Kollision in Kurve 1: Ricciardo entschuldigt sich bei Renault

Maria Reyer
·Lesedauer: 3 Min.

Renault muss sich im Grand Prix der Türkei mit nur einem WM-Punkt begnügen - Daniel Ricciardo wird Zehnter, Pechvogel Esteban Ocon verpasst die Punkteränge auf Platz elf. Die Teamkollegen waren nach einem guten Start selbst an ihrem Unheil beteiligt, kollidierten sie doch schon in der ersten Kurve ...

"Ich bin geflogen am Start, das war brillant", beginnt Ocon seine Analyse. "Das war wohl der beste Start in diesem Jahr." Er konnte sich hinter den Racing-Point-Piloten auf dem dritten Platz einreihen, doch schon in Kurve 1 platzte sein Traum. Ausgerechnet Teamkollege Ricciardo drehte ihn ins Abseits.

"Das war einfach ein sehr unglücklicher Zwischenfall in Kurve 1. Lewis war auf der Innenseite von Daniel und er öffnet die Lenkung ein wenig. Danach hat er mich im Heck berührt." Ricciardo war im Sandwich zwischen Hamilton auf seiner linken Seite und Ocon auf der Außenbahn rechts eingeklemmt.

Ocon dachte, dass ihn Bottas zweimal erwischt hat ...

Mit seinem rechten Vorderrad berührte er das linke Hinterrad seines Garagennachbarn nur leicht, doch das reichte für Ocons Dreher aus. Da der R.S.20 des Franzosen bei dem Zwischenfall nicht beschädigt wurde, nahm er kurz daraufhin wieder Fahrt auf und reihte sich auf Platz 14 hinter den AlphaTauri-Piloten ein.

Doch das war noch nicht alles: In Kurve 9 versuchte Valtteri Bottas, der sich ebenso in Kurve 1 gedreht hatte, übermütig am Franzosen vorbeizugehen. Der Finne bremste aber viel zu spät auf der Innenbahn und kegelte Ocon daher ein zweites Mal von der Bahn.

"Bottas ist jetzt zweimal in mich reingekracht. Unfassbar!", funkte er kurz danach aufgebracht. Fälschlicherweise schob er dem Mercedes-Piloten auch die Schuld für seinen ersten Dreher zu. "Valtteri hat mich dann in Kurve 9 erwischt, da er den Bremspunkt verpasst hatte - also zweimal das Gleiche", analysiert Ocon nach dem Rennen.

<span class="copyright">Andy Hone / Motorsport Images</span>
Andy Hone / Motorsport Images

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Sein Start von Platz fünf sei ebenso sehr gut gewesen, er fand danach aber nicht die perfekte Lücke. "Esteban ist ebenso gut reingekommen auf der Außenseite und Lewis war innen. Ich war daher ein wenig im Sandwich eingeklemmt, das war schade."

Danach konnte sich Ricciardo auf Rang sieben hinter den Red-Bull-Piloten einreihen. "Wir hatten keine konstante Pace im Rennen, das war das größte Problem", erklärt er. "Als mir mein Renningenieur sagte, dass ich der schnellste Mann auf der Strecke sei, waren die Reifen zwei Runden später einfach komplett tot."

Nur zu Rennmitte fühlte er sich wohl im Renault, bei "wahren Intermediate-Bedingungen". Zu Beginn mit dem vielen Wasser auf der Strecke und dem Aquaplaning sei es hingegen "extrem" gewesen. Er habe sich nicht schnell gefühlt.

Renault im WM-Kampf nur noch auf P5

Ebenso am Ende des Rennens, als die Strecken zusehends auftrocknete. "Ich bin nur auf die paar Runden zu Rennmitte wirklich stolz heute, leider." Am Ende baute er im Duell gegen Lando Norris außerdem noch einen Dreher ein, der ihn schließlich auf Platz zehn spülte.

Hätte ein Wechsel auf Trockenreifen geholfen? "Ich habe darüber nachgedacht. Aber an manchen Stellen war einfach noch zu viel Wasser auf der Strecke." Daher hat er davon schließlich auch abgesehen. "Wenn man dann den Slick nicht wirklich pusht, dann verliert er so schnell Temperatur, das war schon am Freitag schwierig."

Aufgrund der mageren Ausbeute ist Renault im Kampf um WM-Rang drei nun ein wenig zurückgefallen. Drei Rennen vor Saisonende belegen die Franzose Platz fünf (136 Punkte), hinter McLaren (149) und Racing Point (154).

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.