Mönchengladbach oder München: Eberl muss sich entscheiden

Der Rekordmeister ist auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor. Nun haben die Münchner einen Korb vom Wunschkandidaten erhalten.

Max Eberl schweigt. Fragen zu seiner Zukunft beantwortet der Sportdirektor von Bundesligist Borussia Mönchengladbach derzeit nicht. Dabei besteht Klärungsbedarf. Ein von Medien kolportiertes Ultimatum für Eberl seitens seines Arbeitgebers gibt es offenbar nicht, doch der 43-Jährige muss zeitnah eine Entscheidung treffen: Erfüllt er seinen bis 2020 laufenden Vertrag bei der Borussia oder will er doch zum deutschen Rekordmeister Bayern München wechseln?

"Das Thema nervt alle bei uns, und wir haben keinen Bock mehr, das ewig und drei Tage vor uns herzuschieben. Entweder die da aus dem Süden geben Ruhe oder bei uns sagt einer: 'Nein'", hatte Gladbachs Vizepräsident Rainer Bonhof zuletzt bei Sky erklärt.

Das "Nein" soll von Eberl kommen. Er besitzt beim fünfmaligen deutschen Meister keine Ausstiegsklausel und hat auch keine Freigabe für einen Wechsel zum Branchenprimus an die Isar erhalten. "Wir rechnen damit, dass er bei uns bleibt. Das muss jetzt auch mal jeder verstehen", sagte Bonhof, der im kicker betonte, "dass es kein Ultimatum oder sonst etwas" gebe.

Obwohl Bonhof Optimimus verbreitet, ist das Thema noch nicht ganz vom Tisch. Die Münchner dementierten zwar zuletzt den Kontakt zu Eberl, doch nach der Absage von Weltmeister Philipp Lahm ist der ehemalige Bayern-Profi ein logischer Kandidat. Allerdings schloss der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zuletzt aus, eine Ablöse im Millionenbereich für einen Sportdirektor zu bezahlen. Würde er mit einem entsprechenden Vorschlag an den Aufsichtsrat herantreten, "würde der mich für verrückt erklären", sagte Rummenigge.

Laut Bild knüpft Eberl ein Engagement in München an zwei Bedingungen. Er verlangt demnach die Unterstützung von Rummenigge und Uli Hoeneß, bislang soll sich vor allem Präsident Hoeneß um ihn bemühen. Zudem will Eberl angeblich den Job von Kaderplaner Michael Reschke übernehmen.

Angesichts dieser angeblichen Forderung scheint ein Wechsel eher unrealistisch. Auf Reschke hält man in München große Stücke, eine Beschneidung seines Einflusses gilt als äußerst unwahrscheinlich. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Eberl ins Anforderungsprofil passen würde. Er kennt den Markt und die Abläufe, tritt in der Öffentlichkeit souverän auf und hat durch viele kluge Entscheidungen dazu beigetragen, dass die Borussia wieder in die Spur gefunden hat und regelmäßig im internationalen Fußball vertreten ist.

Seit Oktober 2008 lenkt Eberl die Geschicke rund um den Borussia-Park. Und es dürfte nicht verwundern, wenn er dies auch in den kommenden Jahren so sein wird. Bis Sonntag, bis zum Spiel gegen die Bayern, könnte endgültig Klarheit herrschen.

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