Kommt jetzt die Frauen-Revolution im Darts?

Sven Sartison, Stefan Schnürle, Niclas Löwendorf
Sport1

Es wird ein historischer Moment, wenn Fallon Sherrock am Donnerstagabend die Bühne der Motorpoint Arena in Nottingham betritt.


Als erste Frau wird sie dann, als sogenannter "Challenger", gegen Glen Durrant (unibet Premier League Darts: Donnerstag ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) ein Spiel bei der unibet Darts Premier League bestreiten. Der Weltverband PDC hatte sie nach ihren sensationellen Auftritten bei der WM 2020 als eine von neun Herausforderern der gesetzten Profis auserkoren.

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"Ich bin schon so aufgeregt, bei so einem großen Wettbewerb zu starten. Dieses Privileg, daran teilzunehmen, lässt einen Traum wahr werden. Etwas besseres hätte ich mir fast nicht wünschen können", sagte sie vor ihrem Premier-League-Debüt im Interview mit SPORT1.

Taylor schwärmt von Sherrock

Die 25-Jährige steht dabei sinnbildlich für den Aufstieg der Frauen im bislang so von Männern dominierten Darts-Sport.

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"Ich finde, sie ist brillant. Einfach nur super, Was sie für die Frauen im Darts geleistet hat, ist beispiellos. Sie hat das Frauen-Darts ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht, ihm eine Plattform gegeben. Sie hat vielen Frauen gezeigt, dass sie Männer schlagen können", schwärmte zuletzt selbst Rekordweltmeister Phil Taylor bei SPORT1 über die gelernte Friseurin.

Dabei ist Sherrock bei Weitem nicht die einzige Frau, die am Oche für Furore sorgt. Auch Namen wie Anastasia Dobromyslova, Mikuru Suzuki und Lisa Ashton dürften inzwischen wohl beinahe jedem Darts-Fan ein Begriff sein und die Frage nähren, ob nun eventuell sogar die große Frauen-Revolution kommt.

Ashton sichert sich begehrte Tour-Card

Insbesondere Ashton machte im Schatten von Sherrock zuletzt großen Wirbel und gab bereits ein Jahr zuvor ihr Debüt bei der PDC-WM.


Zwar musste sie sich damals bereits in der ersten Runde gegen den Niederländer Jan Dekker geschlagen geben, Mitte Januar 2020 gelang ihr dann aber etwas, was selbst Sherrock noch nicht gelungen ist. Als erste Frau sicherte sich "The Lancashire Rose" bei der Q School in Wigan eine der begehrten Tourkarten der PDC und wird somit 2020 und 2021 die gesamte PDC Pro Tour spielen dürfen.

"Ich kann es nicht ganz glauben, aber ich habe gerade eine PDC-Tourkarte gewonnen. Vielen Dank an alle für ihre besten Wünsche und ihre Unterstützung. Ich freue mich jetzt auf die nächsten zwei Jahre", verlieh sie ihrer Freude anschließend via Twitter Ausdruck.


"Herzlichen Glückwunsch an Lisa Ashton, die heute eine PDC-Tour-Card gewonnen hat. Großartig", gratulierte auch Sherrock im Anschluss.

Sherrock schafft Qualifiktation für UK Open

Für sie selbst verlief nach ihrem sensationellen Drittrunden-Einzug bei der WM hingegen zunächst noch nicht alles wieder nach Wunsch, die angestrebte Tour-Card verpasste sie in vier Anläufen letztendlich deutlich.

Allerdings hatte sie zuvor auch eine extrem stressige Zeit hinter sich. "Wildfremde Menschen haben mich auf einmal erkannt. Ich hatte Exhibitions und weitere Wettkämpfe. Aber ich habe jede Minute genossen und jede Gelegenheit genutzt, mit den Fans in Kontakt zu kommen", sagte sie bei SPORT1 über die Wochen nach der Weltmeisterschaft.


Besonders lange traurig sein musste sie aber ohnehin nicht. Anfang des Monats sicherte sie sich durch den Sieg im Finale des Qualifier-Turniers in Wolverhampton sich – einmal mehr als erste Frau in der Geschichte - das begehrte Ticket für die UK Open.

"Wooooooo, ich bin so glücklich mich für die UK Open qualifiziert zu haben. Ich bin so glücklich…danke an alle, die heute so unterstützend und nett waren", twitterte sie im Anschluss an ihren nächsten großen Coup.

Van Gerwen will nicht auf Hype aufspringen

Doch trotz den hervorragenden Leistungen von Sherrock und Ashton sind bei Weitem nicht alle davon überzeugt, dass die Frauen auch auf Dauer im Zirkus der Großen bei den Männern mitmischen können.

Einer, der nicht so ganz auf den Hype aufspringen will, ist Michael van Gerwen. Auf die Frage, ob Sherrock frischen Wind in die Darts-Welt bringen würde, antwortete er im SPORT1-Interview: "Vielleicht! Ich will jetzt nicht böse klingen, aber sie hat auch nur zwei Spiele gewonnen. Natürlich ist das etwas, das es noch nicht gegeben hat. Da wird dann schnell eine große Sache daraus gemacht."


Gegen den Briten Durrant liegt es nun an Sherrock selbst, es dem Niederländer zu beweisen. "Jeder schaut auf die Events. Daher hoffe ich, dass ich erneut so eine tolle Performance abrufen und den Fans wieder eine Menge Gesprächsstoff liefern kann", kündigte sie zumindest schon einmal an.

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Lisa Ashton bekommt Ende Februar dann die Chance, bei den Belgian Darts Championship als erste Frau an einem Turnier der European Darts Tour teilzunehmen. Mit guten Ergebnissen könnten beide die Frauen-Revolution im Darts weiter vorantreiben und selbst die letzten Zweifler verstummen lassen.

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