Japans Premierminister will Olympia um ein Jahr verschieben

SPORT1, dpa
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Die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio steht offenbar unmittelbar bevor.


Laut einem Bericht wollten sich IOC-Präsident Thomas Bach und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe im Laufe des Dienstags darüber besprechen. 

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Der japanische TV-Sender NHK vermeldete am Dienstagmittag, dass Abe in dem Gespräch um eine Verschiebung des Events in den nächsten Sommer gebeten habe. Abe erklärte, dass eine Verschiebung unumgänglich sei, wenn man die Spiele 2020 nicht voll umfänglich veranstalten könnte.

IOC kündigt Entscheidung in nächsten vier Wochen an

Die endgültige Entscheidung über die Olympia-Absage liegt allerdings in den Händen des IOC, der Stadt Tokio als Ausrichter sowie dem japanischen Olympia-Komitee. An der Telefonschalte sollen demnach auch der Präsident des Organisationskomitees in Tokio, Yoshiro Mori, Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Japans Olympiaministerin Seiko Hashimoto teilnehmen.

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Ministerpräsident Abe hatte bereits am Montag betont, dass eine Absage der Spiele nicht zur Debatte stehe. Er räumte aber ein, dass die Sportveranstaltung unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht stattfinden könne. Das IOC hatte angekündigt, in den kommenden vier Wochen zu entscheiden, ob die Sommerspiele stattfinden sollen.

Planmäßig sollten die Spiele 24. Juli bis 9. August in der japanischen Hauptstadt stattfinden. Die Paralympischen Spiele sind für den Zeitraum vom 25. August bis zum 6. September geplant.

Verschiebung laut Vizepräsident Pound bereits beschlossen

Für den früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Verschiebung bereits beschlossene Sache. "Auf der Grundlage der Informationen, die das IOC hat, wurde eine Verschiebung beschlossen. Die zukünftigen Parameter wurden noch nicht festgelegt, aber die Spiele werden nicht am 24. Juli beginnen, soweit ich weiß", hatte Pound der Zeitung USA Today gesagt.


Das IOC bezeichnete Pounds Aussagen indes als die Interpretation eines Einzelnen. Sie stützten sich auf die jüngste Ankündigung, dass eine Entscheidung innerhalb der nächsten vier Wochen fallen werde. "Es ist das Recht eines jeden IOC-Mitglieds, die gestern getroffene Entscheidung der IOC-Exekutive zu interpretieren", sagte ein Sprecher dem SID.

Der 78 Jahre alte Pound, IOC-Mitglied seit 1978, behauptete zudem, das IOC werde seine nächsten Schritte schon bald bekanntgeben. "Es wird in Etappen kommen. Wir werden das verschieben und uns dann mit all den Konsequenzen befassen, die sich daraus ergeben und die immens sind."

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