Lance Stroll: 2020er-Erfolge haben Selbstzweifel aus dem Weg geräumt

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

Lance Stroll blickt auf eine erfolgreiche Formel-1-Saison 2020 zurück: Der Racing-Point-Pilot sicherte sich zwei Podestplätze, feierte seine erste Pole-Position und holte mehr Punkte als in seinen drei vorherigen Saisons zusammen.

Das lag freilich auch daran, dass Racing Point im vergangenen Jahr einen großen Schritt nach vorne machte, nachdem man das Design des RP20 an den Mercedes W10 anlehnte, der 2019 den Titel gewann, und das Team auch von der finanziellen Stabilität durch die Übernahme von Lawrence Stroll im Jahr 2018 profitierte.

Stroll junior betont, dass der 2020er-Racing-Point "bei weitem" das beste Auto sei, das er in seiner Formel-1-Karriere gefahren ist, und ihm dabei geholfen habe, an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben: "Wenn man ein gutes Auto hat, bekommt man auch gute Ergebnisse, und dann baut man einfach von dort aus Vertrauen auf."

Stroll: Schlechtes Auto zerstört das Selbstvertrauen

"Manchmal, wenn ich in einem schlechten Auto saß, hat sich das irgendwie auf mich niedergeschlagen", blickt Stroll im Gespräch mit 'Motorsport.com" auf seine Anfänge zurück, als er mit unterlegenen Autos, besonders bei Williams, zu kämpfen hatte.

"Gerade am Anfang deiner Karriere, wenn du in einem schlechten Auto sitzt und nicht weißt, wie es ist, in einem guten Auto zu sitzen, fängst du irgendwie an zu hinterfragen, wie deine Fähigkeiten sind und ob sie so gut sind wie die der anderen, die in guten Autos sitzen, weil du einfach nicht weißt, wie sich ein gutes Auto anfühlt."

In dieser Hinsicht habe er sich im vergangenen Jahr selbst "eine Menge bewiesen", sagt Stroll. "Ich habe vor allem mir selbst viel bewiesen und viele Fragen beantwortet, die ich mir in den letzten Saisons gestellt habe, bis ich die Gelegenheit hatte, in einem Auto zu sitzen, das wirklich Leistung bringt", erklärt der Kanadier.

Mit konkurrenzfähigem Auto endlich Klarheit gewonnen

Stroll war der jüngste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der in seiner Debütsaison auf dem Podium stand: Beim Grand Prix von Aserbaidschan 2017 wurde er im Williams Dritter und konnte als Rookie eine Handvoll weiterer Punkte einfahren.

Aber als die Form des Teams 2018 einbrach, gelangen ihm nur zwei Top-10-Platzierungen. Stroll wechselte in der Folge zu Racing Point, was mit der Übernahme des Teams durch seinen Vater zusammenfiel. Dort brachte ihn seine bisherige Form dazu, sich "die einfache Art von Fragen" über seine Fähigkeiten zu stellen.

"Bin ich in der Lage, Ergebnisse zu liefern? Bin ich in der Lage, an der Spitze zu fahren? Bin ich in der Lage, mich an der Spitze zu qualifizieren? Denn solche Ergebnisse bekam ich einfach nicht", blickt er zurück. "Es ging auch nicht nur um Ergebnisse, sondern einfach darum, wie sich ein konkurrenzfähiges Auto anfühlt."

Stoll: "Das hat einen großen Einfluss auf einen Fahrer"

"Ich wusste es nicht, bis ich im diesjährigen Auto saß und merkte, wie groß der Unterschied ist und wie sehr ich auch auf mein Fahren in einem guten Auto aufbauen kann", sagt Stroll und betont, wie wichtig das für seine persönliche Entwicklung war.

"Das ist einer der größten Vorteile, wenn man in einem guten Auto sitzt - was man dann aus sich herausholen kann. Es gibt dir so viel mehr Selbstvertrauen beim Fahren des Autos. Man kann die Kurven viel härter attackieren und das Auto einfach viel härter pushen. Und das ist es doch, was wir als Fahrer können wollen."

Aus seiner Erfahrung sei umgekehrt das Gegenteil der Fall: "Manchmal, wenn man in einem schlechten Auto sitzt, nimmt es einem das Vertrauen und die Fähigkeit, das Auto zu pushen. Das hat einen großen Einfluss auf einen Fahrer", schließt Stroll ab.

Weitere Co-Autoren: Luke Smith. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.