Last-Minute-Drama und Torfestival: 2. Liga spielt verrückt

SID
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Darmstadt 98 hat den Karlsruher SC in einem wilden Südwest-Duell der 2. Bundesliga wieder tief in den Tabellenkeller geschossen. Die Lilien gewannen am 6. Spieltag nach mehrmaligen Führungswechseln 4:3 (1:2) beim KSC. Nach zuvor vier Punkten aus zwei Partien ist der Aufwärtstrend der Badener abrupt gestoppt. (Service: Tabelle der 2. Bundesliga)

Tobias Kempe entschied mit einem Handelfmeter in der Nachspielzeit (90.+3) das aufregende Spiel. Zuvor hatte er mit seinem ersten Treffer die Gäste auch in Führung gebracht (9.). Zudem trafen Victor Palsson (65.) und Serdar Dursun (77.) für Darmstadt. Philipp Hofmann (22. und 81.) sowie Marvin Wanitzek (44. per Foulelfmeter) waren für Karlsruhe erfolgreich. Christoph Kobald (90.+2) sah nach dem Handspiel im Strafraum auch noch Gelb-Rot. (Service: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Die 450 Zuschauer im Wildpark, die zum vorerst letzten Mal vor dem Lockdown zugelassen waren, sahen in der ersten halben Stunde eine umkämpfte Partie. Das Remis durch die Tore von Kempe und Hofmann, die jeweils zum zweiten Mal in der laufenden Saison trafen, ging in Ordnung. Darmstadt präferierte die spielerische Lösung, der KSC kam mehr über den Kampf. Die Folge war eine ausgeglichene Begegnung.

Nach einem Aussetzer des Darmstädter Verteidigers Marcel Rapp hätte Hofmann den zweiten Karlsruher Treffer aber eigentlich erzielen müssen (35.). Das besorgte Wanitzek nach einem Foul an Hofmann vom Punkt. Danach war der KSC dem dritten Tor nahe, die Gäste waren mit dem knappen Rückstand zur Pause noch gut bedient.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich nichts am Geschehen. Die Gastgeber drängten auf die Vorentscheidung. Erst nach einer Stunde wurden die Lilien wieder stärker. Den Karlsruhern ging zusehends die Puste aus, der Rückstand war die Folge. Hofmann sorgte trotzdem wieder für den Ausgleich, ehe Darmstadt doch noch das bessere Ende hatte.

Bochum klettert auf Platz zwei und jagt HSV

Der VfL Bochum hat die Strauchler der Zweitliga-Konkurrenten genutzt und ist auf den zweiten Platz geklettert.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Reis gewann bei den Würzburger Kickers mit 3:2 (2:2) und feierte den dritten Saisonsieg.

Nach einem Wechselbad der Gefühle ließ Simon Zoller den VfL mit seinem Treffer (73.) am Ende jubeln. Den frühen Rückstand durch Ridge Munsy (7.) hatten zuvor Soma Novothny (21.) und Danilo Soares (32.) für die Bochumer gedreht. Patrick Sontheimer sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Kickers (35.).

Während Aufsteiger Würzburg durch die fünfte Niederlage im sechsten Spiel Tabellenletzter bleibt, ordnet sich Bochum direkt hinter dem Hamburger SV ein. Der Rückstand auf die Spitze beträgt allerdings fünf Zähler.

Hannover setzt Negativserie fort

Hannover 96 hat seine schwarze Auswärtsserie in der 2. Bundesliga fortgesetzt, die SpVgg Greuther Fürth ihren monatelangen Heimfluch dagegen beenden können.

Das Kleeblatt gewann nach einer überzeugenden Vorstellung gegen die indisponierten Niedersachsen verdient mit 4:1 (2:0) und holte den ersten Sieg im Ronhof seit über acht Monaten. Für 96 war es saisonübergreifend die sechste Auswärtspleite in Folge und ein weiterer Dämpfer im Aufstiegsrennen.

Julian Green brachte das Team von Stefan Leitl in der 22. Minute in Führung, Paul Seguin erzielte fünf Minuten später das 2:0. Der starke Branimir Hrgota sorgte mit einem Doppelpack (51./68.) für klare Verhältnisse. Hendrik Weydandt hatte zwischendurch verkürzt (58.) - das war's aber schon.

Das ambitionierte 96 war in der Fremde einmal mehr nicht wiederzuerkennen. Die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak agierte viel zu harm- und sorglos. Beide Teams haben nach sechs Spieltagen neun Zähler auf dem Konto.

Fürth, zuletzt siebenmal in Folge zu Hause sieglos, nahm viel Schwung vom ersten Saisonsieg in Kiel in der vergangenen Woche mit. Das Kleeblatt war von Beginn an dominant und spielfreudig. Bei einigen großen Möglichkeiten in der Anfangsphase zeigte sich die SpVgg aber noch zu nachlässig.

96-Keeper Michael Esser bewahrte sein Team erst einmal vor einem Rückstand - wurde danach aber immer wieder von seinen Vorderleuten schmählich im Stich gelassen. Während die SpVgg spielerisch überzeugte, lief bei den Gästen nichts zusammen.