Lewis Hamilton ruft eigene Kommission für mehr Diversität ins Leben

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Im Rahmen der "Black Lives Matter"-Bewegung hat Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton seine Stimme gegen Rassismus zuletzt immer lauter erhoben. Nun lässt der Brite seinen Worten Taten folgen und kündigt die Gründung einer eigenen Kommission in Partnerschaft mit der "Royal Academy of Engineering" an.

In der 'Sunday Times' erklärt der 35-Jährige: "Die Zeit für Plattitüden und Alibi-Gesten ist vorbei. Ich hoffe, dass die Hamilton-Kommission echte, greifbare und messbare Veränderungen ermöglicht." Die Initiative folgt auf seine Kritik an der "von Weißen dominierten" Formel 1, die sich zu wenig engagiere.

Die Kommission soll das nun ändern und untersuchen, "wie der Motorsport als Vehikel genutzt werden kann, um mehr junge dunkelhäutige Menschen für die Fächer Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu begeistern und sie letztendlich in unseren Teams oder in anderen technischen Bereichen zu beschäftigen".

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Hamilton-Kommission will Perspektiven bieten

In dem Zusammenhang will Hamilton daran arbeiten, Barrieren abzubauen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft davon abhalten, in die Rennindustrie einzusteigen. Dazu zählen auch problematische Einstellungspraktiken, die dazu führen, dass weniger schwarze Hochschulabsolventen in Ingenieurberufe eintreten.

Die Kommission tritt dafür mit direkt Betroffenen in Kontakt: "Wir wollen von den jungen Leuten und Absolventen hören, die sich täglich mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen, und wir sind dabei, zusätzliche Partner hinzuzuziehen, die vor Ort in schwarzen Gemeinden arbeiten, um Perspektiven aus erster Hand zu vermitteln."

Hamilton verspricht sich davon ein grundlegendes Umdenken. "Wenn ich in 20 Jahren zurückblicke, möchte ich sehen, dass der Sport, der einem schüchternen schwarzen Kind aus der Arbeiterklasse in Stevenage so viele Möglichkeiten bot, so vielfältig wird wie die komplexe und multikulturelle Welt, in der wir leben", sagt er.

Oft Rassismus erlebt, oft wurde geschwiegen

Ihm selbst sei im Laufe seiner Karriere oft Rassismus widerfahren - "von Kindern, die beim Kartfahren Dinge auf mich werfen, bis hin zum Spott der Fans mit schwarzen Gesichtern bei einem Grand Prix 2007". Oft sei niemand für ihn eingetreten, "weil niemand meine Erfahrung persönlich empfindet oder versteht", so Hamilton.

Dass sich trotz der jüngsten Antirassismus-Proteste zunächst keiner seiner Kollegen äußerte, habe er ihn verletzt: "Ich sah, wie Leute, die ich respektiere, sich entschieden, nichts zu sagen, und es brach mir das Herz. Deshalb musste ich meine Meinung sagen." Mit der Hamilton-Kommission will er nun den nächsten Schritt gehen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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