Das letzte Hurra der Altstars

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Das letzte Hurra der Altstars
Das letzte Hurra der Altstars

Ein großes Turnier ist stets auch die Geburtsstunde von neuen Helden - es lässt aber auch längst bekannten Stars eine letzte Chance auf einen glorreichen Auftritt auf der ganz großen Fußball-Bühne. Die Chance auf ein letztes Hurra.

Das gilt auch für die Europameisterschaft 2021. Für so manche Größen könnte es das letzte Turnier sein - und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die letzte EM.

Doch welche von ihnen sind auf dem Weg, sich mit einem großen Knall zu verabschieden? Und welchen Stars ist das vielleicht sogar schon gelungen? SPORT1 verschafft einen Überblick über die Altstars, die bei der EM noch groß aufspiel(t)en.

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Goran Pandev

Es war ein emotionaler Moment, als die Spieler von Nordmazedonien ihrem Kapitän Goran Pandev Spalier standen. Der Fußball-Zwerg hatte da gerade 0:3 gegen die Niederlande verloren und war damit mit drei Pleiten aus der EM ausgeschieden. Nordmazedonien hat mit der ersten EM-Teilnahme allerdings trotzdem Geschichte geschrieben - und gleiches gilt für Pandev.

Der Ausnahmestürmer erzielte mit dem zwischenzeitlichen 1:1 im ersten Gruppenspiel gegen Österreich (1:3) das erste und bis dahin einzige Tor für sein Land. Ezgjan Alioski erzielte beim 1:2 gegen die Ukraine einen weiteren Treffer.

Der 37-jährige Pandev ist mit Abstand der beste Fußballer, den Nordmazedonien je hervorgebracht hat. Er verbrachte fast seine komplette Karriere in Italien, wurde mit Inter Mailand Champions-League-Sieger, italienischer Meister und italienischer Pokalsieger.

Die Partie gegen die Niederlande war die letzte seiner Karriere. Oranje-Kapitän Georginio Wijnaldum überreichte ihm ein niederländisches Trikot mit der Nummer 122 und dem Namen Pandev. Der Nordmazedonier hat 122 Länderspiele absolviert, bei denen es bleiben wird. Rafael van der Vaart nannte ihn beim niederländischen Sender NOS den "nordmazedonischen Cruyff". Eine höhere Auszeichnung dürfte es kaum geben.

Pepe

38 Jahre, drei Monate und 24 Tage war Pepe alt, als mit der portugiesischen Nationalmannschaft am Samstag gegen Deutschland aufs Feld ging. Damit ist er der älteste Feldspieler dieser EM. (EM 2021: Portugal - Frankreich 21 Uhr im LIVETICKER)

Trotzdem ist der außerhalb von Portugal umstrittene Innenverteidiger noch eine feste Größe im Nationalteam - und der unumstrittene Abwehrchef. Pepe hat mittlerweile für vier Vereine und Portugal insgesamt 750 Spiele absolviert und lässt seine Karriere in der Heimat beim FC Porto ausklingen. Gegen das DFB-Team absolvierte er sein 116. Länderspiel, im Achtelfinale wird Nummer 118 folgen.

Beim 3:0-Sieg gegen Ungarn war er der Fels in der Brandung und auch gegen Deutschland machte er trotz der vier Gegentore kein wirklich schlechtes Spiel. 83 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Passquote von 81 Prozent sind immerhin nicht zum Verstecken. Gegen Frankreich gelang ihm dann tatsächlich das Kunststück, keinen einzigen Zweikampf zu verlieren. Eine Passquote von 92 Prozent kam hinzu. Gegen Frankreich im dritten Vorrundenspiel zeigte der Routinier ebenfalls eine ordentliche Leistung.

Für Pepe wird es fast sicher das letzte Turnier sein, mit einer Titelverteidigung könnte er sich endgültig unsterblich in dem Land auf der iberischen Halbinsel machen.

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Cristiano Ronaldo

Unsterblich ist Ronaldo in Portugal wohl schon jetzt - inklusive einer mäßig schönen Statue auf seiner Heimat-Insel Madeira. Der Ehrgeiz des Kapitäns ist jedoch legendär und das gilt auch für diese EM.

Da überrascht es nur wenig, dass der 36-Jährige in den Gruppenspielen einmal mehr voll abgeliefert hat. Zwei Tore gegen Ungarn, ein weiteres gegen Deutschland, zwei Elfmeter-Tore gegen Frankreich. Dazu kommt ein Assist gegen das DFB-Team. Ronaldo ist weiter Portugals Lebensversicherung in der Offensive - und derzeit als einer der ältesten Spieler der EM ganz vorne in der Torschützenliste des Turniers.

Mit einem Ronaldo in dieser Form ist für die Portugiesen auch im Achtelfinale gegen Belgien etwas drin. Der Traum von der Titelverteidigung lebt.

Giorgio Chiellini

Der 36-Jährige führt Italien bei der EM als Kapitän aufs Feld und gewohnt leidenschaftlich und inbrünstig voran. Die Italiener sind mit drei Siegen ins Achtelfinale gestürmt und gelten nach den überragenden Leistungen als Turnierfavorit.

