Herrmann fühlt sich "wie im Horrorfilm"

Sportinformationsdienst
Sport1

Gebannt blickte Denise Herrmann zur großen Leinwand im Zielbereich der Südtirol Arena und zitterte um Bronze.

"Da weiß man gar nicht, ob man es sehen will oder nicht, das ist wie in einem Horrorfilm", sagte sie - und ein Ende mit Schrecken hatte der Sprint bei der Biathlon-WM dann auch parat. Mit hohen Startnummern schoben sich zwei Außenseiterinnen in der Windlotterie von Antholz noch vor Herrmann, am Ende stand ein ernüchternder fünfter Platz zu Buche.


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"Bei der WM ist es natürlich besonders bitter, wenn man so knapp an Medaillen vorbeischrammt", sagte die 31-Jährige, die schon mit der Mixed-Staffel am Vortag den undankbaren vierten Platz belegt hatte. Bei schwierigen Windbedingungen kosteten Herrmann erneut Schwächen am Schießstand Edelmetall. "Drei Fehler waren definitiv zu viel", sagte sie. 

Röiseland triumphiert beim Sprint

Völlig erschöpft war Herrmann zuvor ins Ziel gefallen, auf der Schlussrunde hatte sie noch einmal den Turbo gezündet und war auf den zwischenzeitlichen dritten Platz gelaufen. Doch dann ließen die Tschechin Lucie Charvatova und die Ukrainerin Olena Pidhruschna mit den Startnummern 80 und 79 Herrmanns Traum von der ersehnten Medaille platzen.

Weltmeisterin wurde Marte Olsbu Röiseland. Die Norwegerin triumphierte nach einem Schießfehler in 21:13,1 Minuten vor den überraschend starken Susan Dunklee (USA/0 Schießfehler/6,8 Sekunden zurück) und Charvatova (1/21,3). 9,2 Sekunden fehlten Herrmann schließlich aufs Podest.

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"Es war ein knapper Fight, ich hätte mir gewünscht, dass es reicht", sagte die Oberwiesenthalerin, doch sogleich blickte sie kämpferisch nach vorne auf die Verfolgung am Sonntag (Biathlon: Verfolgung der Damen ab 13 Uhr im LIVETICKER). "Dann ist ein neues Rennen, die Ausgangsposition ist gut, und es gibt ja auch was zu verteidigen", sagte sie: "Da greife ich wieder an." Im Vorjahr hatte Herrmann in Östersund aus ähnlicher Startposition Gold im Jagdrennen gewonnen.

Doll hofft auf Medaille im Sprint

Auch Franziska Preuß aus Haag (2/40,8) darf sich in der Verfolgung Hoffnungen machen, im Sprint belegte sie einen guten achten Platz. "Es freut mich, dass ich mich läuferisch wieder gut fühle, das ist eine gute Ausgangsposition", sagte die 25-Jährige. Vanessa Hinz (Schliersee/2/49,5) wurde 14., Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld/1/1:11,2 Minuten) kam auf Rang 23, Janina Hettich (Schönwald/5/2:23,4) musste sich bei ihrer WM-Premiere mit Rang 65 begnügen.

Doch auch die Favoritinnen taten sich bei den tückischen Bedingungen schwer. Die Norwegerin Tiril Eckhoff, die in dieser Saison schon sechs Rennen gewonnen hat, erwischte im Sprint mit sechs Fehlern einen rabenschwarzen Tag und qualifizierte sich als 59. gerade noch für den Verfolger. Ihre Konkurrentin Dorothea Wierer (Italien) als Siebte sprach von "brutalen Verhältnissen. Das war auch Glückssache."


Am Samstag soll es im Sprint der Männer über 10 km aber endlich mit der ersten deutschen Medaille klappen (Biathlon: Sprint der Männer ab 14.45 Uhr im LIVETICKER). Die Hoffnungen des DSV ruhen dann vor allem auf Benedikt Doll, der Ex-Weltmeister fordert dabei Norwegens Überflieger Johannes Thingnes Bö heraus.

Er hoffe "auf eine Schwäche" des Norwegers, so der 29-Jährige, "wenn der ein perfektes Rennen macht, ist er eigentlich fast nicht besiegbar." Einmal ist dies Doll in diesem Winter aber schon gelungen.

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