen? Wie wird man hier wahrgenommen als „Anfänger“? 

Ich wurde von Anfang an positiv aufgenommen. Natürlich werde ich mittlerweile in der Mannschaft immer mehr akzeptiert, nachdem ich einige Spiele gemacht habe und fast ein Jahr mit dem Team trainiert hat. Man lernt sich besser kennen, kann den jeweiligen Typ besser einschätzen und zeigt den anderen auch, dass man Qualitäten besitzt. Die anderen müssen sehen, dass man will, dass man immer Gas gibt. Irgendwann wird man dann auch akzeptiert.

Wie lenkst Du Dich ab vom Fußball. Gibt es andere sportliche Hobbys?

Ich gehe gerne Badminton oder Tennis spielen. Badminton ist ganz schön anstrengend. Als ich das erste Mal spielen war, hatte ich eine Woche ordentlichen Muskelkater. Da lernt man Dinge, die man auch im Fußball ganz gut brauchen kann.

Das Pokalfinale gegen BVB steht an: Zählt der Pokalsieg gegen den großen Rivalen mehr als die Meisterschaft?

Die Meisterschaft ist die Belohnung für ein ganzes Jahr, 34 Spiele musst du konstant deine Punkte einfahren. Im Pokal kann man dagegen mit ein wenig Losglück und einer guten Tagesform immer weiterkommen. Die Meisterschaft ist die tägliche Arbeit, sie ist am schwersten von allen Titeln zu gewinnen. Dennoch ist das Pokalfinale gegen Dortmund für die Fans etwas Besonderes, es gibt nichts Schöneres. Das perfekte Spiel, das wir auf jeden Fall gewinnen wollen.

Ist der BVB in der nächsten Saison wieder der große Rival? Hast Du noch andere Teams auf dem Schirm?

In der nächsten Saison werden die Gladbacher eine gute Rolle spielen, die haben eine super Truppe. Dortmund schätze ich wieder sehr stark ein, der Abgang von Mats Hummels wird ihnen weh und uns gut tun. Hummels ist einer der besten Innenverteidiger der Welt, Weltmeister – da kann man sich sicher wieder einiges abschauen.

Im Sommer geht es in die USA. Wie groß ist die Vorfeude? Warst Du schon mal drüben?

Ich war noch nie in den USA, von daher ist schon Vorfreude da. Allerdings weiß ich wegen der möglichen Olympia-Vorbereitung noch nicht, ob es klappt. Freuen würde ich mich auf „Übersee“. Ich war schon bei der China-Reise dabei und das sind Lebenserfahrungen, die man sammelt und die einem auch keiner mehr nimmt.

Verfolgst Du die Liga in Amerika? 

Eher nicht. Während meiner Zeit bei RB Leipzig hatte ich natürlich zu New York und den dortigen Partnerclub einen gewissen Bezug, da habe ich mir einige Ausschnitte angesehen. Aber komplette Spiele schaue ich mir eher weniger an.

Könntest Du Dir vorstellen, eines Tages in die MLS zu wechseln? 

Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber am Ende einer Karriere, wenn man die Wahl zwischen der MLS und Katar hätte, würde mich die MLS sicher mehr reizen.