Kontaktminimierung statt Olympia-Flair: IOC veröffentlicht "Playbook" für Athleten

SID
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Kein Sightseeing, wenig Bewegungsfreiheit und Kontakte - und das alles auf eigene Gefahr: Die Teilnehmer an den Sommerspielen in Tokio müssen angesichts der Corona-Pandemie auf ganz viel vom einzigartigen Olympia-Flair verzichten. So sieht es zumindest die erste Version des offiziellen "Playbooks" für Sportler vor, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag veröffentlichte.

"Wenn Sie bereits bei den Spielen waren, wird diese Erfahrung in vielerlei Hinsicht anders sein", heißt es darin. Es seien Flexibilität und Verständnis gefragt: "Wir vertrauen darauf, dass die festgelegten Maßnahmen die Risiken einer Teilnahme an den Spielen mindern." Trotz aller Sorgfalt könnten Risiken und Auswirkungen möglicherweise nicht vollständig ausgeschlossen werden: "Daher erklären Sie sich damit einverstanden, auf eigenes Risiko an den Olympischen und Paralympischen Spielen teilzunehmen."

Bei Nichtbeachtung drohen den Sportlern Sanktionen. Diese können bis zum Entzug der Akkreditierung und des damit verbundenen Rechts auf die Olympiateilnahme reichen. Mit den Handbüchern, die die Verantwortlichen bis zu den Spielen (23. Juli bis 8. August) regelmäßig aktualisieren wollen, sollen den beteiligten Gruppen spezifische Richtlinien an die Hand gegeben werden.

Neben zahlreichen allgemeinen Handlungs- und Hygienehinweisen enthält das Playbook auch einige konkrete Empfehlungen. Die Sportler sollen Kontakte möglichst stark reduzieren, dabei ist das soziale Miteinander der Athleten im Olympischen Dorf normalerweise für viele Teilnehmer eine der interessantesten Erfahrungen. Gegessen werden soll beispielsweise mit zwei Metern Mindestabstand.

Weiterhin gilt eine strenge Maskenpflicht, öffentliche Verkehrsmittel sollen nur nach Erlaubnis genutzt werden dürfen. Die Verwendung einer Corona-Warn-App ist ebenfalls obligatorisch. Bis auf wenige Ausnahmen ist nur der Aufenthalt in den Sportstätten und im Dorf gestattet. Der Besuch von Touristenattraktionen, Restaurants oder Bars ist verboten. Andere Sportler sollen nur mit Klatschen und nicht mit Rufen oder Gesängen angefeuert werden.

Bereits 14 Tage vor der Abreise nach Japan müssen die Teilnehmer täglich Fieber messen und Details über ihren Gesundheitszustand in eine App eintragen. Zudem müssen sie einen Plan für die ersten zwei Wochen nach ihrer Einreise nach Japan einreichen und dazu eine Liste mit voraussichtlich engen Kontakten wie Trainer oder Physiotherapeut abgeben.

In Japan sollen die Sportler mindestens alle vier Tage getestet werden. Bei einem positiven Test ist eine Teilnahme am Wettkampf nicht möglich. Wie die Regularien bei engen Kontaktpersonen aussehen, steht noch nicht abschließend fest. Das Organisationskomitee arbeite daran, "dass bei einem negativen Test die Teilnahme am Wettkampf wie geplant möglich ist".