Lahm verrät: So wollte Magath die Spieler kontrollieren

SPORT1
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Philipp Lahm ist einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer der Geschichte.

Der ehemalige Bayern-Star und Weltmeister hat in seiner Zeit als Weltklasse-Kicker einiges erlebt. Unter anderem viele hochkarätige Trainer. Nicht von allen war Lahm begeistert, wie er nun in seinem neuen Buch "Das Spiel: Die Welt des Fußballs" verrät.

Die Bild-Zeitung veröffentlichte schon vorab Passagen aus dem Werk, das am 22. Februar erscheinen soll.

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Besonders schlecht weg kommt bei Lahm Ex-Trainer Felix Magath, der von 2004 bis 2007 beim FCB an der Seitenlinie das Sagen hatte. Der 37-Jährige unterstellte Magath Macht-Gehabe und fehlendes taktisches Verständnis. "Ob er eine Spielidee hatte, ist schwer zu sagen", schrieb Lahm.

Magath, der lange auch unter dem Spitznamen "Quälix" bekannt war, habe "jedenfalls größten Wert auf die körperliche Leistungsfähigkeit seiner Spieler gelegt, dabei aber auch den Eindruck erweckt, dass er durch die Härte seiner Trainingsmethoden nicht zuletzt Macht demonstrieren wollte, um auf diese Weise Kontrolle auszuüben." Ob er noch einen weiteren Grund gehabt habe, "Menschen immer wieder den Wallberg hinauflaufen zu lassen, vermag ich nicht zu beurteilen."

Kritik an Van Gaal - kleines Lob für Löw

Auch zu Louis van Gaal (von 2009 bis 2011 bei Bayern) hat Lahm eine klare Meinung. Dessen "mitunter autoritäres Auftreten" habe nicht zum Verein gepasst. "Wer vor so einem spannungsgeladenen Hintergrund gegen alle Widerstände unflexibel auf seiner Methode beharrt, kann sich nur halten, wenn er damit herausragende Erfolge erzielt."

Dies sei bei dem Niederländer aber nicht der Fall gewesen.

Etwas positiver äußerte sich Lahm zu Bundestrainer Joachim Löw, unter dem er 2014 Weltmeister wurde. Zu dessen Tugenden gehöre, "dass er ermöglicht und geschehen lässt, was sich auf guten Wegen befindet, ohne künstlich einzugreifen. So hat Jogi Löw in der Nationalmannschaft von 2006 bis 2014 kontinuierlich den Weg frei gemacht für die nachrückenden Führungsspieler Schweinsteiger, Müller, Neuer, Kroos, Boateng und meine Wenigkeit, die dann Verantwortung übernommen haben."

Nur wenige deutsche Trainer überzeugen Lahm

Generell stellt Lahm den deutschen Trainern kein besonders gutes Zeugnis aus: "Deutsche Trainer haben sich in den letzten zwanzig Jahren vergleichsweise selten international hervorgetan – Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld und Jürgen Klopp erscheinen eher als Ausnahmen."

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Ein besonderes Lob gab es noch für den aktuellen Bayern-Coach Hansi Flick, der wie Lahm 2013 das Triple mit dem FCB holen konnte. Dieser habe mit seinen Personal-Entscheidungen den Erfolg zurück gebracht. Er habe Thomas Müller und Jérôme Boateng wieder das nötige Standing vermittelt und David Alaba in die Leader Rolle gehoben, "die er sich längst im Team verdient hatte."

Übrigens: Wem die Kritik von Lahm bekannt vorkommt: Schon 2011 veröffentlichte der einstige DFB-Kapitän ein Buch ("Der feine Unterschied"), in dem er mit seinen ehemaligen Vorgesetzten hart ins Gericht ging.