Das steckt hinter Hummels‘ Zoff mit Reus

Mats Hummels war richtig angefressen!

Noch auf dem Platz ging der Dortmunder Abwehrchef nach der bitteren 1:2-Pleite bei Manchester City mit erhobenem Zeigefinger auf Marco Reus los, redete wildgestikulierend auf den BVB-Kapitän ein. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Reus wollte nicht wirklich zuhören, spielte die Szene lieber runter und umarmte stattdessen seinen ehemaligen Teamkollegen und Siegtorschützen Erling Haaland. Die Zoff-Szene wurde von den TV-Bildern eingefangen und war auch bei vielen Fans ein großes Diskussionsthema.

Hinterher schimpfte Hummels, der vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick ein überragendes Spiel (SPORT1-Note: 1,5) gemacht hat, am DAZN-Mikrofon weiter: „Wir haben uns 80 Minuten lang aufgeopfert, wir hatten City genau da, wo wir sie haben wollten. Und dann haben wir einfach zwei freie Bälle 20 Meter vor dem Tor zugelassen, anstatt 95 Minuten bis über die Grenze zu gehen. Wir waren kaputt, das ist okay, weil wir uns aufgeopfert haben. Aber vor den Gegentoren sind wir einfach zu passiv geworden.“ (STIMMEN: Hummels wird nach Pleite deutlich)

Reus und Can patzen vor den Toren

In der 80. Minute ging ausgerechnet Spielführer Reus nicht konsequent genug auf John Stones drauf, ließ den Gewaltschuss des englischen Nationalspielers, den Alexander Meyer durchaus halten muss, einfach zu. Offenbar brachte Hummels genau diese Szene, das lasche Verteidigen von Reus, auf die Palme.

Vor dem 1:2 in der 84. Minute war es dann Emre Can, der kaum Druck auf Außenrist-Flankengeber Joao Cancelo ausübte.

Hummels geht auf seine Mitspieler los! Nicht zum ersten Mal, dass der Weltmeister von 2014 seine Teamkollegen scharf kritisiert.

Sebastian Kehl relativiert Hummels-Kritik

Der Fakt, dass die Mannschaft, die City alles abverlangte und lange am Sensationssieg schnupperte, nicht kollektiv bis zum Schlusspfiff konsequent verteidigte, ärgerte den langjährigen Nationalspieler massiv.

„In der 80. und 86. Minute wird man immer Momente haben, wo man nicht rausschieben kann“, sieht es Sportchef Sebastian Kehl ein wenig anders: „Dass Mats frustriert ist, kann ich verstehen. Er hat, wie die gesamte Mannschaft, ein gutes Spiel gemacht. Am Ende ist er natürlich enttäuscht, dass wir uns nicht belohnt haben. Es gelingt aber nicht über 90 Minuten immer im richtigen Moment da zu sein, wo man sein soll. Es sind die Kleinigkeiten, die das Spiel entscheiden.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Hummels, der noch in der Nacht ein Foto von sich mit Reus in seine Instagram-Story hochlud („Wir hätten mehr verdient gehabt“), sagte abschließend: „Der Frust sitzt sehr tief, weil wir einen Punkt mitnehmen müssen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber davon können wir uns nichts kaufen.“

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