Kritik nach Triumph: Deutscher Rad-Star wehrt sich

SID
·Lesedauer: 2 Min.
Kritik nach Triumph: Deutscher Rad-Star wehrt sich
Kritik nach Triumph: Deutscher Rad-Star wehrt sich

Nach der Fahrt ins Gelbe Trikot trübte der Blick ins Internet Maximilian Schachmanns Freude über den Überraschungs-Coup. Zwei Stunden saß der deutsche Radprofi am Sonntagabend nach dem erneuten Triumph bei Paris-Nizza im Auto in Richtung Italien, wo am Samstag seine Premiere beim Monument Mailand-Sanremo ansteht.

Die teils negativen Kommentare in den Sozialen Medien zu seiner erfolgreichen Titelverteidigung stimmten den Berliner nachdenklich. "Es ist schade, dass sich einige Leute online eine Meinung bilden und lautstark kundtun, obwohl sie nicht im Rennen waren und wissen, was das ganze Rennen über geschehen ist", sagte Schachmann dem SID.

"Gemischte Gefühle" hatte er schon nach der Zielankunft in Levens beschrieben. Auch am Tag danach wirkte das Geschehen der Schlussetappe nach. Schachmann und der Rest des Hauptfeldes sollen sich unsportlich verhalten haben, als in der finalen Phase nicht auf den gestürzten Gesamtführenden Primoz Roglic gewartet wurde.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Ein Vorwurf, der nicht nur für Schachmann, sondern auch für Roglic und dessen Betreuerstab unhaltbar war. "Ich habe ein paar Fehler gemacht", sagte Roglic, der sich beim ersten von zwei Stürzen die Schulter ausgerenkt hatte. Grischa Niermann, Roglics Sportlicher Leiter beim Team Jumbo-Visma, wurde noch deutlicher: "Wir haben des selbst verbockt. Niemand anderes trägt die Verantwortung dafür."

Roglic geht keinen Groll gegen Schachmann

Das habe ihm auch Vuelta-Sieger Roglic nach der Zielankunft gesagt, erklärte Schachmann. "Er war in keinster Weise sauer. Ich glaube, er war in erster Linie sauer auf sich selbst, dass er zwei Mal auf der Nase lag", sagte Bora-Profi Schachmann. Es baue ihn auf, dass neben Roglic und Niermann auch "gestandene Radprofis mir geschrieben haben, dass ich es genießen soll, weil ich es verdient habe. Das ist das Wichtigste."

Schachmann hatte sich zu Rennbeginn nach einem Defekt selbst ins Peloton zurückkämpfen müssen, das keine Anstalten machte, auf den Gesamtzweiten zu warten. Später drückte die Bora-Equipe zunächst mit der Aussicht auf einen Tageserfolg bei der Jagd auf eine starke Fluchtgruppe aufs Tempo, auch die Absicherung von Rang zwei hatte Priorität - dann leistete sich Roglic einen Fahrfehler. "Wir hätten nicht alle warten können, dann hätten wir unter Umständen das Rennen komplett verloren", sagte Schachmann.

Am Ende stand der 27-Jährige und nicht Roglic in Gelb auf dem Podest. Zu verdanken war das in erster Linie einer weitgehend fehlerfreien Leistung über acht Etappen. Seine gute Form soll ihn am Samstag zur starken Premiere bei Mailand-Sanremo verhelfen.