Lucas Di Grassi gewinnt spektakulären ePrix von Mexiko

Mit einer strategischen Meisterleistung holt sich das deutsche ABT Schaeffler Audi Sport Team mit seinem Fahrer Lucas Di Grassi den Sieg beim 4. Lauf der Formel E Serie in Mexico City. Er fährt 1,9 Sekunden vor Jean-Eric Vergne (Techeetah) aus Frankreich und Sam Bird (DS Virgin Racing) aus den USA über die Ziellinie.

Es war wohl das bisher spektakulärste Formel-E Rennen der Serie. Hier war alles enthalten was man für hochspannenden Rennsport benötigt.

ABT Schaeffler Audi Sport team driver Lucas Di Grassi wearing a Mexican Charro hat celebrates his victory in the Formula E Mexico City ePrix auto race, in Mexico City, Saturday, April 1, 2017. Di Grassi won the race, Techeetah team driver Jean Eric Vergne was second and DS Virgin Racing driver Sam Bird was third. (AP Photo/Marco Ugarte)

Schon im Qualifying ging es buchstäblich drunter und drüber. Nicht nur, dass die schnellsten Fahrer der Meisterschaft in der Superpole durch Unfälle nach hinten durchgereicht wurden, auch die beiden schnellsten Fahrer in der Superpole selbst wurden mit Strafen belegt. Daher verlor Daniel Abt seine mühsam herausgefahrene Poleposition wieder an Oliver Turvey (NextEV Nio) aus England, gefolgt vom Argentinier Jose Maria Lopez (DS Virgin Racing) und Jean-Eric Vergne. Für die drei deutschen Fahrer kamen dann die Startplätze 4 für Nick Heidfeld (Mahindra Racing), 12 für Maro Engel (Venturi Formula E Team) und 18 für Daniel Abt heraus.

Der Start selbst verlief relativ geordnet, Nick Heidfeld konnte sich auf die dritte Position schieben und im Mittelfeld gab es einen leichten Crash zwischen Lucas Di Grassi und Stephane Sarrazin, der allerdings eine Safety-Car Phase auslöste. Es lagen zu viele Teile auf der Strecke die zuerst aufgeräumt werden mussten. Lucas Di Grassi fuhr in dieser Phase an die Box und ließ sich seinen beschädigten Heckflügel austauschen. In der fünften Runde wurde das Rennen wieder freigegeben und die Positionen verteilten sich wie folgt: Platz 1 Turvey vor Lopez, Heidfeld und Vergne. Der Seriensieger und in der Meisterschaft führende Schweizer Sebastian Buemi (Renault e.dams) lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 7, Maro Engel auf Platz 11 und Daniel Abt auf dem 15. Rang.

In der siebten Runde wurden dann auch die Fahrer bekanntgegeben welche den sogenannten “Fanboost” zugeteilt bekamen. Hierbei handelt es sich um zusätzliche Leistung welche man im Laufe der zweiten Rennhälfte aktivieren kann und man somit statt über 170kW kurzzeitig über 200kW verfügen kann.

ABT Schaeffler Audi Sport / Lucas Di Grassi (AP Photo/Marco Ugarte)

Das Rennen verlief dann bis zur 13. Runde ohne große Ereignisse weiter, bis plötzlich der NextEV Nio von Oliver Turvey ausrollte und mit einer defekten Batterie stehen blieb. In der 17. von 45 Runden kam es dann zur zweiten Safety-Car Phase, man musste das Auto von Turvey aus der Gefahrenzone bringen. Zu diesem Zeitpunkt schlug die Stunde von Lucas Di Grassi. Er fuhr zeitgleich mit Jerome d’Ambrosio an die Box, erledigte seinen Pflichtstop und wechselte während der Safety-Car Phase auf das neue voll aufgeladene Auto. Allerdings war es nun auch eine sehr lange Zeit bis zum Ende des Rennens und er musste auch den Ladezustand seiner Batterie achten.

Als dann der Rest des Feldes in der 26. Runde zum Fahrzeugwechsel an die Box kam, kamen Di Grassi und d’Ambrosio automatisch nach vorne. Der Stand nach dem Fahrzeugwechsel: Di Grassi 4,9 Sekunden vor d’Ambrosio, Lopez, Ergne, Bird. Heidfeld auf Platz sieben, Buemi komplettierte die ersten zehn, Maro Engel auf Platz 13 und Daniel Abt auf dem 15. Platz. Kaum hatte man sich wieder sortiert, erlebte das Feld aber wieder eine Safety-Car Phase um ein gestrandetes Fahrzeug aus dem Weg zu räumen. Somit wurde das Rennen wieder zusammen geschoben und der Vorteil Di Grassis’s schmolz dahin. Nach dieser Safety-Car Phase nutzen Buemi (Runde 34) und Abt (Runde 37) ihren Fanboost. Zwischenzeitlich hatte Di Grassi wiederum 4,4 Sekunden Vorsprung vor einer sehr dicht beieinander liegenden Verfolgergruppe in der es immer härter zur Sachen ging, je mehr man dem Ende des Rennens näher kam.

AP Photo

 

Der Showdown in der vorletzten Runde: Eine Runde vor Ende des Rennens kam es dann wie es kommen musste. Adam Caroll (Jaguar Racing) Nick Heidfeld und dessen Teamkollege Felix Rosenquist gerieten aneinander und es krachte ordentlich. Für die einen Fahrer schlecht, für die anderen wiederum gut. Denn somit kam Daniel Abt noch etwas nach vorne und holte sich, wie auch beim letzten Lauf in Buenos Aires (Argentinien) den verdienten siebten Platz. An der Spitze musste D’Ambrosio ebenfalls kurz vor dem Ziel das Rennen mit einem Defekt aufgeben und somit sicherte sich Lucas Di Grassi (71 Punkte) seinen ersten Sieg der Saison und verkürzte den Rückstand in der Meisterschaft auf nur noch 5 Punkte. An der Spitze bleibt weiterhin Sebastian Buemi (76), Daniel Abt (20) belegt in der Gesamtwertung den siebten Rang, direkt vor Nick Heidfeld (17). Maro Engel (2) liegt in dieser Wertung etwas abgeschlagen auf dem 18. Rang. Allerdings ist die Saison noch lange.
Das nächste Rennen der Formel-E Serie findet am 13. Mai in Monte Carlo auf einem Teil der Formel 1 Rennstrecke statt.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen