Kritik an Netflix-Show: Gwyneth Paltrows „Vagina-Poster“ verrissen

Gwyneth Paltrows Unternehmen Goop wird bald bei Netflix zu sehen sein. Foto: Getty
Gwyneth Paltrows Unternehmen Goop wird bald bei Netflix zu sehen sein. Foto: Getty

Gwyneth Paltrow bringt ihre umstrittene Lifestyle-Marke Goop mit einer Netflix-Serie auf unsere Bildschirme. Es ist bestätigt, dass man die Serie ab dem 24. Januar bei Netflix sehen kann.

Goop ist eine von Gwyneth Paltrow 2008 gegründete Marke, die unorthodoxe Gesundheitsmythen anpreisen und andere eher drastische Vorgehensweisen empfiehlt. „Goob Lab“ - die dazu gehörige Serie - wird sich mit Praktiken alternativer Medizin beschäftigen, wobei einige davon noch nicht bewiesen und reguliert sind, wie eine Frau im Trailer zugibt.

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Das Unternehmen ist bereits dank seiner wenig erforschten Praktiken in Sachen sexuelle Gesundheit umstritten, zu denen Gwyneth in der Vergangenheit geraten hat. So ist es also nicht verwunderlich, dass die neuesten Nachrichten nun auch eine Serie hierzu ausstrahlen im Internet eine Welle von Kritik losgelöst haben.

Neben all dem, über was sich Mediziner sowie normale Bürger gleichsam empören gibt es eine Sache bei der Ankündigung, die allem anderen die Show stiehlt.

Und das ist die Werbung, die ein Fan als „Das Vagina-Poster“ bezeichnete.  

Gwyneth Paltrows neues Poster sorgt für Stirnrunzeln. Foto: Netflix
Gwyneth Paltrows neues Poster sorgt für Stirnrunzeln. Foto: Netflix

Das Poster wurde von Netflix bei Twitter geteilt und zeigt Gwyneth lächelnd in der Mitte eines Musters in verschiedenen Pinktönen, das doch sehr an, tja, eine Vagina erinnert.

„Was soll dieses Bild? Soll sie ein Jade-Ei darstellen? Oder vielleicht verdampften Beifuß?”, witzelt ein cleverer Nutzer, der sich in seinem Posting auf die “Yoni-Eier” aus Jade bezieht, von denen die Internetseite empfiehlt, sie in die Vagina einzuführen - nicht für sexuelle Stimulierung sondern für gesundheitliche Zwecke.

„Warum steckt sie in einer Vagina?“, wunderte sich jemand anderes.

„Wer ist für dieses Poster-Design verantwortlich?“, fragte ein weiterer Nutzer.

Die Frage macht Sinn, wenn man sich Gwyn’s Vagina-Ratschläge der Vergangenheit ansieht. 

Warum Goop so umstritten ist

Gwyneth Paltrow bringt das umstrittene Unternehmen Goop auf unsere Bildschirme. Foto: Getty Images
Gwyneth Paltrow bringt das umstrittene Unternehmen Goop auf unsere Bildschirme. Foto: Getty Images

Goop wurde bereits in der Vergangenheit aufgrund seiner kontroversen Behandlungsmethoden kritisiert. Hierbei stach besonders die berüchtigte Empfehlung hervor, dass „Jade-Eier“ und das Einleiten von Dampf in die Vagina deren Gesundheit fördern soll.

Die Artikel hatten zur Folge, dass das Unternehmen eine Vergleichssumme wegen irreführender Behauptungen und der Verbreitung von Pseudo-Wissenschaft zahlen musste.

Der damalige Staatsanwalt, Tony Rackauckas, bezeichnete Goops Produkte abwertend als „Quacksalberei“.

„Menschen versuchen schon seit Ewigkeiten Quacksalberprodukte zu verkaufen. Dies ist nur eine weitere Variante davon“, sagte der Anwalt gegenüber CBS News.

Die Produkte wurden seitdem umbenannt und die irreführenden Behauptungen von der Seite entfernt.

Obwohl auf der Seite mittlerweile keine Jade-Eier mehr verkauft werden, gibt es mittlerweile etwas Neues: Die “VFit Intimate Wellness Solution” – ein Gerät, das ein beheizter Vibrator zu sein scheint.

