Vettel foppt Hamilton nach dessen Quali-Desaster

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Vettel foppt Hamilton nach dessen Quali-Desaster
Vettel foppt Hamilton nach dessen Quali-Desaster

Sebastian Vettel startet beim Großen Preis von Monaco von Startplatz acht - so weit vorne wie noch nie in dieser Saison (Formel 1: Das Rennen in Monaco am Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER). Der Aston-Martin-Pilot hat sich für denn Rennbeginn in Monte Carlo ein ganz besonderes Ziel gesetzt: er will Lewis Hamilton "vernaschen".

Dieser steht nach einem enttäuschenden Qualifying nur einen Platz vor dem Deutschen. Für den Briten kein Wunder, fühlte sich sein Bolide doch schon im dritten Training an "wie eine Katastrophe".

Max Verstappen ist trotz der verpassten Pole Position bester Dinge. Grund für seinen Optimismus ist die hervorragende Arbeit der Red-Bull-Crew.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Monaco von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 1:

zu seiner Gefühlslage mit Pole Position und Crash in einem: "Im Moment bin ich hin- und hergerissen. Der Schlag war schon sehr heftig, und ich kann noch nicht sagen, ob das Getriebe unbeschädigt geblieben ist. Sollte sich meine Befürchtung bewahrheiten und wir müssen es ersetzen, dann ist die Pole futsch, denn dann muss ich gemäß Reglement um fünf Ränge zurück."

... zu seinem Crash: "Ich bin einfach nur ein wenig zu sehr auf die Innenseite gefahren. Wenn man sich meine schnellste Runde ansieht, da habe ich die Mauer dort auch schon ein wenig berührt, aber nicht so hart wie dann auf der zweiten schnellen Runde. Ich habe versucht, im zweiten Versuch noch mehr zu geben. Aber dabei habe ich mich verschätzt." (Rennkalender der Formel 1 2021)

zur starken Leistung der Scuderia: "Wir sind selber überrascht davon, dass wir auf Pole-Position stehen und beide Autos in den ersten beiden Startreihen haben. Gut, wir waren im engen dritten Streckenabschnitt von Barcelona bereits konkurrenzfähig, aber für mich war das keine Garantie dafür, hier schnell zu sein. Und dann hat von der ersten Runde an alles gepasst. Es hat letztlich sogar keine Rolle gespielt, dass ich wegen eines Getriebedefekts im ersten Training nur vier Runden drehen konnte, wir haben die Arbeit später nachgeholt."

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2:

"Gegen eine rote Flagge kannst du nichts machen. Ich wollte zum Ende des Qualifyings hin eine schnelle Runde fahren, dann die Reifen abkühlen lassen und zum Schluss zuschlagen. Meine erste schnelle Runde in Q3 war die zweitschnellste, also war mir klar – wir können hier die Pole erobern!"

und weiter: "Bis zum Tunnel lief alles prima, danach kam die rote Flagge wegen Leclerc, also konnte ich die Runde nicht zu Ende fahren. Aber ich bin nicht zerknirscht. Denn viel wichtiger ist: am Donnerstag war die Fahrzeugbalance gar nicht gut, im Abschlusstraining jedoch waren wir konkurrenzfähig. Das wurde nur möglich dank harter Arbeit aller Fachkräfte hier an der Strecke und zuhause im Werk in Milton Keynes. Sie haben geholfen, dass wir uns aus den Problemen herausgearbeitet haben. Und das ist auch ein gutes Zeichen fürs Rennen."

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Im IndyCar-Sport wird dem Schnellsten bei einem Crash die Zeit aberkannt. Eine Option für die Formel 1? - "Nein. Es besteht ja ein Unterschied, ob ein Pilot sein Auto absichtlich in die Leitplanke setzt oder nicht. Unfälle wie der von Charles gehören zum Geschäft, die Formel 1 muss da überhaupt nichts ändern. Wir sind hier alle am Limit, und gerade in Monte Carlo kann das schnell in die Hose gehen."

