Kolumne: Wie NASCAR den Motorsport in die "neue Normalität" geführt hat

Charles Bradley
motorsport.com

Es hätte eine Menge schiefgehen können, als NASCAR als erste hochkarätige Motorsport-Rennserie seit Ausrufung der Coronavirus-Pandemie wieder ein Rennen abhielt. Doch schiefgegangen ist es nicht.

Glücklicherweise verlief die Rückkehr der NASCAR Cup Series am Sonntag in Darlington reibungslos. Es wurde ein großartiges Rennen mit einigen fantastischen Zweikämpfen geboten und es gab einiges an Storys, von denen in Verbindung mit COVID-19 keine einzige über das Offensichtliche hinausging.

NASCAR-Geschäftsführer Jim France meldete sich in Darlington persönlich

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NASCAR-Geschäftsführer Jim France meldete sich in Darlington persönlich <span class="copyright">LAT</span>
NASCAR-Geschäftsführer Jim France meldete sich in Darlington persönlich LAT

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Alle Anwesenden mussten sich bei ihrer Ankunft an der Strecke einer kontaktlosen Temperaturmessung auf mögliches Fieber hin unterziehen und erhielten zudem ein medizinisches Formular, das sie ausfüllen mussten. Wie sich herausstellte, lagen alle Messwerte unter dem Grenzwert. Es gab also keine Anzeichen von Fieber. Der Prozess verlief für die mehr als 900 Personen vor Ort reibungslos.

Sieger Kevin Harvick beim - alleinigen - Feiern in der Victory Lane

Sieger Kevin Harvick beim - alleinigen - Feiern in der Victory Lane <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Sieger Kevin Harvick beim - alleinigen - Feiern in der Victory Lane NASCAR Media

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Eine treibende Kraft hinter der schnellen Rückkehr von NASCAR auf die Rennstrecke war natürlich das Fernsehen. Dass ausgerechnet Fox der übertragende Sender war, hatte durchaus eine gewisse Ironie, wenn man an die etwas kurzsichtige Berichterstattung des hauseigenen Nachrichtensenders über das Thema Coronavirus denkt.

In Darlington hatte Fox eindeutig das absolute Minimum an Personal vor Ort, um die Übertragung zu bewältigen. Das ausgezeichnete Kommentatorenteam (Mike Joy und Jeff Gordon) saß im Studio in Charlotte, aber abgesehen von einer deutlich kürzeren Pre-Race-Show und auch der Tatsache, dass es nach dem Rennen keine Interviews gab, hätte man das gar nicht vermutet. Aufgrund der zahlreichen Gelbphasen wurde die geplante Übertragungszeit ohnehin überzogen.

FOTOS: The Real Heroes 400 in Darlington

Ich selbst habe während des Shutdowns die von Fox produzierten E-Sport-Events sehr genossen. Dank dieser Veranstaltungen ist meine Frau jetzt ein großer Fan von Clint Bowyer, da ihr seine Kommentare während dieser Art von Rennen so gut gefallen haben! Sie war sogar enttäuscht, dass sie ihn im echten Rennen am Sonntag nicht hören konnte. Vielleicht sollte Clint bei künftigen Rennen einen Twitch-Stream mit seiner Onboard-Kamera und dem Funkverkehr anbieten? Das würde ihr jedenfalls gefallen...

NASCAR tritt bis auf Weiteres mit strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen auf

NASCAR tritt bis auf Weiteres mit strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen auf <span class="copyright">NASCAR Media</span>
NASCAR tritt bis auf Weiteres mit strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen auf NASCAR Media

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"An diesem Wochenende ein Rennen durchzuführen, war nicht einfach", so Keselowski. "Das sagt sich leicht, aber Tatsache ist, dass viele Dinge zusammenkommen müssen. Ich bin wahrscheinlich einer der ersten, der NASCAR in vielen Dingen kritisiert und das normalerweise zu Recht. Aber in diesem Fall verdienen sie einen richtig großen Klaps auf die Schulter."

