Kwjat: Nach diesem Erlebnis wollte er "um jeden Preis" zurück in die F1

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Nachdem Daniil Kwjat Ende 2017 von Red Bull entlassen wurde, brauchte der Russe erst einmal eine Auszeit von der Formel 1. Für die Saison 2018 fand er kein Cockpit mehr, kam aber als Entwicklungsfahrer bei Ferrari unter. Das stellte sich rückblickend als Glücksfall heraus, denn Kwjat verrät im Podcast 'Beyond The Grid', dass er in dieser Zeit eine Menge lernte.

"Ich denke, ich brauchte die Pause", erklärt Kwjat, dessen Abschied von Red Bull damals in gewisser Hinsicht eine Erleichterung war, wie er selbst sagt. Für ihn sei es "sehr, sehr wichtig" gewesen, erst einmal etwas Abstand zu gewinnen. "Es war in gewisser Weise sehr schön, etwas Zeit zuhause zu verbringen und einfach zu trainieren, um den Kopf frei zu bekommen", verrät er.

Ohne Cockpit für 2018 habe er nicht die ganze Zeit an die Meisterschaft denken müssen und manchmal auch einfach "nichts" gemacht. Und arbeitslos war er dank seiner neuen Aufgaben bei Ferrari auch nicht. "Ich hatte noch immer einen Job, der mir Spaß gemacht hat", stellt er klar. An den Rennwochenenden sei er jeden Donnerstag und Freitag nach Maranello gefahren.

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"Es war toll. Ich stieg in Monaco ins Auto, fuhr vier Stunden [nach Italien], hörte meine Lieblingsmusik, kam an, erledigte meinen Job und hatte gute Gespräche mit den Jungs", verrät er. Besonders wichtig für ihn: "Die Leute haben mir zugehört." Er hatte den Eindruck, dass seine Arbeit einen Sinn hat. "Es war nicht mein Traumjob, aber ich hatte das Gefühl, dass ich dem Team helfen kann", verrät er.

Insgesamt sei die Zeit bei Ferrari "sehr cool" gewesen, und er habe viel Spaß mit der Crew gehabt. Bei einigen Rennen war Kwjat auch an der Strecke vor Ort. "Es ist nicht leicht, wenn du an der Strecke bist, aber nicht fahren kannst", gesteht er. Und nach einigen Monaten habe er dann gemerkt, dass er wieder Rennen fahren möchte. Entscheidend war dabei vor allem ein Moment.

Ende April durfte Kwjat den aktuellen Ferrari SF71H bei einem Reifentest in Fiorano pilotieren. "Das war sehr emotional für mich", verrät er und erklärt: "Ich war [nach der Red-Bull-Entlassung] ungefähr sechs Monate lang gar nicht [im echten Auto] gefahren. Es hat großen Spaß gemacht. An diesem Tag habe ich gemerkt, dass ich um jeden Preis zurück in die Formel 1 möchte."

Sein bis dahin letztes Rennen hatte Kwjat im Oktober 2017 in den USA für Toro Rosso absolviert. "Der Test war sehr gut, sehr konstant. Es waren gute Rundenzeiten, und alle waren ziemlich zufrieden", erinnert er sich und verrät: "Beim Frühstück war ich nervös, ich konnte nur ein Croissant essen und etwas Kaffee trinken, das war alles." Er habe sich wegen der langen Pause etwas "Sorgen" gemacht.

"Ich dachte mir: 'Okay, ich werde einfach versuchen, mich nicht auf der Outlap zu drehen oder so'", grinst er. Er habe sich dann aber schnell wohlgefühlt und bei diesem Test gemerkt, dass er als Stammpilot in die Formel 1 zurückkehren möchte. Die Hoffnung erfüllte sich bekanntlich, seit 2019 ist Kwjat wieder Teil der Red-Bull-Familie und fährt für Toro Rosso beziehungsweise AlphaTauri.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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