Lewis Hamilton: Unverständnis über FIA-Kommissar Witali Petrow

Stefan Ehlen
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"Ehrlich: Ich verstehe die Knie-Zeremonie nicht." So hatte sich der frühere Formel-1-Fahrer Witali Petrow kürzlich in einem Interview mit 'Championat.com' geäußert. Darin brachte der Russe sein Unverständnis über das Handeln der Formel 1 zum Ausdruck. Und nun ist Petrow beim Portugal-Grand-Prix in Portimao als offizieller Rennkommissar tätig.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton kann das nicht nachvollziehen. Er meint: "Dass sie jemanden mit solchen Überzeugungen anstellen, das ist eine Überraschung." Hamilton räumt allerdings ein, er kenne die Aussagen von Petrow nicht im Detail.

Petrow hatte sich bei 'Championat.com' vor wenigen Wochen unter anderem zum Kniefall der Formel-1-Fahrer vor dem Rennstart geäußert. Er sagte: "Laut unseren Traditionen kniet man sich nur bei zwei Gelegenheiten hin: im Tempel, vor Gott, oder wenn du deiner künftigen Frau einen Antrag machst."

Petrow übt Kritik an Hamilton

Russland habe "eine andere Mentalität", meinte Petrow und erklärte weiter: "Jeder Person sollte Respekt entgegengebracht werden."

Kritik übte Petrow ausdrücklich an Hamilton, der in Mugello mit einem bedruckten T-Shirt auf das Siegertreppchen gestiegen war. Auf dem Shirt war zu lesen: "Arrest the cops who killed Breonna Taylor" (zu Deutsch: Verhaftet die Polizisten, die Breonna Taylor getötet haben").

Dazu bemerkte Petrow: "Ich glaube, die Hälfte der Zuschauer hat nicht verstanden, um was es bei diesem T-Shirt ging, bis es erklärt wurde."

Hamilton fragt sich: Gab es niemanden sonst?

Petrow kritisierte außerdem das Vorgehen der Formel 1, die zu Saisonbeginn die Kampagne #WeRaceAsOne ins Leben gerufen hatte. Er sagte: "Und wenn jetzt einer der Fahrer gesteht, er sei schwul, geht dann die Formel 1 mit der Regenbogen-Flagge auf die Strecke und bittet jeden darum, schwul zu werden?"

All das ruft bei Hamilton nur Kopfschütteln hervor. Er verstehe nicht, weshalb die FIA Petrow als Rennkommissar engagiert habe, "was hier das Ziel ist oder warum er hier ist. Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht andere gute Optionen", meint Hamilton.

Der Formel-1-Weltmeister übt seinerseits Kritik an den Verantwortlichen: "Ich selbst kann nichts dagegen unternehmen. Wir sollten aber auf jeden Fall Leute hier dabei haben, die unseren aktuellen Zeitgeist verstehen, die einen Sinn für die Dinge um uns herum haben."

Die Formel 1 hat Hamiltons T-Shirt-Botschaft übrigens nicht einfach hingenommen, sondern als direkte Folge eine neue Regel aufgestellt, wonach es den Fahrer nicht mehr erlaubt ist, die Podestzeremonie für (politische) Statements zu nutzen.

Mit Bildmaterial von Sutton.