Loop-Aktie crasht nach Shortseller-Bericht: Jetzt günstig, opportunistisch kaufen?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Verkehrszeichen: Vorsicht Schleudergefahr
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Die Aktie von Loop (WKN: A2DX71) hat am Dienstag dieser Woche einen rabenschwarzen Tag erwischt: Innerhalb weniger Stunden ging es mit den Anteilsscheinen steil bergab. Während ich diese Zeilen verfasse, notiert die Aktie noch auf einem Kursniveau von 7,77 US-Dollar. Das Minus beläuft sich auf knapp über 33 % im Vergleich zum Vortag.

Was ist passiert? Um es kurz zu machen: Es hat auch bei dieser Aktie jetzt einen Shortseller-Bericht gegeben, der an die Substanz geht. Natürlich wollen wir es im Folgenden nicht bei dieser Kurzform belassen, sondern uns die Anschuldigungen etwas näher ansehen. Sowie der Frage auf den Grund gehen, ob Foolishe Investoren bei Loop opportunistisch und günstig zuschlagen sollten.

Loop: Die Anschuldigungen im Überblick

Wie wir mit Blick auf die aktuelle Schlagzeilendichte feststellen können, ist es Hindenburg Research gewesen, die sich Loop etwas näher angesehen haben. Oberflächlichen Berichten zufolge geht es um Umsätze, scheinbar nicht effiziente Lösungen und das Gerücht, dass es sich bei Loop um ein Blendwerk handle. Allerdings wollen wir diese Kurzzusammenfassung noch mit einigen Details ergänzen.

Wie Hindenburg Research gemäß der offiziellen Meldung bekannt gibt, verfügt das Unternehmen weder über Umsätze noch über eine innovative Technologie. Das gehe nicht bloß aus oberflächlichen Betrachtungen vonseiten des Research-Instituts hervor. Nein, sondern die Kritiker berufen sich auf ehemalige Insider, Industrie-Experten und Konkurrenten, die dieses Fazit ziehen. Insbesondere die ehemaligen Mitarbeiter könnten eine wertvolle Quelle sein.

Des Weiteren besitze Loop, so die Anschuldigungen, zwei Labore: Eines, in dem insbesondere die jungen Gründer und Besitzer von Loop tüfteln würden, und ein zweites, in dem Wissenschaftler die Erkenntnisse versuchen zu replizieren. Die Erfolge der innovativen Recycling-Technologie basieren demnach auf dem Gründer-Labor. Die eigenen Wissenschaftler könnten die Thesen hingegen nicht bestätigen. Das würde definitiv die Substanz des Unternehmens schädigen.

Das alles führe zur Erkenntnis von Hindenburg Research, dass Loop niemals wird Umsätze generieren können. Die Analysten sehen die Gefahr eines 100%igen Kurssturzes, vor allem wenn das Unternehmen seinen 48 Mio. US-Dollar Cashberg in den nächsten Jahren verbrennen würde. Die Erkenntnisse seien entsprechend an die Aufsicht weitergeleitet worden. So auch meine Kurzform, die die wesentlichen Thesen von Hindenburg Research wiedergibt.

Wie Foolishe Investoren jetzt richtig agieren

Die vermutlich wichtigere Frage ist, wie Foolishe Investoren jetzt richtig agieren. Haben die Vorwürfe Substanz? Oder handelt es sich um eine günstige Gelegenheit bei einem innovativen Unternehmen? Die ehrlichste Antwort: Ich weiß es nicht. Und falls du es auch nicht weißt und Recycling nicht unbedingt dein technischer Circle of Competence ist, könnte es ein cleverer Schritt sein, nichts zu tun. Beziehungsweise nicht weiter zu investieren.

Ob die Vorwürfe Substanz haben, ist möglicherweise nicht die richtige Frage. Die Aktie von Loop ist jetzt jedenfalls eher zu einer Vertrauensgeschichte geworden. Wobei es schwerfällt, die Substanz von Loop zu bewerten.

Das wiederum ist ein Mix, bei dem ich nach Wirecard fernbleibe, wo ich mir selbst die Finger verbrannt habe. Wo Rauch ist, da ist manchmal auch Feuer. Ob das bei Loop der Fall ist? Wie gesagt: Kann ich nicht sagen. Allerdings ist mir derzeit das Risiko zu hoch, es mit eigenem Einsatz ein weiteres Mal herauszufinden.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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