Lucio Cecchinello erklärt: Das hat sich Nakagami von Marquez abgeschaut

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 2 Min.

In Abwesenheit von Marc Marquez war Takaaki Nakagami in der abgelaufenen MotoGP-Saison der beste Honda-Fahrer. Dreimal startete der Japaner aus der ersten Startreihe und mischte regelmäßig in den Top 6 mit. Mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere klappte es zwar nicht, aber Nakagami machte insgesamt einen deutlichen Sprung vorwärts.

"Ich habe von ihm eine Steigerung erwartet, aber nicht so eine große", sagt sein Teamchef Lucio Cecchinello. "Er hat schon in den Jahren zuvor gutes Potenzial gezeigt. 2019 ist er ein 2018er-Modell gefahren, das nicht so gut wie das 2019er war. Wir konnten das in den Daten sehen."

Seit dem ersten Rennen in Jerez berichtete Nakagami, dass er genau die Daten von Marc Marquez studiert und an seinem Fahrstil arbeitet. Dabei hatte er vor allem die Bremsphase im Fokus. Er konnte sich auch umstellen und dadurch Fortschritte erzielen.

"'Taka' hat sich in einigen wichtigen Aspekten verbessert", lobt Cecchinello. Der Ex-Rennfahrer geht in Details: "Zunächst hat er verstanden, dass es eine neue Fahrtechnik braucht, wenn man in der MotoGP schnell sein will. Das trifft vor allem auf die Honda zu."

Lucio Cecchinello war selbst als Fahrer in der 125er-Klasse aktiv

Lucio Cecchinello war selbst als Fahrer in der 125er-Klasse aktiv<span class="copyright">LAT</span>
Lucio Cecchinello war selbst als Fahrer in der 125er-Klasse aktivLAT

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"Prinzipiell muss man das Motorrad schon früher in Schräglage bringen, wenn man in die Kurve hineinfährt. Dadurch verwendet der Fahrer eine größere Auflagefläche des Reifens, wodurch die Performance in der Verzögerungsphase besser ist."

"Ein anderer wichtiger Schritt war, dass er mit mehr maximaler Schräglage gefahren ist. Dadurch konnte er die Kurven enger fahren und Zeit gewinnen", berichtet Cecchinello. Der Italiener ist zwischen 1993 und 2003 in der 125er-Klasse gefahren.

Nakagamis Saison hätte auch noch besser sein können. Als er in Aragon 2 von der Pole-Position startete, übernahm er auch gleich die Führung. Dann stürzte er aber noch im Laufe der ersten Runde. In Valencia 2 ging er zu Boden, als er Pol Espargaro für Platz drei angriff.

"Ich glaube, dass er besser mit dem Druck umgehen muss", sagt sein Teamchef. "Er hat das schon verstanden und es auch in einigen Interviews angesprochen. Ich bin überzeugt, dass er das mit der Zeit und mit mehr Erfahrung schaffen wird."

Außerdem bescheinigt Cecchinello dem 28-Jährigen, ein akribischer Arbeiter zu sein: "Er verbringt sehr viel Zeit in der Box und arbeitet eng mit den Ingenieuren zusammen. Es werden alle Aspekte besprochen. Von seiner Sitzposition, der Aerodynamik, der Getriebeabstimmung und viele Details."

"Abgesehen vom Fahren verbringt er viel Zeit in der Box. Ich glaube, dass das sehr positiv ist, denn weil die Rundenzeiten heutzutage so eng beisammen sind, kann man nur einen Unterschied machen, wenn man wahnsinnig viel arbeitet."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.