Lewis Hamilton: "Übervorsichtig" in Runde eins

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

Gerade noch vorne, auf einmal nur noch Dritter: Lewis Hamilton fiel in der Startrunde zum Portugal-Grand-Prix in Portimao von P1 auf P3 zurück, ehe er wenig später die Führung zurückeroberte und seinen 92. Formel-1-Sieg erzielte. Doch was genau spielte sich auf den ersten Metern im Rennen ab? Darüber sprach Hamilton ausführlich in der Pressekonferenz.

Und er räumte ein: "Vielleicht war ich ein bisschen übervorsichtig." Das verteidigte Hamilton aber umgehend mit seinen Titelambitionen und sagte: "Letztendlich steht für mich die Meisterschaft auf dem Spiel. Und ich wusste, es ist ein Marathon und kein Sprint. Daher habe ich das getan, was ich für richtig hielt."

Im leichten Regen von Portimao bedeutete das, besonders viel Vorsicht walten zu lassen, erklärt Hamilton. "Wenn du das erste Auto auf der Strecke bist und es regnet, dann triffst du als Erster auf die Regentropfen und die feuchten Stellen. Das ist anders, wenn du an zweiter Stelle liegst, weil dann kannst du auf das Auto vor dir reagieren."

Im Mittelsektor verliert Hamilton die Führung

Deshalb sei er als Führender im Rennen "in Schwierigkeiten" geraten, sagt Hamilton. "Kurve 5 war nicht so schlimm, doch in Kurve 6 hatte ich unheimliches Übersteuern. Mir wurde klar: Ich hatte noch immer kaum Grip. Und dann ging Valtteri [Bottas] an mir vorbei."

Er selbst sei dann sogar noch vorsichtiger geworden, meint Hamilton weiter. Er habe seine direkten Verfolger vor Kurve 8 praktisch durchgewinkt. "Ich verteidigte mich nicht einmal, weil in diesem Moment eh jeder mehr Grip zu haben schien als ich."

Trotzdem habe er die Ruhe bewahrt. "Ich war mir sicher, dass es noch funktionieren würde für mich, und ich wusste, es wird ein langes, langes Rennen", so sagt er.

Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1, 1st position, celebrates on the podium

Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1, 1st position, celebrates on the podium<span class="copyright">Sam Bloxham / Motorsport Images</span>
Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1, 1st position, celebrates on the podiumSam Bloxham / Motorsport Images

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Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11, Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11

Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11, Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11, Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11Mark Sutton / Motorsport Images

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Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11Steve Etherington / Motorsport Images

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Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11Zak Mauger / Motorsport Images

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Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1, 2nd position, and Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1, 1st position, with his trophy

Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1, 2nd position, and Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1, 1st position, with his trophy<span class="copyright">Sam Bloxham / Motorsport Images</span>
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1, 2nd position, and Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1, 1st position, with his trophySam Bloxham / Motorsport Images

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Hamilton schlägt zurück, und wie!

"Ich blieb einfach cool und konzentrierte mich darauf, das Auto auf der Strecke zu halten, keine Fehler zu machen und mich selbst im Rennen sowie Max [Verstappen] hinter mir zu halten. Er hing mir nämlich im Getriebe."

Das gelang, und mehr: Hamilton ging schon in Runde sieben vorbei an Carlos Sainz, der die turbulente Anfangsphase bestimmt hatte. Und in Runde 20 kassierte Hamilton auch seinen Mercedes-Teamkollegen Bottas ein.

Dieser Attacke, unterstützt durch den Einsatz von DRS bei Hamilton, war Bottas nicht gewachsen. Er sagte später: "Ich konnte Lewis' Tempo nicht gehen. Warum weiß ich nicht. Als er an mich rankam und mich überholte, war für mich nichts zu machen. Ich hab's versucht, aber ich konnte nicht schneller."

Hamilton dagegen flog regelrecht. Im Ziel hatte er 25,592 Sekunden Vorsprung auf Bottas, so viel wie noch nie bei einem Mercedes-Doppelsieg in diesem Jahr. Und seine Führung in der Formel-1-Fahrerwertung baute Hamilton damit auch noch einmal aus.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.