Darum kommt Löw an Müller nicht vorbei

Maximilian Lotz
·Lesedauer: 3 Min.
Darum kommt Löw an Müller nicht vorbei
Darum kommt Löw an Müller nicht vorbei

Rein sportlich hat Thomas Müller in den vergangenen Wochen schon ein Bewerbungsschreiben nach dem anderen für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft abgeliefert.

Leon Goretzka nannte nach dem 1:0-Sieg des FC Bayern bei RB Leipzig noch ein weiteres Argument für ein DFB-Comeback von Müller, der seinem Teamkollegen in der vergangenen Woche den Spitznamen "Scoretzka" verpasst hatte. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

"Er hatte ein bisschen Langeweile in der Länderspielpause. Er braucht das eigentlich immer, so ist dieser Name zustande gekommen. Klar, musste ich heute liefern, damit 'Mull' wie immer am Ende auch recht hat", sagte Goretzka bei Sky.

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Top-Vorbereiter Thomas Müller in herausragender Form

Goretzkas Treffer des Tages im Bundesliga-Topspiel entsprang einer Kombination, die man so durchaus auch bei der Europameisterschaft sehen könnte: Mittelfeld-Regisseur Joshua Kimmich schickte Müller mit einem langen Ball rechts Richtung Grundlinie. Der Urbayer legte zurück an die Strafraumgrenze. Dort vollstreckte Goretzka mit einem satten Schuss ins rechte obere Eck. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

Es war Goretzkas fünftes Bundesligator in der laufenden Saison, zum vierten Mal lieferte Müller die Vorlage. Mit insgesamt 16 Assists ist der 31-Jährige der beste Vorbereiter der Liga. Allein in seinen vergangenen zehn Bundesligaspielen war Müller an elf Treffern (vier Tore, sieben Assists) direkt beteiligt. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Aber es sind nicht nur Müllers Tore und Vorlagen, die der Nationalmannschaft seit seiner Ausbootung durch Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 fehlen, sondern auch Müllers Fähigkeiten als lautstarker Leader auf dem Platz. So auch in Leipzig, wo "Radio Müller" wieder mal ununterbrochen sendete.

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Goretzka über Müller: "Müssen ihn auch ein bisschen zügeln"

"Es ist wichtig, dass wir uns untereinander coachen", erklärte Goretzka den Vorteil intensiver Kommunikation auf dem Rasen. "Es ist unheimlich hilfreich. Du kannst manchmal einen Spieler vom Gegner nur durch gutes Anlaufen und gutes Coaching rausnehmen."

Hier ist Müller ein entscheidender Faktor. "Das macht er natürlich mit Bravour, aber insgesamt funktioniert das auch in der Mannschaft sehr gut aktuell", sagte Goretzka.

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Während eines Spiels stellt Müller mit Blick auf die Anzahl der Kommandos sogar Bayern-Trainer Hansi Flick in den Schatten. "Mit Sicherheit", meinte Goretzka - aber: "Wir müssen ihn auch ein bisschen zügeln, dass er in unserem Pressing auch das macht, was er machen soll und nicht einfach nur losrennt."

Flick weiß jedenfalls, was er an Müller an.

Flick schwärmt von Müller: "Kann auch wichtig für andere Mannschaften sein"

"Ich bin happy und froh, dass Thomas bei uns in der Mannschaft so spielt", sagte der Bayern-Coach. "Er ist sehr wichtig, weil er immer wieder pusht und die Mannschaft nach vorne bringt, nicht nur im Spiel, auch im Training."

Der scheidende Bundestrainer Löw hatte zuletzt nach der Blamage in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien (1:2) eine Rückkehr von Müller oder auch Mats Hummels offen gelassen. "Wir werden noch einmal alles überprüfen", sagte Löw zwar, aber "die Frage ist aufgrund des einen Spiels nicht zu beantworten." Die Entscheidung, betonte Löw, falle "im Mai".

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"Ich möchte mich da nicht einmischen", meinte Flick dazu. "Thomas Müller spielt eine sensationelle Saison. Er ist wichtig für uns, kann auch wichtig für andere Mannschaften sein. Aber das muss Jogi entscheiden. Er hat auch den Blick für sein Team, er hat seine ganz klaren Vorstellungen, deswegen ist das seine Sache."

Aber nicht nur Goretzka hätte sicherlich wenig dagegen, wenn Müller bei der EM wieder sein Teamkollegen in der Nationalmannschaft wäre. Nicht dass er sich aus purer Langeweile im Sommer noch mehr verrückte Spitznamen ausdenkt.