Kommentar: Darum wäre Mesut Özils Flucht zu José Mourinho ein Karriere-Rückschritt

Matti Kaufmann
90Min

​ Die Verhandlungen zwischen Arsenal London und Mesut Özil gleichen schon seit Wochen einer Schmierenkomödie. Bislang steht noch in den Fußballsternen, wie es mit dem deutschen Nationalspieler bei den Gunners weitergehen wird. Zahlreiche Topklubs haben sich deshalb bereits in Stellung gebracht – auch Manchester United mit Özils Ex-Coach José Mourinho macht sich Hoffnungen auf einen Transfer. Ein Wechsel würde aber zum deutlichen Rückschritt mutieren.


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Seit mehreren Monaten ziehen sich die Vertragsverhandlungen zwischen Arsenal London und Mesut Özil bereits hin. Für den deutschen Nationalspieler, den die Gunners unbedingt über 2018 hinaus im Emirates halten wollen, spielt neben der monatlichen Entlohnung und dem Beisein eines internationalen Wettbewerbs auch die Zukunft von Arsène Wenger eine entscheidende Rolle.

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Der Elsässer ist noch nicht sicher, ob er seinen Vertrag in London noch einmal verlängern wird – die Fans selbst skandieren schon seit längerer Zeit, dass Wenger seinen Hut nehmen sollte. „Arsène ist sehr wichtig. In meiner Karriere habe ich meine Entscheidungen auch immer anhand des Trainers gefällt. Es ist enorm wichtig, dass dein Coach dir vertraut und glaubt, dass er dich weiterentwickeln kann“, sagte Özil vor wenigen Tagen. Wie geht es also weiter mit dem Offensiv-Star?

Unter anderem hat auch Manchester United die Fühler ausgestreckt. Und bei den Red Devils ist kein Geringerer als José Mourinho als Teammanager angestellt. Unter dem Portugiesen spielte Özil bereits bei Real Madrid – insgesamt 157-mal. Von den Königlichen ging es im Sommer 2013 in Richtung der englischen Hauptstadt. Knapp 50 Millionen Euro blätterten die Gunners für den Nationalspieler hin.

Real Madrid CF v RCD Espanyol - La Liga

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Doch nun steht die gut vier Jahre andauernde Beziehung zwischen Arsenal und Özil merklich auf dem Prüfstand. Und doch ist klar, dass ein vorzeitiger Abschied von den Gunners schwere Folgen für die Karriere des Linksfußes haben könnte. Beim 13-fachen englischen Meister weiß Özil, wo die Türen aufgehen. Zudem hat der 28-Jährige nicht nur einen Stammplatz inne, sondern zählt auch bei den Fans zu den beliebtesten Spielern.

Anders wäre es bei Ex-Förderer Mourinho. Hier würde er sich enormer Konkurrenz im Mittelfeld ausgesetzt sehen. Zudem hätte er dann einen Trainer, der im Umgang mit seinen Spielern nicht immer die richtigen Worte wählt. Auch in Zeiten bei Real hatte es zwischen ihm und Özil des Öfteren Streitereien gegeben. Zudem kommt, dass der gebürtige Gelsenkirchener in London vor unvollendeten Tatsachen steht: Mit den Gunners hat er noch nie den englischen Meistertitel gewonnen; und auch die Teilnahmen an der Champions League waren bisher mehr schlecht als recht. Kann er seine unvollendete Arbeit einfach so liegen lassen?

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