Lewis Hamilton dämpft Erwartungen an Imola-Rennen: Wird "langweilig"

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

"Was für ein schöner Ort", sagt Lewis Hamilton über Imola. Einerseits. Andererseits aber glaubt der aktuelle WM-Spitzenreiter der Formel 1: "Ich bin mir ziemlich sicher, wir sehen morgen ein recht langweiliges Rennen." (Alle Formel-1-Rennen 2020 im kostenlosen Liveticker verfolgen!) Doch woher nimmt Hamilton diese Gewissheit?

Nach dem Qualifying auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari erklärte Hamilton: "Auf der langen Gerade kann man überholen, aber sie ist recht eng und du kannst nicht [am Vordermann] dranbleiben. Und ab Kurve 1 wird es dann eine Prozession. Es gibt sonst keine Überholstelle mehr."

Wem es gelänge, einem anderen Fahrzeug dichtauf zu folgen, der habe "hoffentlich vor Kurve 1" mit DRS die Gelegenheit auf einen Überholversuch, so Hamilton. Er mahnt: "Um wirklich eine Chance zu haben, musst du etwa zwei Sekunden schneller sein als das Auto vor dir." Und er zweifelt, dass es im Rennen zu solchen Unterschieden kommt.

Fahrer äußern sich begeistert über Streckenverlauf

Dabei sei aus Mercedes-Sicht mit einem engen Grand Prix zu rechnen. "[Red Bull] sieht sehr stark aus im Renntrimm", meint Hamilton. Im Qualifying aber hatte Max Verstappen als Dritter hinter Pole-Mann Valtteri Bottas und Hamilton mehr als 0,5 Sekunden Rückstand.

Dafür hatte Verstappen immerhin Spaß im Auto und schwärmt: "Die Strecke ist ziemlich cool. Es macht Freude, hier zu fahren. Anfangs hatte ich ja noch gedacht, es könnte ein bisschen zu eng sein für unsere Autos, aber es passt."

Auch Bottas ist begeistert von Imola. "Ich genieße diese Strecke", sagt der Pole-Setter. "Wenn du hier mit Vollgas unterwegs bist, ist es herrlich."

Hamilton: Man baut solche Strecken nicht mehr

So empfindet es auch Hamilton: "Die Strecke ist unglaublich. Ebenso unglaublich ist die Geschwindigkeit, die wir auf dieser Strecke hinlegen. Man baut heute nicht mehr solche Strecken. Keine Ahnung, warum die heutige Generation so was nicht mehr baut."

Imola sei eben ein "Klassiker" unter den Rennstrecken, "und hat natürlich auch Historie", meint Hamilton. "Und dann liegt dieser Kurs auch noch in einer der schönsten Regionen Italiens."

Was am Sonntag unter der Herbstsonne der Emilia-Romagna passiert? Bottas glaubt zumindest an eine heiße Startphase. "Die Anfahrt auf Kurve 1 ist eine der längsten im gesamten Kalender", erklärt er. "Also kein Zweifel: Lewis und Max werden mich jagen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.