Im zweiten Gruppenspiel gegen die Schweiz traf der Innenverteidiger zum umjubelten Führungstreffer, der aber aberkannt wurde, da ihm der Ball zuvor unglücklich an die Hand gesprungen war.

Kurz danach musste Chiellini verletzt ausgewechselt werden und seitdem bangt das fußballverrückte Land um den Anführer. Ob der Juve-Star im Achtelfinale gegen Österreich wieder einsatzbereit ist, ist noch nicht bekannt. Zumindest kehrte er am Freitag ins Teamtraining zurück. (Bericht: Italien bangt um Chiellini)

Leonardo Bonucci

Während der Abwesenheit Chiellinis ist sein kongenialer Partner besonders wichtig: Gegen Wales übernahm der 34 Jahre alte Bonucci die Kapitänsbinde. Der Innenverteidiger bildet zusammen mit Chiellini mit Sicherheit die erfahrenste und womöglich auch eine der besten Verteidigungslinien des Turniers.

Bonucci und Chiellini sind bei der Squadra Azzurra seit einem guten Jahrzehnt kaum mehr wegzudenken, was sich in gehobenem Alter nicht geändert hat. Sie spielen auch bei Juventus Turin eine gefühlte Ewigkeit Seite an Seite. Bonucci wird wohl auch noch bei der kommenden WM auf dem Feld stehen, doch es ist vielleicht die letzte Chance, im Verbund mit Chiellini einen Titel zu gewinnen.

Luka Modric

Nach der Vize-Weltmeisterschaft mit Kroatien 2018 wurde Real-Altstar Modric zum Weltfußballer ernannt. Gelingt dem Mittelfeld-Strategen nun in seinem vielleicht letzten Turnier der ganz große Wurf?

Möglich ist es, die Kroaten sind nach einem 3:1-Sieg gegen Schottland als Tabellenzweiter ins Achtelfinale eingezogen. "Man of the Match" beim wichtigen Erfolg? Kapitän und Spielmacher Modric. In der 62. Spielminute schoss er sein Land mit einem echten Traumtor zur 2:1-Führung. Der 35-Jährige drosch den Ball mit dem Außenrist von der Sechzehnerkante ins Netz.

Schon zuvor war Modric einer der besten Spieler der enttäuschenden Kroaten gewesen. Gegen England (0:1) hatte er 80 Ballkontakte und wies eine Passquote von 93 Prozent auf. Gegen Tschechien (1:1) immerhin 73 Ballkontakte und eine Passquote von 86 Prozent. Im Achtelfinale gegen Spanien wird er sein 142. Länderspiel machen. Sein letztes, oder wird sein Traum von einem großen Titel weiterleben?

Hier können Sie sich den PDF-Spielplan der Fußball-EM 2021 herunterladen und im Anschluss ausdrucken

Thomas Vermaelen

Die Goldene Generation Belgiens ist gealtert - und das gilt vor allem für Thomas Vermaelen. Der 35-Jährige will mit den Roten Teufeln endlich der ewigen Rolle als Geheimfavorit gerecht werden und noch einen großen Titel holen.

Der frühere Spieler von Ajax Amsterdam, des FC Barcelona, der AS Rom und des FC Arsenal spielt mittlerweile bei Vissel Kobe in Japan und ist in der Innenverteidigung der Belgier nicht mehr gesetzt.

Nach zwei Kurzeinsätzen in den ersten beiden Gruppenspielen durfte Vermaelen allerdings im letzten Spiel gegen Finnland 90 Minuten ran und hatte großen Anteil am Sieg. Sein Kopfball prallte gegen das Lattenkreuz und dann an die Hand von Finnlands Keeper Lukas Hradecky, von wo aus die Kugel ins Tor kullerte.

Mit drei Siegen sind die Belgier souverän ins Achtelfinale eingezogen. Erfahrene Spieler wie Vermaelen könnten noch wichtig werden, wenn es tatsächlich um den Titel gehen sollte. Dafür muss zunächst Portugal aus dem Weg geräumt werden.

Olivier Giroud

Beim WM-Triumph 2018 spielte der Mittelstürmer eine entscheidende Rolle, die ihm nicht jeder Fußball-Fan und -Experte zugetraut hatte. Bei dieser EM kam Giroud bislang nur 14 Minuten gegen Ungarn zum Einsatz. Ein Stürmer seiner Klasse kann nach Einwechslung aber zu jeder Zeit einen Beitrag zum Sieg leisten.

Für Giroud wird es wohl das letzte große Turnier für Frankreich sein, die Zukunft des 34-Jährigen ist ohnehin ungewiss. Womöglich wird er seine Karriere in Italien bei Milan fortsetzen. Sein Vertrag beim FC Chelsea läuft in diesem Sommer aus.

Vielleicht gelingt Giroud auch auf internationaler Bühne noch ein großer Knall, mit dem er sich von dieser verabschieden könnte. Es wäre eine Überraschung, wie so manche Wendungen in seiner erfolgreichen Karriere. Vielleicht ja schon gegen die Schweiz im Achtelfinale.

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