Kroos knockt Pepe aus: Real mit Sorgen nach München

Real ist mit dem Unentschieden gegen Atletico dem Titel einen Schritt näher gekommen. Vor dem CL-Spiel gegen Bayern hat man jedoch Abwehrprobleme.

Toni Kroos wusste gleich, was er da angerichtet hatte. Der Weltmeister traute sich gar nicht hin zu seinem Kollegen Pepe, dem er gerade bei einem Klärungsversuch mit dem linken Knie zwei Rippen gebrochen hatte. Pepe fällt im Champions-League-Kracher gegen Bayern München aus, Kroos vergrößerte damit die Sorgen bei Real Madrid - obwohl der erste Meistertitel seit 2012 für die Königlichen jetzt zum Greifen nah ist.

Über das 1:1 (0:0) im Stadtderby gegen Atlético musste sich Real nur kurz ärgern, weil der Rivale FC Barcelona überraschend 0:2 (0:1) beim FC Málaga verlor. Sieben Spieltage vor Saisonende hat der spanische Rekordmeister drei Punkte Vorsprung, dazu eine Begegnung in der Hinterhand. "Wir müssen ruhig bleiben", mahnte Trainer Zinédine Zidane jedoch, "und an das Spiel am Mittwoch denken, das wir gewinnen wollen, wie immer."

Doch das dürfte ohne Pepe schwierig werden, zumal Raphael Varane, der etatmäßige Ersatz, ebenfalls verletzt ausfällt. Neben Sergio Ramos muss deshalb Nacho Fernández verteidigen. "Das ist sehr heftig, sehr hart", sagte Ramos über die Verletzung von Pepe, der vor dieser Szene in der 63. Minute zunächst nach Kroos' 15. Saisonvorlage zum 1:0 eingeköpft hatte (52.). Aber, betonte auch Ramos, "wir müssen weitermachen und nach München gehen, um dort zu sterben".

Als das lange überlegene Real mit einem wieder mal unglücklichen Cristiano Ronaldo den Sieg noch aus der Hand gab und Antoine Griezmann den 23. Saisontreffer gestattete (85.), war Pepe (66.) ebenso wie Kroos (76.) bereits ausgewechselt. "Wir haben sehr gut gespielt, aber zwei Punkte verloren", klagte Zidane. Ob er glaube, dass er weitermachen dürfe, wenn er weder Liga noch Königsklasse gewinnt? "Da müssen Sie jemand anderen fragen. Ich trainiere jeden Tag mit der Hingabe, Stärke und Freude, die dieser Klub verlangt."

Madrids Medien feiern Barca-Niederlage

Zumindest der Titel in der Primera Divisíon dürfte Madrid aber kaum mehr zu nehmen sein. Und das haben sie einem der Ihren zu verdanken. "Míchel serviert die Liga auf dem Silbertablett", schrieb Hausblatt Marca - Barça-Bezwinger Málaga wird von  Real-Legende José Miguel González trainiert. Dass Barcelonas Stürmerstar Neymar nach Gelb-Roter Karte (65.) und folgendem höhnischen Applaus in Richtung Vierten Offiziellen wohl den Clásico am 23. April verpassen wird, machte es für Real noch schöner. "Vom Pessimismus zur Ekstase", schrieb Marca.

Der frühere Barça-Spieler Sandro Ramírez (32.) und Jony (90.) trafen für Málaga gegen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen. "Unverzeihlich" nannte die Zeitung Sport aus Barcelona die Niederlage. Was sie bedeutet, schienen die Real-Fans im Estadio Bernabéu schon zuvor geahnt haben: Sie zeigten eine Choreographie mit der Zeile "Der Thron ist unser". Zu sehen war dabei ein Real-Wikinger, der sich auf dem Herrscherstuhl fläzt, zu seinen Füßen die zerschmetterten Schilde seiner Gegner.

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