Kubica oder Button? DTM-Boss will großen Namen

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Das DTM-Saisonfinale in Hockenheim hat gezeigt: Große Namen wie Super-GT-Gaststarter Jenson Button sorgen für ein gesteigertes Interesse an der Tourenwagenserie, auch wenn der Titelkampf bereits entschieden war. Nicht umsonst verzeichnete Sat.1 am Hockenheim-Sonntag mit 1,02 Millionen TV-Zusehern in Deutschland das beste Ergebnis der gesamten DTM-Saison.

Das weiß auch DTM-Boss Gerhard Berger. Aber gibt es realistische Chancen, dass ein Pilot mit Starpotenzial tatsächlich in die Tourenwagenserie einsteigt? "Solche großen Namen wie Robert Kubica haben wir immer auf dem Radar", spielt Berger gegenüber 'ran.de' auf den Polen an, der nach seinem Williams-Aus mit dem Audi-Kundenteam WRT verhandelt. "Aber es hängt von vielen Faktoren ab, etwa dem Budget oder der Verfügbarkeit von Cockpits."

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Nicht nur Kubica war zuletzt ein Thema, sondern auch der in der Formel 1 bei Renault vor dem Aus stehende Nico Hülkenberg, der ein DTM-Engagement allerdings bereits dementierte. Aber auch Button, der soeben sein letztes Super-GT-Rennen bestritten hat, ist ein möglicher Kandidat.

Warum die DTM für Button attraktiv wäre

Der in den USA lebende Brite, der dieses Jahr Vater wurde, steht vor einer ungewissen Zukunft und will nicht mehr so viel reisen wie bisher. Da es in der DTM während der Saison keine Testfahrten und nur zehn Rennwochenenden gibt und die Reisen nach Europa weniger zeitaufwändig sind als nach Japan, wäre die DTM für ihn eine Option.

Dass ihm die Serie gefallen würde, steht außer Zweifel. Und auch Buttons DTM-Netzwerk ist groß: DTM-Boss Berger und ITR-Pressesprecher Guido Stalmann kennt er aus der gemeinsamen Zeit bei BMW-Williams in der Formel 1 - und mit dem diese Saison engagierten britischen ITR-Pressemann Steve Cooper arbeitete Button lange bei McLaren.

"Vielleicht ergibt sich eines Tages wieder die Chance, gegen diese Jungs zu fahren, denn sie scheinen viel Spaß zu haben", lässt Button selbst offen, ob und wann er eventuell ein DTM-Comeback geben könnte.

Richtige Mischung für Berger entscheidend

Fakt ist, dass der DTM einer wie der Ex-Formel-1-Weltmeister gut tun würde, denn im Gegensatz zu den Zeiten mit Mika Häkkinen, Jean Alesi, Heinz-Harald Frentzen oder Ralf Schumacher bringen derzeit nur Timo Glock und Paul di Resta etwas Formel-1-Flair in die Tourenwagenserie.

"Keine Frage, ich würde solche Namen gerne regelmäßig bei der DTM sehen", stellt auch Berger klar. "Sie würden sportlich auf einem ähnlichen Niveau sein wie unsere DTM-Fahrer, die aus meiner Sicht alle absolute Top-Rennfahrer sind - sie haben aber vielleicht nicht so einen Bekanntheitsgrad wie Kubica und an diesem Wochenende Jenson Button. Die Mischung muss richtig sein und daran arbeiten wir."

Was bereits die Vergangenheit lehrte: Ein Pilot wie Kubica mag vielleicht zu Beginn für öffentliches Interesse sorgen, am Ende verblasst der Starfaktor aber rasch, wenn die Leistungen ausbleiben. Und die Erwartungshaltung ist gerade bei einem Ex-Formel-1-Piloten besonders hoch.

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