Logistik-Problem: Ducati verpackt mit drei Leuten die MotoGP-Bikes in Katar

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Die Absage des MotoGP-Rennens in Katar hat einige Teams der Königsklasse vor logistische Probleme gestellt, denn die Motorräder und das komplette technische Equipment musste wieder eingepackt und für den weiteren Transport vorbereitet werden. Vor allem die italienischen Teams stellte das aufgrund der verschärften Einreisebedingungen wegen des Coronavirus vor Herausforderungen.

Vom 22. bis 24. Februar fand auf dem Losail-Circuit der letzte Wintertest statt. Es wurde alles für das erste Rennen, das für 8. März vorgesehen war, vorbereitet. So wurden auch die Kommandostände in der Boxengasse aufgebaut. Am Tag nach Testende fand ein Meeting mit allen Teams statt. Dabei wurde die Information weitergegeben, dass Japaner, die das Land verlassen würden, nicht mehr einreisen könnten.

Das wurde auch auf Italiener ausgeweitet. Zu diesem Zeitpunkt war die Einreisebeschränkung aber noch nicht so streng. Einige Teams entschieden sich dazu, japanische einige italienische Mitarbeiter in Doha zu lassen. Das war bei Suzuki und Aprilia der Fall. Als dann am vergangenen Sonntag die Entscheidung getroffen wurde, das Rennen abzusagen, musste im Hintergrund gehandelt werden.

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Vor den größten Schwierigkeiten standen die italienischen Teams wie Pramac, Aprilia und vor allem Ducati. Denn Ducati hat nach dem Test keine Mitarbeiter in Doha belassen. Da nun keine Italiener in Katar einreisen durften, mussten sich diese Teams Alternativen überlegen, wie sie wieder an ihre Motorräder und an das Material herankommen.

Ducati hat drei Personen nach Katar geschickt. Das waren Pressemann Artur Vilalta und Pedro Rivera Crespo, der ein Mechaniker von Andrea Dovizioso ist. Beide sind Spanier. Dazu kam der Kroate Kreso Prsa, ein Assistent von Dovizioso. Alle drei hatten am vergangenen Dienstag keine Probleme bei der Einreise nach Katar.

Dieses Trio packte am Mittwoch die Motorräder und das Material in die großen Versandboxen ein. Mit Ausnahme von einer Box bleiben alle anderen nun in den Händen der MotoGP-Logistikmanager (Dorna, IRTA und DHL). Diese müssen nun entscheiden, wohin die Boxen versendet werden. Diese eine Extrabox wird auf Wunsch von Ducati in die Fabrik nach Borgo Panigale geschickt.

Aprilia hatte in weiser Voraussicht einen Italiener in Doha belassen. Nun wurde er von Antonio Jimenez, einem Ingenieur von Aleix Espargaro, und vier weiteren Spaniern unterstützt, um das Material einzupacken. Pramac schickte Teamkoordinator Felix Rodriguez und zwei weitere Spanier nach Doha.

Einige Teams wurden auch von Kollegen aus den Klassen Moto2 und Moto3 beim einpacken unterstützt. Suzuki hat Doha bereits verlassen, denn die japanischen und italienischen Mitarbeiter, die vor Ort geblieben sind, machten alles direkt nach der offiziellen Rennabsage fertig. Bei Honda und Yamaha haben sich die vor Ort gebliebenen Japaner um alles gekümmert. KTM hatte auch keine groben Probleme.

Spätestens am Donnerstag sollte bei allen MotoGP-Teams das Material in den Transportboxen verstaut sein. Nun hängt alles von der weiteren Entwicklung rund um die Ausbreitung des Coronavirus ab. Derzeit wäre Austin, wo das Rennen am 5. April stattfinden soll, die nächste Destination. Wenn dann auch die Teams der kleinen Klassen nach dem ersten Rennwochenende alles gepackt haben, dürften die Transportboxen in die USA geflogen werden.

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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