Lakers im Schröder-Dilemma - zahlen sie bald 250 Millionen?

Stefan Schnürle
·Lesedauer: 4 Min.
Lakers im Schröder-Dilemma - zahlen sie bald 250 Millionen?
Lakers im Schröder-Dilemma - zahlen sie bald 250 Millionen?

Den Los Angeles Lakers war mit dem Titelgewinn 2020 etwas extrem Ungewöhnliches für die moderne NBA gelungen.

Die Franchise um die Superstars LeBron James und Anthony Davis wurde NBA-Champion ohne eine Luxussteuer bezahlen zu müssen.

Diese wird fällig, wenn die Teams eine der zahlreichen Ausnahmeregelungen nutzen, um den Salary Cap (Gehaltsobergrenze) zu umgehen. (Spielplan der NBA-Saison 2020/21)

Eine komplizierte Formel legt fest, wie weit der Salary Cap überschritten werden darf - bei allem darüber wird die sogenannte Luxussteuer fällig.

Lakers droht riesige Luxussteuer

Die Titelträger Toronto Raptors, Golden State Warriors und Cleveland Cavaliers in den Jahren zuvor mussten beispielsweise alle noch zwischen 25 und 54 Millionen Dollar an Luxusteuer überweisen. Geld, was unter denjenigen Teams aufgeteilt wird, die nichts bezahlen mussten.

Doch diese Summen könnten bald verblassen angesichts dessen, welche Luxussteuer den Lakers in der nächsten Saison droht. Wie ESPN vorrechnet, könnte diese die Rekordsumme von 100 Millionen Dollar (circa 84 Millionen Euro) erreichen.

Zusammen mit den Gehaltszahlungen könnte die Summe sogar eine Viertelmilliarde Dollar übersteigen - nur für die nächste Saison.

Ein Grund dafür wäre dann Dennis Schröder. Der Vertrag des deutschen Nationalspielers läuft zum Saisonende aus. Er kann aber seit 16. Februar eine Vertragsverlängerung bei den Lakers unterzeichnen.

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LeBron James will Schröder halten

Mit guten Leistungen hat sich Schröder unverzichtbar gemacht - vor allem auch für James, den der 27-Jährige in Sachen Spielmacher-Rolle entlastet. Der NBA-Superstar lobte Schröder auch bereits mehrmals und wird den Lakers daher keine Wahl lassen, als den Braunschweiger zu behalten.

Billig wird das jedoch nicht. Schröder hatte ein erstes Angebot von den Lakers vor dem Saisonstart bereits abgelehnt und es sollen im Dezember neue Gespräche geführt worden sein, berichtete NBA-Insider Adrian Wojnarowski von ESPN.

In der letzten Offseason bekamen Star-Guards wie Schröder knapp unter oder sogar über 20 Millionen Dollar im Jahr. So unterzeichnete Bogdan Bogdanovic bei den Atlanta Hawks einen Vierjahresvertrag über 72 Millionen Dollar, Fred VanVleet bekam von den Toronto Raptors sogar 85 Millionen Dollar für vier Jahre.

Bei den Verhandlungen mit Schröder muss Lakers-GM Rob Pelinka jedoch genau auf die Zahlen schauen, denn jede Million mehr hat Auswirkungen auf die weiteren Gespräche mit anderen Spielern.

Caruso und Harrell werden Free Agents

Durch die neuen Verträge für Superstar Davis und Kentavious Caldwell-Pope sowie die Verpflichtung von Center Montrezl Harrell müssen die Lakers nämlich bereits in dieser Saison eine Luxussteuer bezahlen. (Tabellen der NBA)

In der Saison 2021/22 kommen die Verlängerungen von James und voraussichtlich Kyle Kuzma noch dazu. Mit Harrell, Axel Caruso, Markieff Morris, Talen Horton-Tucker und Wesley Matthews werden zahlreiche wertvolle Rollenspieler zudem Free Agents.

Da Franchise-Spieler wie Giannis Antetokounmpo, Paul George oder Rudy Gobert alle jetzt doch langfristige Verträge bei ihrer jeweiligen Franchise unterschrieben haben, läuft die Spar-Aktion für diese Superstars einiger Teams ins Leere.

Diese Teams haben somit nun viel Geld zur Verfügung, die sie für andere Spieler ausgeben können. Besonders Harrell, Caruso und Horton-Tucker werden genug Interessenten auf den Plan rufen, mit denen die Lakers konkurrieren werden müssen.

Gehaltskosten könnten explodieren

Selbst wenn man mögliche Kader-Füller oder Veteranen wie Morris oder Matthews außen vorlässt, könnte alleine eine Verlängerung der drei zuvor genannten Spieler plus Schröder die Gehaltszahlungen der Lakers rund um James, Davis und Kuzma auf 150 Millionen Dollar explodieren lassen.

Mitleid muss mit den Lakers deshalb aber niemand haben. Keine Franchise erhält so viel Geld durch das Fernsehen und mit der Buss-Familie um Präsidentin Jeanie Buss hat man reiche Besitzer, die seit Beginn der Luxussteuer in der Saison 2002/2003 bereits über 120 Millionen Dollar dafür ausgegeben haben.

Durch die Covid-Pandemie haben jedoch auch Buss und die Lakers große Verluste hinnehmen müssen. Daher werden sie noch genauer als sonst überlegen, welchen Spieler sie halten wollen und wieviel Geld sie dafür bereit sind zu zahlen.

Eine große Wahl wird ihnen bei Schröder trotzdem nicht bleiben. Denn wenn James sagt, dass dieser mit seiner Energie im Team "einen Funken entfacht", wird bei den Lakers keiner King James mit Schröders Abgang verärgern wollen.