Leichtathletik: Dmitrijew: "Hatte mich in Gefahr gebracht"

Der russische Whistleblower Andrej Dmitrijew hat aus Angst um seine Sicherheit sein Heimatland verlassen und damit die Konsequenzen aus anhaltenden Anfeindungen gezogen. "Sie haben mich einen 'Verräter' genannt, einen 'Lügner'. Und, dies muss ich so drastisch sagen, tonnenweise Scheiße über mich ausgeschüttet", sagte der 26 Jahre alte Leichtathlet in einem ARD -Interview.

Der russische Whistleblower Andrej Dmitrijew hat aus Angst um seine Sicherheit sein Heimatland verlassen und damit die Konsequenzen aus anhaltenden Anfeindungen gezogen. "Sie haben mich einen 'Verräter' genannt, einen 'Lügner'. Und, dies muss ich so drastisch sagen, tonnenweise Scheiße über mich ausgeschüttet", sagte der 26 Jahre alte Leichtathlet in einem ARD-Interview.

Dmitrijew hatte im Januar schwere Vorwürfe gegen Russlands skandalumwitterte Leichtathletik erhoben, die angeblichen Reformen im Anti-Doping-Kampf seien nur Augenwischerei. "Gleich im Anschluss an das Interview wurde ich bei beiden Trainingszentren in meiner Heimatstadt, wo ich mein Athletenstipendium bekomme, gefeuert", sagte Dmitrijew nun: "Anfangs habe ich geglaubt, ich könnte wirklich etwas bewirken. Aber als ich die Reaktion vieler Russen gesehen habe, wurde mir klar, dass dies zum Scheitern verurteilt war."

An den heimischen, zumeist staatlich kontrollierten Medien ließ Dmitrijew, der sich an einem geheimen Ort aufhält, kein gutes Haar: "Das Staatsfernsehen hat tonnenweise negatives Zeug berichtet über mich. Einige Journalisten haben sogar meine Großeltern besucht und haben ihnen Lügen erzählt", sagte der Mittelstreckler: "Ich hatte mich ohne Zweifel in Gefahr gebracht und war auf mich allein gestellt. Und in Russland weißt du nie, was dir zustoßen kann. Wir haben politische Gefangene und Journalisten, die umgebracht werden, überall."

Von Russlands Anti-Doping-Behörde RUSADA erhielt Dmitrijew keine Unterstützung: "Da kam nichts. Jelena Issinbajewa (Stabhochsprung-Weltrekordlerin, d.Red) ist zur Vorsitzenden des RUSADA-Aufsichtsrates gewählt worden. Sie hat immer alles geleugnet, stattdessen hat sie die WADA und westliche Medien attackiert", sagte Dmitrijew: "Es ist offensichtlich: Mit ihren dummen, öffentlichen Äußerungen über eine angebliche Verschwörung bringt sie Russland keinen Schritt voran."

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