Der kurioseste Überläufer der Pokalgeschichte

Lukas Rott, Lukas von Hoyer
Sport1

Kult-Trainer Dragoslav Stepanovic schwärmt über Bayer Leverkusen. Einen Spieler hebt er heraus, der seinem Team im Halbfinale aber nicht helfen kann.

Der kurioseste Überläufer der Pokalgeschichte
Der kurioseste Überläufer der Pokalgeschichte

"Der Pokal ist der leichteste Weg zu einem Titel", sagt Dragoslav Stepanovic im Interview mit SPORT1. 

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Der Kult-Trainer weiß am Besten, wie schnell es gehen kann, den DFB-Pokal zu gewinnen. Als Coach von Bayer Leverkusen triumphierte er 1993 im Endspiel gegen die Amateure von Hertha BSC. Und das, obwohl er zuvor kein einziges Pokalspiel der Saison mit Bayer absolviert hatte.

Fast die komplette Saison hatte der Serbe nämlich auf der Trainerbank von Eintracht Frankfurt gesessen. Kurios: Er war mit der Eintracht sogar im Pokal-Halbfinale an Leverkusen gescheitert. 

"Es war natürlich kein einfaches Spiel mit einer komplett neuen Mannschaft, aber ich dachte mir, 'ich kenne die nicht, die kennen mich nicht' und wir schaffen das zusammen", blickt Stepanovic bei SPORT1 auf das geschichtsträchtige Finale zurück. 

Leverkusen siegte schließlich knapp mit 1:0 und die Party konnte steigen: "Am Ende hat es geklappt und es war sehr schön, wie wir dann mit den offenen Wagen durch die Stadt gefahren sind und zum Oberbürgermeister konnte. Rainer Calmund konnte nicht nur sehr gut feiern, er konnte auch super Feiern organisieren. Nur den Pokal habe ich nicht in die Hand genommen, weil den natürlich eigentlich derjenige verdient, der den Verein ins Finale gebracht hat." 

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Stepanovic: "Havertz überragt alle"

27 Jahre später hat der Werksklub wieder die große Möglichkeit, ins Endspiel in Berlin zu kommen. 

Das Team von Trainer Peter Bosz geht als klarer Favorit ins Halbfinale, in dem der Viertligist 1. FC Saarbrücken wartet. (1. FC Saarbrücken - Bayer Leverkusen, Di., 20.45 Uhr/ARD)

"Ich hätte nie gedacht, dass Peter Bosz so einen Erfolg bei Bayer hat", adelt Stepanovic den niederländerländischen Coach"Leverkusen hat ja immer schon eher technischen Fußball gespielt, aber Bosz und seine holländische Art, dass man vielleicht nicht 90, aber zumindest 89 Minuten in Ballbesitz ist, das macht schon Spaß. Leverkusen spielt neben Bayern den besten Fußball und ich glaube, dass sie das Spiel gegen Saarbrücken auch gewinnen werden."

Ein Spieler macht Stepanovic besonders viel Spaß: "Einer überragt alle: Dieser Havertz." 

"Wenn du so einen hast, brauchst du der Mannschaft nichts von Taktik erzählen", glaubt der 71-Jährige: "Wenn du nicht weißt, wohin, gib Havertz den Ball und er weiß schon, was er machen soll." 

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Havertz fehlt Leverkusen bei Saarbrücken

Vor allem Havertz' Vielseitigkeit begeistert den ehemaligen Trainer. Er könne das Spiel schnell machen, es beruhigen, den Mitspieler finden und das Tor selbst machen. "Und wenn ein Mittelfeldspieler so torgefährlich ist, kostet er wahnsinnig viel Geld. Ich würde mich sehr freuen, wenn er in Deutschland bleibt", äußert Stepanovic seinen Wunsch im Poker um den Shootingstar. 

Beim 1. FC Saarbrücken wird Havertz seinem derzeitigen Team nicht helfen können. 

"Für Havertz kommt das Spiel zu früh. Wir wollen kein Risiko eingehen", sagte Bosz bei der Pressekonferenz am Montag mit Blick auf die Pokal-Partie. 

Der 20-Jährige hatte schon bei der 2:4-Niederlage gegen den FC Bayern am vergangenen Samstag wegen muskulärer Beschwerden im Knie nicht mitwirken können.

Für das Bundesliga-Spiel am kommenden Wochenende auf Schalke soll der, der bei Leverkusen alle überragt, dann wieder eine Option sein. Bis dahin soll aus Sicht des Werksklubs das Ticket für Berlin gelöst sein.

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