Von dem Gerät heißt es, dass es „Rotlicht und sanfte Wärme nutzt, um die Durchblutung anzuregen und damit das Wohlbefinden im Intimbereich“ fördere. Als Bonus vibriert es dabei auch noch.

Oh, und der Spaß kostet dich umgerechnet etwa 627 Euro und ist natürlich vom Umtausch ausgeschlossen. Allerdings hat zumindest hier eine wissenschaftliche Studie grünes Licht für die Nutzung des Geräts gegeben.

Die Seite wird weiterhin scharf von Medizinern kritisiert, die sich schon vor einiger Zeit dazu zu Wort gemeldet haben.

Gynäkologin Dr. Jen Günter und andere Fachmediziner haben sich bereits zu den Praktiken geäußert, für die das Unternehmen ursprünglich unter Beschuss stand.

Dr. Gunter hat die Internetseite in einer Reihe von Artikeln verrissen und sie als „Panikmache“ abgestempelt.

Dr. Anna McNulty, Leiterin von „Sydney Sexual Health“ reagierte auf die Empfehlung des Vagina-Dampfreinigens von 2015 gegenüber The Sydney Morning Herald mit den Worten: „Deine Vagina kann sich sehr gut selbst gesund halten. Lasst einfach die Finger davon.“

Gwyneth Paltrow schlägt zurück

Gwyneth Paltrow wehrt sich gegen die Kritik. Foto: Getty Images
Gwyneth Paltrow wehrt sich gegen die Kritik. Foto: Getty Images

Allerdings schlägt die Oscar-Preisträgerin jetzt zurück und argumentiert, dass Goop, das 2018 Haftungsausschlüsse eingeführt hat, aus den Fehlern gelernt habe.

Bei einem Auftritt bei Power Lunch auf CNBC am Montag verteidigte die Oscar-Preisträgerin die Suche nach „alternativen Heilmethoden“, die Frauen helfen können, die sich von der modernen Schulmedizin übersehen fühlen.

„Wisst ihr, ich glaube als wir ein kleines Start-Up waren und nichts über Werbeversprechen und regulatorische Dinge und das Ganze wussten, tja, da haben wir am Anfang einige Fehler gemacht“,

“Aber wisst ihr, seit über einem Jahr haben wir nun ein unglaublich hart arbeitendes und brillantes In-House-Team für Wissenschaft, welches von einem Wissenschaftler der MIT-Uni geleitet wird.“

Im Trailer erklärt einer der Goop-Mitarbeiter die Wahrnehmung der Rolle von Goop als Lifestyle-Website.

„Was wir bei Goop versuchen, ist es Ideen weiter zu erforschen, die noch unerforscht sind oder die ein bisschen unheimlich erscheinen“, sagt sie.

Netflix-Nutzer verreißen die Sendung

Es sieht ganz danach aus, dass diese Ideen vielen Menschen immer noch als „zu gruselig“ erscheinen.

Viele Twitter-Nutzer sind wütend und kritisieren Goop weiterhin aufs Schärfste. Auch Netflix steht in der Kritik, weil diese ungewöhnlichen Ideen nun über die Streaming-Plattform in viele Haushalte verbreitet werden.

„Nein. Wir brauchen keine Plattform für Fehlinformationen zu Schlangenöl oder Gesundheitszauber, nur weil diese von einem Star kommen. Macht es besser. #HealthLiteracy #ScienceRules“, schrieb eine Frau.

“Wird sie auch über die schädlichen Ratschläge und Ideen zu Vaginas sprechen, die sie anderen Frauen gibt?”, fragte jemand anderes.

Andere drohten sogar damit, ihr Netflix-Abo zu kündigen.

„Ja, deshalb werde ich wohl mein Netflix kündigen. Hat Dr. Jen Gunther das gesehen? Kann sie stattdessen eine Sendung bekommen? Bitte?“, schrieb eine Frau.

Zu solchen drastischen Maßnehmen muss man vielleicht nicht greifen, aber die Fragen, warum so eine Serie überhaupt produziert wird, sie dann Netflix ausstrahlt wird und man sich auch noch für das sogenannte “Vaginal-Poster” entscheidet bleiben dennoch offen.

Penny Burfitt

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