Klopp macht Johnson schwere Vorwürfe

Tobias Wiltschek
Sport1

Auch wenn für ihn und sein Team am heutigen Sonntag die Premier-League-Saison weitergeht, kreisen die Gedanken von Jürgen Klopp nicht nur um sportliche Dinge.

Zu sehr beschäftigt ihn nach wie vor die Krise, die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöst wurde. In dem Zusammenhang richtete der Trainer des FC Liverpool harte Worte an den britischen Premierminister Boris Johnson.

"Ich habe mir nicht eine Sekunde darum Sorgen gemacht, dass die Regierung uns den Titel streitig machen will. Ich habe mir aber wohl Sorgen um die Zahl der Toten gemacht - und das beunruhigt mich immer noch", sagte Klopp vor dem Restart der Reds beim FC Everton. (Premier League: FC Everton - FC Liverpool, So. ab 20 Uhr im LIVETICKER)

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Klopp zieht Vergleich zu Deutschland

Er habe diese Regierung nicht gewählt, das seien andere gewesen, so Klopp weiter: "Ich habe aber die Nachrichten in England und Deutschland verfolgt", sagte der gebürtige Stuttgarter und legte mit einem Vergleich nach: "Wenn Aliens auf unsere beiden Länder schauen würden, könnten sie denken, dass wir auf unterschiedlichen Planeten wohnen würden."

Die Johnson-Regierung habe viel zu spät die geeigneten Maßnahmen ergriffen, kritisierte Klopp: "Ich kann nicht verstehen, warum wir er erst seit dem 15. Juni in geschlossenen Gebäuden Masken tragen und nicht schon seit fünf oder sechs Wochen, als alle anderen Länder damit angefangen haben."


Klopp fühlt sich "wie ein Außerirdischer"

Die Wahrheit sei, dass in diesen Ländern die Opferzahlen niedriger seien.

Um die Kritik an der konservativen Regierung zu illustrieren, führte er einen weiteren Vergleich an.

"Wenn man in Deutschland in einen Laden kommt und keine Maske trägt, darf man nicht rein. Mit Maske darf man überall hinein. Wenn ich in England in den Laden einer Tankstelle gehe, trage ich Maske und Handschuhe. Ich bin da aber der Einzige - und fühle mich dabei wie ein Außerirdischer."

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