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"Bayern hat den direkten Konkurrenten klar geschwächt"

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"Bayern hat den direkten Konkurrenten klar geschwächt"
"Bayern hat den direkten Konkurrenten klar geschwächt"

2011 und 2012 Deutscher Meister, 2013 und 2014 Vizemeister - in der starken Phase von Borussia Dortmund war das Meisterrennen in der Bundesliga spannend, wie es seitdem nicht mehr der Fall ist.

Der FC Bayern schickt sich in dieser Spielzeit an, die zehnte Meisterschaft in Folge zu holen. Eine Serie, an die im Sommer 2013 nicht zu denken war. Genau in diesem Sommer wechselte Mario Götze aus Dortmund nach München. War das der Anfang vom Ende der Meister-Krimis in Deutschland?

Owomoyela: Bayern hat den BVB „ganz klar geschwächt“

Das legt zumindest Lukasz Piszczek nahe, der von 2010 bis zum Sommer 2021 alle Phasen bei den Borussen durchmachte. „Nach drei, vier intensiven Jahren gab es auch Wechsel in der Mannschaft. Mario Götze ging zu Bayern. Ich würde sagen, das war der größte Bruch in der Mannschaft, weil das zum ersten Mal gezeigt hat, dass wir nicht für immer die gleiche Mannschaft bleiben“, sagte der Pole im Podcast „Kicker meets DAZN“.

Einer, der damals im BVB-Kader stand, war Patrick Owomoyela „Ich war damals zwar nicht mehr Teil der Mannschaft, als sich Mario für den Wechsel zum FC Bayern entschieden hat, aber ich habe das eine oder andere durchaus noch mitbekommen“, sagt der heute 41-Jährige bei SPORT1. „Natürlich war das immer so, dass man über die Bayern gesagt hat sie würden die Konkurrenz bewusst schwächen und sich in der Liga nach Topspielern umschauen.“

Für „Owo“ sei Götzes Abwerben von Seiten des Rekordmeisters aber legitim gewesen, wenngleich das nicht ohne Folgen für den BVB blieb. „Sie haben den direkten Konkurrenten ganz klar geschwächt. Es war eine schwierige Situation, wenn du so einen hochtalentierten Spieler hast, der dem Team natürlich auch Selbstvertrauen gibt und erfolgsversprechend ist. Dann macht das schon etwas mit dem Team. Da wandern die paar Prozent von A nach B.“

Piszczek spricht von größtem Bruch beim BVB

Piszczek dagegen spricht von einem regelrechten „Schock“. Der BVB hatte gerade das Finale in der Champions League gegen die Bayern verloren und wollte eigentlich zur großen Vergeltung in Richtung des deutschen Rekordmeisters ansetzen. „Wir dachten, was könnte uns schon passieren, wenn wir weiter so zusammen Fußball spielen?“

Doch der Bruch, von dem Piszczek spricht, war dann doch deutlich zu bemerken. Dortmund wurde zwar Vizemeister, blieb aber mit 19 Punkten Rückstand chancenlos im Meisterrennen. In der Saison darauf folgte sogar die Horror-Hinrunde, in welcher der BVB auf dem 17. Rang landete. Die große Zeit und die Mannschaft, von der Piszczek spricht, war Geschichte.

„Jeder ist für seine Entscheidungen verantwortlich. Mario wollte damals zu Trainer Guardiola wechseln“, beschrieb Piszczek die Situation. Mit Nuri Sahin war bereits 2011 eine Stütze der Meistermannschaft nach Madrid gewechselt. Und ein Jahr nach Götze ging dann Robert Lewandowski zu den Bayern. Es folgte der Abgang von Coach Jürgen Klopp im Sommer 2015. Der endgültige Zusammenbruch.

Die Frage ist, ob es ohne den Wechsel Götzes nie zu diesem Kollaps gekommen wäre.

Hätte der Lewandowski-Abgang verhindert werden können?

Darüber kann offensichtlich nur spekuliert werden. Es könnte aber naheliegend sein, dass der Abschied des hochtalentierten Offensivspielers, der Deutschland wenig später zum WM-Titel schießen sollte, die Machtverschiebung zumindest beschleunigt hat.

Dabei dreht sich viel um die Personalie Lewandowski. Der Vertrag des Polen lief im Sommer 2014 aus und er entschied sich für einen Wechsel an die Säbener Straße, der die Dortmunder ablösefrei besonders schmerzte.

Lewandowski stellte in seiner Karriere immer das Potenzial der Mannschaft in den Vordergrund. Daher blieb er bislang auch den Bayern treu, obwohl er wohl lukrativere Angebote von Top-Klubs wie Real Madrid haben könnte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Gut möglich also, dass der Torjäger auch dem BVB noch treugeblieben wäre, wenn er das Gefühl gehabt hätte, dass die Dortmunder im Duell gegen die Bayern die Nase vorn haben könnten. Dauerhaft wäre ein Abgang Lewandowskis für die Schwarz-Gelben aber wohl nicht zu verhindern gewesen.

BVB sucht vergeblich nach Lewandowski-Ersatz

Gründe für die einseitigen Meisterrennen seitdem sind außerdem auch nach den Jahren 2013 bis 2015 zu suchen. Dem BVB gelang es lange nicht, einen Stürmer zu verpflichten, der ansatzweise in die Fußstapfen von Lewandowski treten konnte.

Zunächst hatten es die Verantwortlichen um Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc mit Ciro Immobile versucht. Doch der Transfer des Italieners entpuppte sich als Missverständnis. Michy Batshuayi und Alexander Isak konnten ebenfalls wenig helfen. Die Freude an Paco Alcácer war nur von kurzer Dauer.

Erst mit Erling Haaland hat Borussia Dortmund nun wieder ein Team, dem die Fußball-Fans in Deutschland zutrauen, für ein spannendes Meisterrennen zu sorgen. Nach zwei Niederlagen in sechs Spielen ist diese Hoffnung aber bereits abgeschwächt worden.

Und Götze? Der wurde bei seiner Rückkehr zum BVB im Jahr 2016 nicht mehr glücklich und spielt mittlerweile bei PSV Eindhoven. 29 Jahre ist er alt. Kein Alter, wenn man vor gut acht Jahren womöglich für eine Veränderung im deutschen Fußball gesorgt hat, die noch heute zu spüren ist.

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