Welche Lehren zieht Löw aus dem Lahm-Notfall?

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Welche Lehren zieht Löw aus dem Lahm-Notfall?
Welche Lehren zieht Löw aus dem Lahm-Notfall?

Sowohl beim FC Bayern als auch im DFB-Dress ist Joshua Kimmich im zentralen defensiven Mittelfeld zu einer festen Größe geworden. Bei der Europameisterschaft könnte der 26-Jährige mangels Alternativen aber wieder auf der rechten Abwehrseite auflaufen. Bereits im letzten Testspiel am vergangenen Montag gegen Lettland stellte Bundestrainer Joachim Löw Kimmich nach rechts. (EM 2021: Frankreich - Deutschland im LIVETICKER, Di. ab 21 Uhr im LIVETICKER)

"Jo hat das sehr gut gemacht. Er hat das Format eines Philipp Lahm", sagte Löw anschließend über Kimmich. Denn der ehemalige Kapitän wurde beim WM-Titel 2014 auch vom Mittelfeld in die Abwehr zurückbeordert und sorgte für Stabilität.

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Bis zum Viertelfinale gegen Frankreich (1:0) ließ Löw Lahm noch auf der Sechs spielen. Damals stellte der Cheftrainer klar, dass Lahm nur auf der rechten Abwehrseite spielen werde, "falls wir ein akutes Problem im Spiel bekommen sollten und ich sage: Okay, jetzt ist Philipp Lahm gefordert, der viel Druck nach vorne entfalten kann".

Rechtsverteidiger Lahm? Ein Notfallszenario

Lahm auf der rechten Abwehrseite: Das war seinerzeit nur ein Notfallszenario: "Wir müssen verhindern, dass der Notfall eintritt", beteuerte Löw. (SERVICE: Der Spielplan der EM)

Im ersten Spiel gegen Portugal (4:0) am 16. Juni in Salvador startete Lahm wenig überraschend im zentralen Mittelfeld. Vor ihm agierten Toni Kroos und Sami Khedira. Bastian Schweinsteiger war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fit und musste mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen.

In der zweiten Begegnung gegen Ghana (2:2) änderte Löw nichts an der Aufstellung. Selbst als Jérôme Boateng, der damals die rechte Abwehrseite besetzte, verletzt ausgewechselt werden musste, blieb Löw bei seiner Lahm-Entscheidung.

Löw überrascht mit Mustafi

Stattdessen erhielt Shkodran Mustafi die Chance in der Viererabwehrkette. Nutzen konnte er diese jedoch nicht. Vor dem wichtigen Spiel gegen die USA (1:0) forderten bereits Experten und Fans, Lahm solle wieder hinten spielen, da er selbst im Mittelfeld auch nicht mit guten Leistungen voranging. Gegen Ghana leitete er mit einem Fehlpass den Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 ein.

Selbst beim Kantersieg über die Portugiesen hatte sich der Münchner ungewohnte Schwächen geleistet. Die Mittelfeldzentrale gestaltete sich gegen die USA zwar anders, doch Lahm führte die DFB-Elf erneut als Sechser an. Schweinsteiger kehrte dabei in die Startelf zurück und verdrängte Khedira.

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Achtelfinale bringt Löw zum Umdenken

Die Achtelfinal-Partie gegen Algerien sorgte letztlich für ein Umdenken beim Bundestrainer. Mit Ach und Krach setzte sich Deutschland mit 2:1 nach Verlängerung durch. Vor der Partie überraschte Löw einmal mehr.

Für den erkrankten Mats Hummels baute Löw auf Boateng in der Innenverteidigung und auf den überforderten Mustafi hinten rechts, der sich in der zweiten Halbzeit jedoch einen Muskelbündelriss zuzog. (Tabelle & Gruppen der EM 2021)

Löw war nun gezwungen zu reagieren und stellte Lahm auf seine angestammte Position zurück. Und was passierte? Die Probleme hörten schlagartig auf. Lahm verlieh der Mannschaft große Sicherheit. Nicht unbedingt überraschend, galt der damals 30-Jährige doch als bester Rechtsverteidiger der Welt.

Lahm überzeugt als Rechtsverteidiger

Mit Spannung war vier Tage später die Aufstellung von Löw gegen die Franzosen erwartet worden. Spielt Lahm wieder auf der rechten Abwehrseite? Bereits am Abend vor dem Spiel hatte Löw mit einer Aussage aufhorchen lassen: "Es gibt nie Entscheidungen, die für ewig zementiert sind."

Lahm startete im Viertelfinale (endlich) wieder auf seiner Position. Mit überragenden Vorstellungen überzeugte Lahm nicht nur gegen die Équipe Tricolore, sondern später auch im Halbfinale gegen Brasilien (7:1) und im Finale, als Deutschland in der Verlängerung Argentinien mit 1:0 niederrang und sich im Maracana zum Weltmeister krönte.

Ob sich Löw nun daran erinnert und Kimmich wie Lahm für den Titel auf die rechte Seite stellt? Und das womöglich sogar zu Beginn des Turniers? Die Wahrscheinlichkeit ist groß.

Doch noch pokert der Bundestrainer.

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