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 3:

"Es ist enttäuschend, dass ich meinen letzten Run wegen der roten Flagge nicht fahren konnte. Ich habe mir quasi alles für den letzten Run aufgespart."

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 7:

"Der Sieg ist außer Reichweite, denn hier kannst du fast nicht überholen. Wir sind zu langsam, und die Autos um uns herum werden ungefähr gleich schnell sein, also kommst du nicht vorbei. Hier in Monaco ist der Samstag so enorm wichtig, denn er gibt vor, was im Rennen passieren wird." (Fahrerwertung der Formel 1)

zu den Veränderungen an seinem Boliden: "Am Donnerstag hatte sich der Wagen noch okay angefühlt, dann haben wir umgebaut, und offenbar sind wir dabei nicht in die richtige Richtung gegangen, denn der Wagen war im dritten freien Training eine Katastrophe. Also haben wir erneut umgebaut, aber kaum Fortschritte gemacht. Heute war es alles in allem ziemlich schrecklich, also müssen wir uns überlegen, was wir jetzt unternehmen."

und weiter: "Es mangelt einfach an Grip, die Reifen funktionieren nicht, egal wie ich versucht habe, sie nachhaltig aufzuwärmen. Ferrari und Red Bull schaffen das viel besser. Wenn dir das in Monaco passiert, dann fängst du an, mehr aus dem Wagen holen zu wollen als er hergibt. Ein schwieriger Tag. Valtteri hat heute einen besseren Job gemacht und mehr aus dem Auto holen können."

zur Frage, was jetzt getan werden muss: "Nach Monaco kommt nochmals ein Straßenkurs, Baku. Wir werden einige intensive Gespräche führen müssen, um in Sachen Reifen-Aufwärmen besser zu werden. Ich will das Team nicht kritisieren, aber wir haben viel Arbeit vor uns. Ich bin frustriert. Wütend bin ich nicht, denn ich kann ja nicht ändern, was passiert ist."

Sebastian Vettel (Aston Martin), Startplatz 8:

"Ich mochte die Strecke schon immer und ich habe mich bereits im ersten Training ziemlich gut gefühlt. Es ging danach nur darum, dieses Gefühl zu bewahren."

zur Frage nach seinem Befinden: "Ehrlich gesagt hatte ich keine gute Nacht und ich fühle mich nicht in Bestform, aber mit dem Adrenalin hier kam das nicht darauf an. Ich bin zufrieden mit dem achten Platz. Ich denke nicht, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre. Und ich hatte zwei, drei gute Runden, was sich definitiv gut angefühlt hat."

zu seiner Ausgangsposition: "So weit, so gut. Wir können auf dieser Strecke ein bisschen mehr den Unterschied machen. Vielleicht kann ich am Start den Lewis vernaschen. Danach würde es aber schwer, ihn hinter mir zu halten."

zur Tatsache, dass Hamilton nur einen Platz vor ihm startet: "Das ist gut für uns und nicht so gut für ihn. Das letzte Mal ist schon eine Weile her. Wir werden sehen, wie das Rennen läuft, hier kann es superspannend aber auch langweilig werden. Wir müssen uns einfach aus allem Ärger heraushalten, denn wir starten in den Punkten und haben eine gute Chance, das Rennen auch da zu beenden."

Lance Stroll (Aston Martin), Startplatz 13:

"Es war eine knifflige Session. Das Auto hatte nicht ganz die Balance, und ich konnte keine Runde zusammenbringen. Auf meiner besten Runde verlor ich im Verkehr außerdem etwas Zeit hinter Norris. Das hat auch nicht geholfen. Das Qualifying ist hier sehr wichtig, daher ist es kein ideales Ergebnis. Aber wir werden sehen, was morgen noch drin ist. Wenn wir einen guten Start hinbekommen, können wir vielleicht nach vorne kommen. Sebastian hat das Auto in Q3 gebracht. Ich denke, das zeigt, dass wir um Punkte kämpfen können, wenn wir alles zusammenbringen."