Lob vom DTM-Boss: Rene Rast für Berger "einfach die Benchmark!"

Markus Lüttgens
·Lesedauer: 3 Min.

Gerhard Berger hofft, dass Rene Rast seinen Titel in der DTM auch nach dem Wechsel auf das GT3-Reglement im nächsten Jahr verteidigen will. "Natürlich würde ich mich sehr freuen, ihn auch in der DTM 2021 wieder mit dabei zu haben. Er ist einfach die Benchmark!", sagt der DTM-Boss.

Dieses Urteil macht Berger nicht nur an der herausragenden sportlichen Bilanz von Rast mit drei Titelgewinnen in den vergangenen vier Jahren fest. Vielmehr vereint Rast nach Ansicht von Berger "alle Elemente eines perfekten Rennfahrers".

"Es gibt Fahrer, die übermäßig schnell sind, aber dafür nicht gerne arbeiten. Es gibt solche, die gerne arbeiten und auch schnell sind, aber keine Kondition haben. Und es gibt Fahrer, die gelegentlich zwar sehr schnell sind, aber nicht konstant", erklärt Berger. Bei Rene Rast finde man alle das zu "mindestens 98 Prozent: Er ist schnell, konstant, ein sehr fleißiger Arbeiter, arbeitet wahrscheinlich härter als alle anderen und hat eine gute Kondition", so Berger.

Ekström: "Es sind jetzt doppelt so viele Rennen"

Auch Mattias Ekström, den Rast in dieser Saison mit 24 Siegen als erfolgreichsten Audi-Fahrer in der Geschichte der DTM abgelöst hat, findet Rasts Leistungen in den zurückliegenden Saisons beeindruckend. "Er war in den vergangenen Jahren wirklich gut. Es scheint, dass sein Fahrstil recht gut zum Auto gepasst hat", sagt Ekström im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Allerdings seien seine eigenen Leistungen mit denen von Rast nur schwierig zu vergleichen findet Ekström, zumindest wenn man nur auf die nackten Zahlen blicke. "Es sind jetzt doppelt so viele Rennen, und das Wettbewerbsniveau der DTM hat sich verändert."

Damit spricht Ekström zum einen die Tatsache an, dass währende des größten Teils seiner DTM-Karriere bis einschließlich zur Saison 2014 pro Wochenende nur ein Rennen gefahren wurde. Zum anderen spielt Ekström auf die Tatsache an, dass Audi BMW in den vergangenen beiden Jahren überlegen war.

Kann man Rast schon als DTM-Legende bezeichnen?

"Ich hatte leider nicht so viele Titel, aber viele zweite Plätze, dritte Plätze", sagt Ekström, der neun seiner 17 vollen Saisons in der DTM unter den Top 3 der Gesamtwertung abgeschlossen hat."Ich war viele Jahre lang ein Anwärter auf die Meisterschaft und hatte eine wirklich lange Karriere."

Es sei daher Interpretationssache zu beurteilen, "wie und was die größere oder bessere Leistung ist, ob es seine oder meine ist. Und ich denke, es ist wirklich nicht einfach, die Arbeit von irgendjemandem zu würdigen, aber im Endeffekt seine Leistungen nicht in den Schatten zu stellen. Er hat ein paar Jahre lang wirklich Großartiges geleistet, daran besteht kein Zweifel", unterstreicht Ekström.

Weitere Artikel:

Schneider sieht seinen DTM-Rekord in Gefahr: "Rene Rast hat es in der Hand" Rene Rast vergleicht seine drei Titel: "2019 war nicht so emotional" DTM-Meisterporträt Rene Rast: Der Motorsport-Malocher

Doch kann man Rast, der nach Bernd Schneider und Klaus Ludwig nach Rennsiegen nun dritterfolgreichster Fahrer in der Geschichte der DTM ist, schon als Legende bezeichnen? "Ich weiß nicht", meint Rast selbst. "Zumindest habe ich Mattias und Gary [Paffett] jetzt auch bei den Siegen überholt und der drittbeste DTM-Fahrer in dieser Statistik." Rast selbst sieht sich allerdings noch nicht als Legende. "Dafür bin ich vielleicht noch zu jung."

Auch Ekström tut sich bei der Antwort auf diese Frage schwer: "Ich weiß gar nicht mal genau, was man erreichen muss, um als Legende angesehen zu werden. Reicht es aus, drei Titel zu gewinnen? Ich denke schon. Vielleicht sehen das die Leute heute noch nicht so, aber in ein paar Jahren wird man erkennen, was er in diesen Jahren geleistet hat. Dann entscheidet sich, ob man ihn als Legende ansieht, aber das muss jemand anderes entscheiden."

Mit Bildmaterial von ITR.