"Sie haben sich den Hintern aufgerissen, haben eine Menge unterschiedlicher Faktoren zusammengebracht und haben es möglich gemacht", so Keselowski und weiter: "Wenn ich manchmal über die Geschichte des Sports nachdenke und auf einige der anderen Entscheidungsträger der vergangenen 100 Jahre zurückblicke, fragt man sich schon, warum sie sich nicht gehalten haben und warum NASCAR sich gehalten hat."

Start zum The Real Heroes 400 in Darlington: Brad Keselowski führt

Start zum The Real Heroes 400 in Darlington: Brad Keselowski führt <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Start zum The Real Heroes 400 in Darlington: Brad Keselowski führt NASCAR Media

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"Wenn ich mit einigen der Teambesitzer in unserem Sport spreche, erinnern sie sich an ähnliche Momente aus der Vergangenheit, als einige Entscheidungsträger gute Entscheidungen trafen und andere nicht. Diejenigen, die gute Entscheidungen trafen, hatten Bestand", so Keselowski, der von einem "richtig großen Moment" spricht.

"NASCAR hat einige wirklich schwierige Entscheidungen getroffen, hat viele unterschiedliche Beteiligte zusammengebracht und hat einen Weg gefunden, es zu verwirklichen und dieses Rennwochenende trotz zahlreicher Hindernisse zu ermöglichen. Aus diesem Grund glaube ich, dass sich NASCAR halten wird. Dieser Sport wird sich gut entwickeln. Es war ein richtig großer Moment, dass man das durchziehen konnte."

Fotostrecke: NASCAR in Coronazeiten:

Kontaktloser Temperaturcheck zur Fiebermessung

Kontaktloser Temperaturcheck zur Fiebermessung <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Kontaktloser Temperaturcheck zur Fiebermessung NASCAR Media

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Schutzkleidung

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Schutzkleidung NASCAR Media

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Desinfektion

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Desinfektion NASCAR Media

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Mund-Nase-Maske

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Mund-Nase-Maske NASCAR Media

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Anfahrt zum Darlington Raceway

Anfahrt zum Darlington Raceway <span class="copyright">Jim Utter</span>
Anfahrt zum Darlington Raceway Jim Utter

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Eingang zum Darlington Raceway

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Eingang zum Darlington Raceway Jim Utter

Jim Utter

Vorbereitungen auf dem Darlington Raceway

Vorbereitungen auf dem Darlington Raceway <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Vorbereitungen auf dem Darlington Raceway NASCAR Media

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Abstand halten im Fahrerlager

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Abstand halten im Fahrerlager NASCAR Media

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NASCAR-Offizieller mit Mund-Nase-Maske

NASCAR-Offizieller mit Mund-Nase-Maske <span class="copyright">NASCAR Media</span>
NASCAR-Offizieller mit Mund-Nase-Maske NASCAR Media

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Arbeit mit Mund-Nase-Maske

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Arbeit mit Mund-Nase-Maske NASCAR Media

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Arbeit mit Mund-Nase-Maske

Arbeit mit Mund-Nase-Maske <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Arbeit mit Mund-Nase-Maske NASCAR Media

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Darlington Raceway

Darlington Raceway <span class="copyright">Jim Utter</span>
Darlington Raceway Jim Utter

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Darlington Raceway

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Darlington Raceway Jim Utter

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Darlington Raceway

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Darlington Raceway Jim Utter

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Darlington Raceway

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Darlington Raceway Jim Utter

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Darlington Raceway

Darlington Raceway <span class="copyright">Jim Utter</span>
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Ryan Newman

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Matt Kenseth

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Kyle Busch

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Pace-Laps vor leeren Tribünen

Pace-Laps vor leeren Tribünen <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Pace-Laps vor leeren Tribünen NASCAR Media

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Start zum The Real Heroes 400 vor leeren Tribünen

Start zum The Real Heroes 400 vor leeren Tribünen <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Start zum The Real Heroes 400 vor leeren Tribünen NASCAR Media

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Renn-Action

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Renn-Action: Brad Keselowski vor Kevin Harvick

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Renn-Action: Brad Keselowski vor Kevin Harvick NASCAR Media

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1. Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Mustang

1. Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Mustang <span class="copyright">NASCAR Media</span>
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1. Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Mustang

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1. Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Mustang NASCAR Media

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1. Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Mustang

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1. Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Mustang NASCAR Media

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"Ich finde", so Keselowski weiter, "dass NASCAR, das Managementteam und die Mitarbeiter vor Ort viel Anerkennung dafür verdienen. Es hat mich ehrlich gesagt irgendwie umgehauen, dass sie es geschafft haben. Bis ungefähr zwei oder drei Stunden vor dem Rennen hatte ich noch im Hinterkopf, dass etwas schiefgehen könnte. Zum Beispiel, wie es überhaupt laufen wird? Ob jemand krank wird? Ob es außerhalb der Rennstrecke Boykotts geben wird? Nichts davon trat ein. Es ist nichts Schlimmes passiert."

Für den Moment nur für TV-Zuschauer, aber NASCCAR ist wieder da

Für den Moment nur für TV-Zuschauer, aber NASCCAR ist wieder da <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Für den Moment nur für TV-Zuschauer, aber NASCCAR ist wieder da NASCAR Media

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"Sie haben das Ding durchgezogen und es fühlt sich ein bisschen an wie ein Weihnachtswunder", so Keselowski, der lobt: "Die Leute haben so hart dafür gearbeitet, angefangen bei der France-Familie über Steve Phelps und [Steve] O'Donnell bis hin zu vielen anderen Leuten, die ich aufzählen kann, wie etwa [Mike] Helton und so weiter."

"Sie alle haben dieses Wochenende ermöglicht, als es wirklich sehr, sehr einfach gewesen wäre, zu sagen: 'Wir warten mal ab und lassen die NHL, NFL oder NBA die Versuchskaninchen sein.' Diese Haltung haben sie nicht eingenommen und vor dieser Entscheidung habe ich großen Respekt", so Keselowski.

Vor dem Rennen sprach Dale Earnhardt Jr., ein weiterer NASCAR-Superstar, dessen Meinung ich sehr respektiere, über die Bedeutung dieses Moments: "Wir müssen in unserem Sport wieder Geld in Bewegung setzen, um dabei zu helfen, dass diese Teams überleben und dass dieser Sport überlebt. Deshalb ist es ganz entscheidend, dass wir diesen Schritt gehen, auch ohne Fans [an der Strecke]."

Pace-Laps in Darlington vor (fast) leeren Tribünen - links oben die Spotter

Pace-Laps in Darlington vor (fast) leeren Tribünen - links oben die Spotter <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Pace-Laps in Darlington vor (fast) leeren Tribünen - links oben die Spotter NASCAR Media

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Als Teambesitzer weiß Earnhardt Jr. selbst am besten, dass der Lebensunterhalt davon abhängt, ob NASCAR-Rennen stattfinden oder nicht, und dass die Werkshallen nur für einen gewissen Zeitraum geschlossen bleiben können, bevor sie wieder öffnen müssen. Anderenfalls werden sie nie wieder öffnen. Das gilt für Motorsport-Unternehmen auf der ganzen Welt.

Und während diese schreckliche Pandemie weltweit weiterhin furchtbaren Schaden anrichtet, zeigt die Rückkehr zu dieser "neuen Normalität", wie wichtig es ist, mutige Schritte zu unternehmen: Schritte, wie sie NASCAR unternommen hat, dabei aber gleichzeitig nicht vergisst, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Ausbreitung zu stoppen. Die Herausforderung besteht jetzt darin, wachsam zu bleiben und die Maßnahmen zu Social-Distancing und Hygiene weiterhin einzuhalten.

Der einzige Ausrutscher, den ich während des gesamten Rennens am Sonntag gesehen habe, waren die Spotter, die auf der Tribüne zu dicht nebeneinander standen, als die Boxenstopps anstanden. Das muss nicht sein: Steigt einfach auf WhatsApp um, Jungs! Haltet Abstand, wann immer möglich. Und das gilt auch für Sie, liebe Leser. Dann werden wir es alle schaffen, das gemeinsam durchzustehen.

Charles Bradley

Mit Bildmaterial von NASCAR Media.

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